Hot Jazz Club sucht Unterstützung
Mit Crowdfunding-Kampagne gegen die Corona-Krise

Münster -

Bereits seit Wochen ist der Hot Jazz Club an Münsters Hafen geschlossen. Schuld daran ist das Coronavirus. Damit der Club die Krise übersteht, hat sich das Team um Geschäftsführer Christian Huys etwas einfallen lassen.

Dienstag, 07.04.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 19:22 Uhr
Hot Jazz Club sucht Unterstützung: Mit Crowdfunding-Kampagne gegen die Corona-Krise
Leere Stühle am Tresen: Der Hot Jazz Club hat wegen der Corona-Krise aktuell geschlossen. Foto: Hot Jazz Club

Es ist ungewöhnlich still im Hot Jazz Club. Dort, wo sonst Konzerte gespielt und Partys gefeiert werden, ist in diesen Tagen nichts los. Schuld daran ist - na klar - das Coronavirus. Bereits seit einigen Wochen ist der Club am münsterischen Hafen geschlossen - genau wie alle Tanzlokale, Bars und Clubs in der Stadt. Bis mindestens Ende April wird das auch noch so bleiben.

Der Hot Jazz Club leidet - wie viele Kulturstätten, Clubs und Bars - massiv unter den Einschränkungen, die das Coronavirus mit sich gebracht hat. "Die Folgen sind gravierend", sagt Hanna Meyerholz, Mitarbeiterin im Hot Jazz Club und selbst Musikerin. Sie zählt auf: "Keine Gäste, keine Konzerte, keine Sessions, keine Partys und vor allem keine Kultur."

Crowdfunding-Kampagne gestartet

Auch auf der Homepage des Clubs heißt es zu den Maßnahmen, die wegen des Coronavirus getroffen wurden: "Den Hot Jazz Club führt es aber in eine tatsächlich lebensbedrohliche Situation. Wir werden als Kulturbetrieb zwar nicht öffentlich unterstützt, sind aber ein gesundes Unternehmen. Doch die täglichen Einnahmen sind dabei unumgänglich."

Zur Crowndfunding-Kampagne

Auf der Plattform "Startnext" kann für den Hot Jazz Club gespendet werden:  https://www.startnext.com/help-save-hot-jazz-club

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Ungewöhnliche Umstände fordern ungewöhnliche Maßnahmen: Damit der Laden, den es seit 20 Jahren am münsterischen Hafen gibt, die Krise übersteht, hat das Team um Geschäftsführer Christian Huys nun einen besonderen Weg eingeschlagen: Es wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

14.000 Euro in zwei Tagen

Über die Plattform "Startnext" können Geld gespendet oder Gutscheine erworben werden. "Jeder Betrag, ob groß oder klein, hilft uns weiter", schreiben die Mitarbeiter des Clubs dort.

Mehr als 14.000 Euro von fast 300 Spendern sind seit Beginn der Kampagne am Sonntag bereits zusammengekommen. Das erste Ziel lautete noch: "1 Euro". Doch schnell wurde ein neues Ziel formuliert: "80.000 Euro". Hanna Meyerholz erläutert: "Mit dem zweiten Ziel von 80.000 Euro sind wir optimistisch, zusammen mit anderen Hilfen und Maßnahmen den Betrieb nach Ende der Pandemie wieder aufnehmen zu können." Auch staatliche Mittel hat der Club mittlerweile beantragt, sagt Meyerholz.

Er schläft nur, er atmet ganz leise und wartet darauf, dass es wieder losgeht.

Ronald Lechtenberg

Und die Kampagne hat bereits zahlreiche Unterstützer. In einem Video haben sich zahlreiche Musiker, die sonst regelmäßig im Hot Jazz Club auftreten, an die Öffentlichkeit gewandt. So sagt zum Beispiel Ronald Lechtenberg über den Club: "Er schläft nur, er atmet ganz leise und wartet darauf, dass es wieder losgeht." Und der Musiker verbreitet auch sofort Optimismus: "We'll be back. Don't worry."

 

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

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  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

    Foto: dpa
  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

 

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