Erziehungsexperten raten zu Gelassenheit
Familien müssen sich umgewöhnen

Münster -

Schulen und Kitas sind zu, viele Eltern im Homeoffice: Es ist eine Situation, die im Familienalltag für Spannungen sorgen kann. Alle müssen lernen, mit dieser neuen Situation umzugehen. Dazu kann es helfen, Ausnahmen für bestimmte Regelungen zu finden.

Mittwoch, 08.04.2020, 10:00 Uhr
Mediennutzung ist ein Konfliktthema in Familien. 
Mediennutzung ist ein Konfliktthema in Familien.  Foto: Caritas

„Für alle ist die jetzige Situation vollkommen neu. Plötzlich sind wir mit unseren Partnern und Kindern größtenteils den ganzen Tag zusammen. Das es in dieser Situation zu Spannungen und Konflikten kommt, ist völlig normal“, sagen Bianca Elpers, Florian Frings und Dorit Kleinen von der Caritas-Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche.

In den Familien sei es sehr wichtig, allen Kindern altersgemäß die Veränderungen und Einschränkungen zu erklären. Häufig sinnvoll: sich als Familie eine Tagesstruktur zu geben, die anders sein kann als sonst, aber Orientierung bietet. Es müsse miteinander vereinbart werden, was vielleicht anders als sonst erlaubt ist und wo aufeinander Rücksicht genommen werden muss.

Unterschiedliche Bedürfnisse

„Die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind sehr unterschiedlich“, teilen die Familienberater mit. Trotzdem sollte man miteinander vereinbaren, wann die Schulaufgaben gemacht werden, zusammen gegessen und aufgestanden wird und wie lange Medien genutzt werden dürfen. „Nur so kann es gelingen, die gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen, ohne sich gegenseitig zu sehr einzuengen“, meinen die Berater.

In Zeiten, in denen sozialen Kontakte nicht wie gewohnt gelebt können, sei es wichtig, neue Wege zu finden. Soziale Medien werden von allen unterschiedlich genutzt, um virtuell mit Freunden und Familienangehörigen in Verbindung zu bleiben. In dieser besonderen Situation könne es sinnvoll sein, den Kindern mehr Medienzeit zu erlauben, um alle zu entlasten.

Gelassenheit und Kreativität

„Wir müssen lernen damit umzugehen, dass in Familien eine Unterstützung durch Großeltern wegfällt und dass wir uns von gewohnten Ritualen wie Geburtstagsfeiern vorübergehend verabschieden müssen. Gerade jüngeren Kindern fallen solche Veränderungen sehr schwer. Eltern sollten Gefühle, wie Trauer und Wut, akzeptieren“, so der Rat der Erziehungsexperten.

Für alle seien dies schwierige Zeiten, die wir so noch nicht erlebt haben. „Um diese gemeinsam gut zu bewältigen, seien Gelassenheit, Humor und Kreativität gefragt.“

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