Behandlungszentrum in der Uppenbergschule
Eine Anlaufstelle für kranke Jugendliche

Münster -

In der Uppenbergschule ist ein Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche angesiedelt, die fiebrige Infekte haben. Behandelt wird nur, wer von einem Kinder- oder Jugendarzt dorthin überwiesen wurde.

Dienstag, 07.04.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 09:08 Uhr
In der Uppenbergschule gibt es ein Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche mit einem fieberhaften Infekt.
In der Uppenbergschule gibt es ein Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche mit einem fieberhaften Infekt. Foto: Oliver Werner

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat in der Uppenbergschule nicht nur ein Therapiezentrum für die ambulante Untersuchung und Behandlung von Coronavirus-Patienten sowie Patienten mit einer Atemwegserkrankung eingerichtet.

In dem Gebäude ist zudem ein zentrales Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche mit fieberhaften Infekten eingerichtet worden. Dienst tun hier vor allem jene Ärzte, deren Praxen dem Kinder- und Jugendärztenetz angehören, berichtet der Sprecher des Netzwerks, Andreo Garcia. Im Dienstplan könne auf rund 60 Mediziner aus etwa 30 Praxen zurückgegriffen werden.

Keine spontanen Besuche

Der Behandlungsbereich für Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 17 Jahren ist vom übrigen Zentrum räumlich abgetrennt. Garcia beton, dass junge Patienten, die an einem Infekt erkrankt sind, mit ihren Eltern auf keinen Fall spontan zur Uppenbergschule kommen sollten.

Sie sollten zuvor telefonisch in der eigenen Kinderarztpraxis abklären, ob ein erkrankter Jugendlicher dort behandelt werden kann oder, ob er das zentrale Behandlungszentrum aufsuchen sollte, stellt Garcia klar. Sei letzteres der Fall, dann werde das Zentrum vom überweisenden Arzt umgehend informiert, dass ein junger Patient auf dem Weg zur Uppenbergschule sei.

20 bis 40 Patienten pro Tag

Aktuell sei während der Öffnungszeit zwischen 9 und 21 Uhr ein Kinder- oder Jugendarzt vor Ort. Im Schnitt werden zwischen 20 und 40 Patienten pro Tag behandelt – und zwar so, als ob sie tatsächlich mit dem Corona-Virus infiziert sind. Am Ende sei das aber nur bei einer Minderheit tatsächlich der Fall gewesen, sagt Garcia. Er betont, dass die zentrale kinder- und jugendärztliche Nothilfepraxis im Clemens-Hospital weiter laufe – allerdings würden dort ab sofort nur noch Patienten ohne fieberhafte Infekte behandelt.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

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