Ostern im Evangelischen Kirchenkreis
Hoffnung über die Krise hinaus

Münster -

Wie der christliche Glaube in der Coronakrise Perspektive und Hoffnung über die Krise hinaus schenkt – dies zeigt die Predigt im Ostergottesdienst in der Apostelkirche.

Montag, 13.04.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 13.04.2020, 20:20 Uhr
Der stellvertretende Superintendent Thomas Groll und Pfarrerin Judith Schäfer feierten gemeinsam den Ostergottesdienst in der Apostelkirche.
Der stellvertretende Superintendent Thomas Groll und Pfarrerin Judith Schäfer feierten gemeinsam den Ostergottesdienst in der Apostelkirche. Foto: Lukas Pietzner

„Was ist das für ein Osterfest in diesem Jahr…?!“ Mit dieser Feststellung leitete der stellvertretende Superintendent Thomas Groll seine Predigt im Ostergottesdienst in der Apostelkirche ein, der – im Vorfeld aufgezeichnet – online abrufbar war. Keine Gottesdienste in den Kirchen, keine Familientreffen, schwerstkranke, auch sterbende Menschen an diesen Feiertagen, so beschrieb der zurzeit leitende Pfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Münster die verstörende Situation des Osterfestes in der Coronakrise in einer Mitteilung des Kirchenkreises.

Auch das Osterereignis vor gut 2000 Jahren sei verstörend gewesen, so Groll, der den für den Kirchenkreis angebotenen Gottesdienst mit Pfarrerin Judith Schäfer gestaltete. In einem Dialog bezogen sich die Theologen auf die Emmausgeschichte, eine biblische Erzählung über zwei trauernde Weggefährten Jesu, die nach dessen Tod unterwegs sind und schließlich in der Begegnung mit dem Auferstandenen Verwandlung erfahren. Zwei Menschen in schwierigen Zeiten auf dem Weg – ein in diesen Tagen der Kontaktbeschränkung nahes Bild wurde damit aufgenommen.

„Unser christlicher Glaube wurzelt in einer großen Krise, und manche Krise in unserem Leben verstört uns so sehr, dass wir nur noch sie sehen. Doch unser Glaube will uns gerade Perspektive und Hoffnung über die Krise hinaus schenken“, so Groll. Viele Dinge, die sich in der Coronakrise zeigten, von einem gut vorbereiteten Gesundheitssystem über schnelle wirtschaftliche Hilfe für Unternehmen bis zu kleinen Hilfen in der Nachbarschaft, seien Hoffnungszeichen. Wichtig bleibe auch, dass die Schwächsten und Ärmsten wie Wohnungslose oder Geflüchtete nicht aus dem Blick gerieten, mahnte Groll. Eine Krise offenbare immer die besten Möglichkeiten einer Gesellschaft, aber auch ihre härtesten Grenzen.

Musikalisch gestaltet wurde der Ostergottesdienst von Popkantor Hans Werner Scharnowski und Kreiskantor Konrad Paul. Mit Jan Primke, Gitarre und Gesang, Michael Nestler, Violine, sowie einem vierstimmigen Chor sorgte Hans Werner Scharnowski für ein lebendiges Musikprogramm.

Dem zentralen Online-Gottesdienst des Kirchenkreises zu Ostern war ein weiterer zu Karfreitag vorausgegangen, aufgenommen in der Kirche an der Burg in Lüdinghausen. Unter dem Titel „Nichts geht mehr!?“ setzten Pfarrerin Silke Niemeyer und Pfarrer Dr. Moritz Gräper, Kreuzesworte Jesu in Bezug zu menschlichen Leidenserfahrungen und stellten Verbindungen her zum gegenwärtigen Lebensgefühl in der Coronakrise. Darüber hinaus gab es ein vielfältiges Angebot – von Osterboxen über Material für Osterspaziergänge, virtuelle Gottesdienstangebote bis hin zu einer „Digitalen Osternacht“ für Jugendliche.

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