Eindringlicher Appell des Vereins „draußen“
Obdachlosen-Versorgung bricht zusammen

Münster -

Der Verein „draußen“ setzt sich für die Belange von wohnungslosen Menschen in Münster ein. In der Corona-Krise formuliert der Verein ein deutlichen Appell in Richtung Stadtverwaltung.

Donnerstag, 02.04.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 19:14 Uhr
Am Hafengrenzweg steht jetzt ein erster Anlaufpunkt für wohnungslose Menschen zur Verfügung.
Am Hafengrenzweg steht jetzt ein erster Anlaufpunkt für wohnungslose Menschen zur Verfügung. Foto: Stadt Münster

Der Verein „Draußen“ richtet sich mit einem eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Darin heißt es unter anderem: „Die Pandemie (...) hat vor allem auch Auswirkungen auf all diejenigen Menschen, die unsere Hilfe in diesen schweren Zeiten noch dringender benötigen, als sie es ohnehin schon tun - nämlich die Ärmsten der Armen. Etwa 800 Wohnungs- und Obdachlose leben Schätzungen zufolge in Münster.“

Längst hätten die Hilfseinrichtungen der Stadt ihre Angebote auf das Notwendigste herunterfahren oder ganz einstellen müssen. Tagesaufenthaltsstellen in Münster blieben geschlossen, „die Versorgung von Obdach- oder Wohnungslosen bricht nach und nach zusammen“. Es gebe kaum noch Mahlzeiten, keine Toiletten, keine Duschen. Selbst einfachste Schutzmaßnahmen wie das regelmäßige Waschen der Hände seien kaum noch umzusetzen. „Kurzum: Die Menschen ohne feste Unterkunft brauchen zusätzliche Unterstützung. Von uns allen. Und zwar sofort.“

Häusliche Isolation und ständige Hygiene

Weiter heißt es: „Obdachlosen, die aufgrund unterschiedlicher Vorerkrankungen durch das jahrelange Leben auf der Straße ohnehin zur Risikogruppe zählen, sollte in Münster während der Corona-Krise die Möglichkeit zu häuslicher Isolation und ständiger Hygiene gegeben werden. Dafür braucht es zusätzliche Unterkünfte, die den Betroffenen auch tagsüber Schutz- und Rückzugsräume bieten, und nicht nur reine Übernachtungsplätze.“ Düsseldorf wolle obdachlose Menschen jetzt in einem leerstehenden Hotel unterbringen, Hannover stelle für die kurzfristige Versorgung Hilfsbedürftiger 80 000 Euro bereit.

Angebote von Privatpersonen, Gebäudeeigentümern, Hoteliers und dem Studierendenwerk, in der Corona-Krise zu helfen, habe die Stadt bereits erhalten. „Worauf also warten wir?“

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