Coronavirus in Münster
Zahl der Infizierten geht erstmals zurück

Münster -

Endlich eine gute Nachricht: Die Zahl der Menschen, die in Münster aktuell mit dem Coronavirus infiziert sind, ist zurückgegangen.

Dienstag, 31.03.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 19:01 Uhr
Ein Corona-Test
Ein Corona-Test Foto: Henning Kaiser/dpa

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise hat sich die Zahl der aktuell noch mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Münster leicht verringert. Waren am Montag tagesaktuell 350 Menschen angesteckt, verzeichnete die Stadt 24 Stunden später einen Rückgang auf 335 Covid-Patienten.

„Die Kurve zeigt jetzt nach unten“, bestätigte der Leiter des Krisenstabs, Wolfgang Heuer, auf Nachfrage unserer Zeitung. Insgesamt wurde in Münster (Stand Montag) bislang bei 487 Menschen das neuartige Virus nachgewiesen, zahlreiche sind inzwischen aber auch wieder gesundet.

Kurve flacht ab

Das gilt auch für den Kreis Warendorf mit 23 neuen Gesundeten und sieben Neuinfizierten und den Kreis Steinfurt (52/35). Die Zahl der Todesfälle im Münsterland stieg unterdessen von 12 auf 14. Ein 78-jähriger Patient aus Bocholt und ein 85-Jähriger aus Vreden starben.

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56 Patienten in den Krankenhäusern

Mit Stand 31. März stellt sich die Situation in den Krankenhäusern der Stadt wie folgt dar: Insgesamt behandeln die Krankenhäuser derzeit 56 Corona-Patienten, davon 16 auf Intensivstationen. Aktuell müssen sieben Corona-Patienten beatmet werden. Am 31.3. um 16 Uhr waren auf den Intensivstationen der Stadt 76 Betten frei.

Die Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen gehören zu der am stärksten durch das Coronavirus gefährdeten Bevölkerungsgruppe. Deshalb hat die Stadt laut einer Mitteilung bereits viele Maßnahmen zum Schutz der Bewohner getroffen, unter anderem das Betretungsverbot für die Einrichtungen.

Mangel an Schutzausrüstung

In den münsterischen Pflegeeinrichtungen sind aktuell 13 Bewohner positiv getestet worden, drei infizierte Personen werden von ambulanten Pflegediensten versorgt. Die Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste sind erfahren im Umgang mit Infektionskrankheiten und gehen sehr professionell mit der Situation um. "Die Mitarbeitenden engagieren sich herausragend für die Menschen, die sie betreuen", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe.   

Aber der allgemeine Mangel an Schutzausrüstung in den Pflegeeinrichtungen und bei den Pflegediensten zeigt sich auch in Münster. Die Stadt unterstützt die Einrichtungen und Dienste, die infizierte Personen versorgen, durch die Bereitstellung von Schutzausrüstung. Die Einrichtungen stehen darüber hinaus vor der Herausforderung, dass die Versorgung der Menschen auch dann sichergestellt werden muss, wenn Personal erkrankt oder in Quarantäne ist. Das Gesundheitsamt sucht mit den betroffenen Einrichtungen im Einzelfall nach Lösungen.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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