Vierter Todesfall in Münster
Heuer: "Corona-Maßnahmen zeigen Wirkung"

Münster -

In Münster hat es im Zusammenhang mit dem Coronavirus einen vierten Todesfall gegeben. Die Zahl der aktuell Erkrankten ist im Vergleich zum Vortag allerdings gesunken.

Dienstag, 07.04.2020, 16:10 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 17:56 Uhr
Vierter Todesfall in Münster: Heuer: "Corona-Maßnahmen zeigen Wirkung"
In den Krankenhäusern in Münster werden aktuell 16 Corona-Patienten beatmet (Symbolbild). Foto: dpa

Eine weitere mit dem Coronavirus infizierte und vorerkrankte Patientin (Jahrgang 1932) aus Münster ist am Dienstag (7.4.) in einem münsterischen Krankenhaus verstorben. Oberbürgermeister Markus Lewe spricht den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus. Damit sind laut einer Mitteilung der Stadt bislang vier Patienten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Münster verstorben. 

Die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle im Stadtgebiet ist am Dienstag derweil auf 595 gestiegen. Davon sind 367 Patienten wieder gesund - also mehr als die Hälfte. Damit gelten aktuell 224 Personen im Stadtgebiet als infiziert. Die Zahl der Erkrankten ist im Vergleich zum Vortrag gesunken. Am Montag galten in Münster noch 267 Menschen als infiziert.

Niedrigste Zahl seit zwei Wochen

"Wir haben heute mit 224 Infizierten in Münster die niedrigste Zahl seit zwei Wochen", bilanziert der Leiter des städtischen Krisenstabs, Wolfgang Heuer, die aktuellen Fallzahlen. Erstmals setzt er die Zahlen auch in Verbindung zu den bislang getroffenen Maßnahmen in der Stadt: "Ich meine, die Anti-Corona-Maßnahmen zeigen Wirkungen."

Die Krankenhäuser behandeln derzeit 43 Corona-Patienten, davon 24 auf Intensivstationen. Aktuell müssen 16 Corona-Patienten beatmet werden. Am Dienstagnachmittag waren nach Angaben der Stadt auf den Intensivstationen 109 Betten frei.

94 Verstöße am Montag

Der kommunale Ordnungsdienst hat auch am Montag kontrolliert, ob sich die Münsteraner an die Anti-Corona-Vorgaben halten. Es wurden insgesamt 138 Kontrollen durchgeführt, dabei wurden laut Stadt 94 Verstöße festgestellt.

 

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa

 

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