Übergangseinrichtungen in der Corona-Krise
Unterstützung für Flüchtlinge und Wohnungslose

Münster -

Wohnungslose und Flüchtlinge werden in Münster während der Corona-Krise in Übergangseinrichtungen betreut. Ein Infektionsfall ist in den Einrichtungen bislang nicht bekannt. Dennoch gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln.

Dienstag, 14.04.2020, 11:17 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 11:30 Uhr
Übergangseinrichtungen in der Corona-Krise: Unterstützung für Flüchtlinge und Wohnungslose
Eine der Anlaufstellen für Wohnungslose mit Essensausgabe ist am Albersloher Weg / Hafengrenzweg in Zusammenarbeit mit dem THW eingerichtet worden. Auch Sanitärcontainer stehen zur Verfügung. Träger der Wohnungslosenhilfe kümmern sich, unterstützt von Ehrenamtlichen, um die Organisation vor Ort. Foto: Presseamt Münster

Das Sozialamt betreut in der Stadt verschiedene Übergangseinrichtungen, in denen Menschen leben, die aktuell nicht über eine eigene Wohnung verfügen oder als Asylsuchende noch keinen Zugang zu privatem Wohnraum haben. In den städtischen Flüchtlingseinrichtungen stehen dafür knapp 2400 Plätze zur Verfügung, in den Wohnungsloseneinrichtungen weitere rund 250 Plätze, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Hinzu kommen im Bereich der Wohnungslosenhilfe die Wohn- und Übernachtungsangebote der freien Träger für alleinstehende Menschen.

In der Zeit der Corona-Krise geht es auch in diesen Einrichtungen darum, die erforderlichen Hygieneempfehlungen in der Beratung und Begleitung der Menschen umzusetzen und die Rahmenbedingungen für das Wohnen in den Einrichtungen so zu gestalten, dass die Menschen dort gesund und sicher leben können.

Bislang kein Infektionsfall

Aktuell ist kein Infektionsfall bekannt. Um darauf vorbereitet zu sein, hat das Sozialamt mit dem Amt für Immobilienmanagement und den Trägern Maßnahmen für Infektions- und Quarantänesituationen entwickelt, um im Bedarfsfall reagieren zu können.

Alle Infos

Alle relevanten Informationen für geflüchtete Menschen finden sich auch auf der Seite: www.muenster.de/fuer_fluechtlinge.html

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Die Leiterin des Sozialamtes, Dagmar Arnkens-Homann, berichtet: "Wir sind vorbereitet. Im Fall einer Corona-Infektion werden die betroffenen Personen entweder in ihrer aktuellen Unterkunft in gesonderten Bereichen isoliert oder in andere geeignete Bereiche verlegt. Auch Familienmitglieder können im Einzelfall von erkrankten Personen so separiert werden, dass sie weiterhin in geschütztem Rahmen Kontakt zueinander haben und Einkäufe zur Versorgung übernehmen können. Bei Bedarf steht die Einkaufshilfe der Wohlfahrtsverbände zur Verfügung. Schwer erkrankte Bewohner werden selbstverständlich in Kliniken eingewiesen."

Beratung über Telefon und E-Mail

Städtische Sozialarbeiter stehen über Telefon und E-Mail täglich im Kontakt mit den geflüchteten Menschen. Einmal pro Woche findet in jeder Unterkunft im geschützten Rahmen eine persönliche Sprechstunde statt, die intensiv wahrgenommen wird. Die Träger der Wohnungslosenhilfe sind rund um die Uhr für die wohnungslosen Menschen da, die in deren Einrichtungen vorübergehend leben.

Gerade im Bereich der Flüchtlinge legt die Verwaltung großen Wert auf eine umfassende Aufklärung und informiert mehrsprachig über das Virus und die jeweils aktuellen Erlasse und Verordnungen. Die notwendigen Hinweise zum Coronavirus stehen den Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer jeweiligen Muttersprache zur Verfügung. Sie sind in mittlerweile 28 Sprachen auf den Seiten des Kommunalen Integrationszentrums zusammengefasst.

Lob der Sozialamtsleiterin

"Insgesamt lässt sich sagen, dass die Bewohner in allen Einrichtungen der Flüchtlings- und Wohnungslosenhilfe sich fast durchgehend so verhalten, wie dies in Zeiten von Corona erforderlich ist", bilanziert Dagmar Arnkens-Homann.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

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  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

    Foto: dpa
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