Weltpinguintag
Frack an - nicht nur zum Gedenktag

Münster -

Weißer Bauch, schwarzer Frack und eine roserote Brille: Die Brillenpinguine im Allwetterzoo sind - außerhalb der Corona-Zwangspause - ein Publikumsmagnet. Ihnen und all ihren Artgenossen ist der 25. April gewidmet - der Weltpinguintag.

Samstag, 25.04.2020, 10:00 Uhr
Weltpinguintag: Frack an - nicht nur zum Gedenktag
Die Brillenpinguine erfreuen sich im Allwetterzoo großer Beliebtheit. Foto: Allwetterzoo Münster

Aus der modernen Pop- und Medienkultur sind sie nicht mehr wegzudenken. Egal, ob als gleichnamiger Superschurke in den Batman-Comics, als animierte Knetfigur Pingu oder als Tux, das Maskottchen von Linux, Pinguine sind beliebt und allgegenwärtig.

Nur in der Natur, da sieht die Situation nicht so rosig aus. Immer mehr Pinguin-Arten leiden laut einer Pressemitteilung des Allwetterzoos unter Klimawandel, der Zerstörung ihrer Lebensräume sowie der Überfischung der Meere. Um auf die prekäre Situation der sympathischen Fragträger hinzuweisen, wird seit 2008, immer am 25. April, der internationale Weltpinguintag begangen.

Bestände nehmen immer weiter ab

Im Allwetterzoo Münster lebt eine Kolonie Brillenpinguine. In der Natur leben sie an der Küste Namibias, der West- und Südküste Südafrikas sowie gelegentlich an den Küsten Angolas und Mosambiks. Allerdings nehmen die Bestände in ihrem natürlichen Lebensraum immer weiter ab und die Art gilt seit 2012 als stark gefährdet.

Tiere im Allwetterzoo Münster

1/59
  • Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Geduckt: ein Strauß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard im Schnee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

„Weißer Bauch, schwarzer Frack und eine rosarote Brille: Auf den ersten Blick sehen unsere Pinguine alle ziemlich gleich aus. Trotzdem kann man sie auseinander halten – wenn man genau hinschaut. Jeder Pinguin hat nämlich ein ganz eigenes Punktmuster auf der Brust, das so einmalig ist wie unser Fingerabdruck“, erklärt Dr. Simone Schehka, Kuratorin im Allwetterzoo.

Warum Jungtiere nicht ins Wasser gehen

Und auch die in diesem Jahr geschlüpften Tiere sind mittlerweile so weit in ihrer Entwicklung, dass sie ihre individuelle Zeichnung entwickelt haben. „Wenn die Jungtiere schlüpfen, haben sie noch ein weiches Daunenfell. Mit dem können sie noch nicht ins Wasser, die würden sich zu sehr mit Wasser voll saugen.“

Pinguine gehen erst ins Wasser, wenn ihr Gefieder voll ausgebildet ist. Doch auch das neue, dichte Federkleid will vorbereitet werden: Die Vögel fetten es mit dem Öl aus ihrer Bürzeldrüse am Schwanzansatz ein und machen es so wasserabweisend.

Alle 18 existierenden Pinguinarten sind fast nur auf der Südhalbkugel zu finden.

Dr. Simone Schehka, Kuratorin im Allwetterzoo

Am internationalen Weltpinguintag geht es aber nicht nur um die Brillenpinguine. Denn was der Eisbär für den Nordpol ist, ist der Pinguin für den Südpol. „Alle 18 existierenden Pinguinarten sind fast nur auf der Südhalbkugel zu finden – sieben Arten leben in der Antarktis und auf subantarktischen Inseln“, sagt die Kuratorin.

Laut Umweltbundesamt deuten mehrere Forschungsergebnisse auf zum Teil dramatische Einbußen bei Pinguinbeständen hin. Schuld sei der klimabedingte Rückgang des Meereises, der wiederum zu geringeren Krillbeständen geführt hat. Krill, das sind kleine Leuchtgarnelen, bilden die Hauptnahrungsquelle von vielen Fischen, die wiederrum den Pinguinen als Nahrung dienen – sofern sie nicht in den Netzen von Fischern landen.

Tag des Erscheinens der Kaiserpinguine

Das der Weltpinguintag am 25. April stattfindet, hat einen guten Grund. „Der Tag markiert die Wanderung der Kaiserpinguine in der Antarktis zu ihren Brutplätzen im Norden. Wissenschaftler auf der amerikanischen McMurdo-Station in der Antarktis hatten bemerkt, dass die Tiere nach vielen Monaten auf See in ihre Brutkolonie an Land zurückkehren - zuverlässig jährlich am 25. April zur selben Stelle“, so Dr. Simone Schehka zu diesem immer wiederkehrenden Termin. „Der Tag des Erscheinens der Pinguine wurde für die Forscher zu einem eigenen Feiertag, der sich nach und nach weltweit etablierte.“

Anders als die Kaiserpinguine, die für die Terminierung des internationalen Weltpinguintages verantwortlich sind, ist der Brillenpinguin deutlich kleiner als seine Verwandten vom Südpol. „Der Kaiserpinguin erreicht eine Körpergröße zwischen 100 und 130 Zentimeter und wiegt zwischen 22 und 37 Kilogramm. Unsere Brillenpinguine erreichen eine Gesamtlänge von 60 bis 70 Zentimeter und ein Gewicht von ca. drei Kilogramm.“

Mehr als 60 Pinguine in Münster

Das Revier der Brillenpinguine im Allwetterzoo Münster beherbergt über 60 Tiere. Der „Swimmingpool“ der Pinguine fasst 45 Kubikmeter Wasser. Um es nicht wöchentlich wechseln zu müssen, wird es gereinigt. Dafür wird das Wasser aus dem Pinguinbecken zuerst in ein Ruhebecken gepumpt, wo es von groben Verunreinigungen befreit wird. Dann wird das Wasser gewaschen.

In der zweiten Stufe ist ein Trommelbecken. Das Verfahren ist vergleichbar mit dem einer Waschmaschine. Der Trommelfilter dreht sich und dadurch werden Schmutzpartikel nach außen geschleudert. Der Dreck wird dann mit einem Schaber aufgefangen und entsorgt. Im dritten und letzten Becken wird das Wasser dann von „unsichtbaren“ Verschmutzungen befreit. Mittels ultravioletten Licht werden Bakterien vernichtet und das Wasser kann am Ende gereinigt zurück ins Pinguinrevier gepumpt werden. 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7383229?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker