Kooperation mit Kirchen und Apothekerkammer
Die Stadt ruft auf: Münster näht zusammen

Münster -

In Münster haben sich bereits viele Menschen an die Nähmaschine gesetzt, um einfache Mund-Nase-Masken für ihre Mitmenschen zu produzieren. Jetzt rufen Stadt, Kirchen und Apothekerkammer die Bürger auf, auch für andere zu nähen.

Mittwoch, 08.04.2020, 14:10 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 14:13 Uhr
Kooperation mit Kirchen und Apothekerkammer: Die Stadt ruft auf: Münster näht zusammen
Die Masken sollten möglichst täglich bei 60 Grad gewaschen werden. Foto: dpa

Münsters gute Naht: Schon seit einigen Tagen fertigen stadtweit Mitglieder katholischer und evangelischer Kirchengemeinden, Schneiderinnen des Theaters, aber auch viele weitere engagierte Gruppen und Einzelpersonen einfache Mund-Nase-Masken, um sie ihren Mitmenschen zu überlassen.

Zwar können diese Masken nicht den Träger selbst schützen, dafür aber Tröpfchen beim Sprechen oder Husten einfangen und so die Verteilung der Coronaviren bremsen. Oberbürgermeister Markus Lewe zeigt sich in einer städtischen Pressemitteilung erfreut über das starke Engagement aus der Bürgerschaft: „Münster hält zusammen – das beweisen wir immer wieder eindrucksvoll.“

Masken bei Sammelstellen abgeben

In Zusammenarbeit mit den Kirchen und der Apothekerkammer ruft die Stadt Münster nun die Bürger dazu auf, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Der Grundstein für eine organisierte Hilfe ist zumindest gelegt: Dank der Unterstützung vieler Apotheken ist es nun möglich, ehrenamtlich genähte Mund-Nase-Masken kostenlos an die Menschen dieser Stadt zu verteilen.

Nähanleitungen und Infos

Infos zu Sammel- und Ausgabestellen bei der städtischen Corona-Hotline unter Tel. 02 51 / 4 92-10 77 (Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 16 Uhr) und unter  www.kirchen-in-muenster.de .

Nähanleitungen sowie Tipps in Wort und (Bewegt-) Bild stehen zudem auf den Infoseiten der Stadt unter  www.muenster.de/corona  zur Verfügung.

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Wer seine Masken zur Verfügung stellen und noch weitere produzieren möchte, kann diese nach vorheriger Anmeldung bei den Bezirksverwaltungen, im Stadthaus 1 in der Innenstadt oder bei einer der vielen kirchlichen Sammelstellen abgeben.

Wer Masken nähen möchte und nicht weiß, wie er sie verteilen kann, sollte sich an die städtische Corona-Hotline wenden.

Markus Lewe

Markus Lewe hofft darauf, dass viele weitere Personen die Aktion unterstützen und so bestenfalls alle Münsteranerinnen und Münsteraner mit einer Maske ausgestattet werden können: „Wer Masken nähen möchte und nicht weiß, wie er sie verteilen kann, sollte sich an die städtische Corona-Hotline wenden. Hier wird dann auch die Entgegennahme, die möglichst wohnortnah erfolgen soll, geregelt.“

Sein Dank richtet sich nicht zuletzt auch an die Apothekerkammer - sie koordiniert die Verteilung der Masken. „Die Apotheken in Münster bleiben auch und gerade während der Corona-Pandemie geöffnet und als nahegelegene Anlaufstelle für die Patienten erhalten“, so Apothekerin Angelika Plassmann, Sprecherin der Apotheker vor Ort. Viele Apotheken unterstützen auf diesem Wege daher gerne das Engagement der Freiwilligen, damit deren selbstgenähte Masken auch bei den Bürgern ankommen.

Münster näht und hält zusammen

„Hier wird christliche Nächstenliebe gelebt“, sagt Stadtdekan Jörg Hagemann, „den Menschen in Münster ist es wichtig, etwas für ihre Mitmenschen zu tun.“ Auch der stellv. Superintendent Thomas Groll hebt das Engagement der Menschen und auch deren Beharrlichkeit hervor. Gerade jetzt, da sich angesichts der Krise viele daheim ein Stück weit hilflos fühlten, sorge die Aktion für Unterstützung auf beiden Seiten: „Sie denken nicht nur an sich, sondern auch an andere, die eben nicht diese Näh-Fertigkeiten haben.“

Gemeinsam hofft man nun auf weiteren, zusätzlichen Schwung für die Aktion: Münster hält zusammen, Münster näht zusammen – damit möglichst viele Menschen  vor einer möglicherweise lebensgefährlichen Infektion geschützt werden können.

Was beim Tragen zu beachten ist

Die Stoff-Masken sollten möglichst täglich bei 60 Grad gewaschen werden. Wichtig ist auch, dass diese nur an den Bändern berührt, entsprechend angelegt und abgenommen werden. Die elementaren Hygieneregeln sind dabei weiterhin zu beachten – so beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten, nicht ins Gesicht fassen. Eine Pflicht, diese Stoffbarrieren zu tragen, gibt es jedoch nicht.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

    Foto: dpa
  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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