Corona-Krise in Münster
Gastronomen spenden Schutzkleidung

Münster -

Weil das Restaurant der Hafenkäserei derzeit, wie alle anderen auch, geschlossen ist, hatte Koch Kim Ward eine Idee. Er will aus der Situation das Beste machen und die Hygienemittel und Schutzkleidung, die in der Küche des Restaurants zurzeit nicht genutzt werden kann, an Arztpraxen spenden.

Donnerstag, 09.04.2020, 21:15 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 15:27 Uhr
Kim Ward braucht derzeit keine Einweghandschuhe – die Küche der Hafenkäserei ist geschlossen. Deshalb hat der Koch alle Schutzmittel gespendet und ruft Kollegen auf, das gleiche zu tun.
Kim Ward braucht derzeit keine Einweghandschuhe – die Küche der Hafenkäserei ist geschlossen. Deshalb hat der Koch alle Schutzmittel gespendet und ruft Kollegen auf, das gleiche zu tun. Foto: privat

„Ich habe immer öfter gehört, dass es bei den Krankenhäusern und Hausarztpraxen ein Versorgungsproblem gibt“, sagt der 34-jährige Ward.

Seine Chefs haben die Aktion sofort unterstützt. „Wir fanden die Idee super und wollen mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt Daniel Asselmann, Geschäftsführer der Hafenkäserei.

Freundin hatte Idee

Auf die Idee gebracht hatte Ward eine Freundin, die beim Hochwasser in Münster eine Selbsthilfegruppe über Facebook mitkoordiniert hatte: „Sie hatte von damals noch ganz viel Schutzkleidung im Keller und hat das alles ihrer Hausärztin gespendet.“ Er sei überzeugt davon, dass viele andere sich der Spendenaktion anschließen würden, sagt Ward. „Wir sind ja nicht das einzige betroffenen Restaurant, und ich denke, dass viele Gastronomen hilfsbereit sind.“ Doch nicht nur seine Kollegen ruft der Koch zum Spenden auf: „Es geht ja vor allem um Handschuhe, Mund-Nasen-Schutzmasken und Desinfektionsmittel, das wird auch in Friseursalons und Nagel- und Tattoostudios verwendet.“

Kim Ward ist sich bewusst, dass die Schutzmittel, über die diese Berufsgruppen verfügen, wohl nicht medizinischen Standards entsprechen und beispielsweise nicht bei der Behandlung eines Corona-Patienten eingesetzt werden dürfen. „Aber ich denke in diesen Zeiten ist jeder Schutz besser als gar keiner“, sagt er. Es gehe ihm vor allem darum, „ein Zeichen für Solidarität zu setzten.“

Hausärzte freuen sich über Engagement

Dr. Ralf Becker vom Hausärzteverbund Münster (HVM) freut sich über das Engagement des Kochs. „Wir haben seit Beginn der Krise zu wenig Schutzmaterial“, sagt Becker. Das habe zur Folge, dass viele seiner Kolleginnen und Kollegen den Patienten schutzlos gegenüber stehen.

„Das kann im direkten Kontakt zu Infektionen des Arztes und des Personals führen. Bislang konnten wir nur unter schwierigen Umständen Schutzmaterial organisieren – nun erhalten wir zwar Schutzmittel, jedoch in unterschiedlicher Qualität und Menge“, sagt Becker.

Interessierte können sich unter 0251/98 29 700 an das Managementbüro des HVM wenden.

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