Auch Helfer können profitieren
Agentur entwickelt Portal für Nachbarschaftshilfe

Münster -

Die Corona-Krise betrifft alle Menschen, generationen- und branchenübergreifend. Die münsterische Agentur Ai-Port hat sich überlegt, wie die Betroffenen in der Krise einander helfen können.

Freitag, 03.04.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 08:29 Uhr
Die münsterische Agentur Ai-Port will Betroffenen in der Krise helfen. Daher hat das Unternehmen – auf dem Foto dessen Geschäftsführer Guido Dermann – das Portal „Nebenanhelden“ entwickelt.
Die münsterische Agentur Ai-Port will Betroffenen in der Krise helfen. Daher hat das Unternehmen – auf dem Foto dessen Geschäftsführer Guido Dermann – das Portal „Nebenanhelden“ entwickelt. Foto: pd

„Es gibt viele Senioren, die wegen des gesundheitlichen Risikos zu Hause bleiben müssen und auf der anderen Seite ganz viele Studenten, die jetzt ihre Miete nicht mehr zahlen können, weil sie normalerweise in der Gastro arbeiten“, sagt Guido Dermann, Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Ai-Port. Die Agentur hat „Nebenanhelden“ entwickelt, ein Portal, das Hilfesuchende mit Helfenden verbinden soll.

„Uns ist ganz wichtig, dass auch Leute die kleine Jobs suchen, beispielsweise als Erntehelfer, aber auch für Gartenarbeit Einträge erstellen können, sagt Dermann. Das setze zwar voraus, dass alle Nutzer verantwortungsvoll miteinander umgingen, „ich bin mir aber sicher, dass das so sein wird“.

Gezielt suchen und anbieten

Das Besondere an „Nebenanhelden“ gegenüber anderer Portale für Nachbarschaftshilfe sei vor allem die Möglichkeit, gezielt zu suchen und anzubieten. Das geht entweder über die Karte oder Filterkategorien, die man anwählen kann. Dabei sind Karte und Kategorien voneinander abhängig.

„Dadurch kann man sehr schnell genau das Angebot finden, das einem hilft“, so Dermann. Dabei sei das Tool leicht zu bedienen: „Wir haben versucht, ein System zu erstellen, das sehr viele Daten verarbeiten kann, aber gleichzeitig für die Nutzer übersichtlich bleibt.“

Agentur legt Wert auf Datenschutz

Zwei Wochen hätten seine Mitarbeiter und er an der Seite gearbeitet, dafür sei sie aber auch besonders effizient und vor allem: sicher. „Der Datenschutz ist uns sehr wichtig.“ „Nebenanhelden“ arbeitet mit einem Registrierungssystem, das bedeutet, dass Nutzer einmalig ihre E-Mail-Adresse bestätigen müssen und sich danach über Nachrichten austauschen.

„Ich habe auch Seiten gesehen, wo persönliche Daten wie Telefonnummern öffentlich einsehbar waren und das finde ich wegen der Missbrauchsmöglichkeiten, die so etwas bietet, eigentlich unverantwortlich“, sagt Dermann. Die Registrierung biete aber noch einen anderen Vorteil, sie ermöglicht einen individualisierten Zugriff auf die Seite. „Dadurch kann jeder Nutzer seine Einträge einsehen und verwalten“, erklärt Dermann.

Seit Anfang der Woche konnten die ersten Einträge gemacht werden. Dermann hofft jetzt auf viele Nutzer: „Entscheidend ist, dass viele Leute mitmachen.“

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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