Jedes Handy hilft
Recyceln für den Artenschutz

Wer hat nicht noch eines in der Schublade? Ein ausgedientes Smartphone. Wichtig ist jedoch, das alte Geräte fachgerecht zu entsorgen. Wer das im Allwetterzoo tut, unterstützt damit sogar noch den Artenschutz.

Samstag, 02.05.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 02.05.2020, 14:54 Uhr
Jedes Handy hilft: Recyceln für den Artenschutz
Der Lebensraum der Flachlandgorilla wird für den Abbau von Coltan zerstört. Foto: Allwetterzoo Münster

Die vergangenen Wochen haben viele Menschen genutzt, um einmal so richtig aufzuräumen. Dabei haben nicht wenige auch alte elektronische Geräte gefunden, die schon seit mehreren Monaten in den Schubladen liegen und nicht mehr genutzt werden.

Dazu zählen insbesondere viele Mobiltelefone und Smartphones. Doch statt diese Zeitzeugen einer immer schneller werden mobilen Kommunikationstechnologie auf den Wertstoffhof zu bringen, können die alten Handys auch beim nächsten Besuch des Allwetterzoo Münsters mitgenommen und entsorgt werden.

Zerstörung von Lebensräumen

Mobile Hightech-Kommunikation in der EU und Artenschutz in den entlegensten Winkeln unserer Erde, jenseits der Zivilisation wie Europäer sie kennen? Ja, hier gibt es einen Zusammenhang. Einen gravierenden sogar.

Denn das menschliche Konsum- und Nutzungsverhalten von Mobiltelefonen und Co hat direkte Auswirkungen für die Tier und Pflanzenwelt in verschiedenen Winkeln und Ländern der Erde. So werden für den Abbau von seltenen Erden und anderen Rohstoffen, die für den Bau von Mobiltelefonen notwendig sind, ganze Landstriche und damit Lebensräume zerstört.

Es wurden bereits mehrere tausend Handys gesammelt und recycelt.

Kurator Marcel Alaze

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist es wichtig, dass alte und ausrangierte Mobiltelefon fachgerecht entsorgt und somit am Ende in ihre Bestandteile zerlegt werden können. Deswegen hat der Allwetterzoo seit 2007 eine „Handy-Sammel-Station“.

„Die Box zur Entsorgung ausgedienter Geräte steht im Eingangsbereich und es wurden bereits mehrere tausend Handys gesammelt und recycelt“, so Kurator Marcel Alaze. „Seit 2017 arbeitet der Allwetterzoo Münster mit der AfB-Group aus Düren in diesem Bereich zusammen.“ Das Unternehmen engagiert sich nicht nur mit uns zusammen für den Artenschutz, sondern auch sozial, denn AfB steht für „Arbeit für Menschen mit Behinderung“.

Gewinne für die Artenschutzaktivitäten

Die Firma hat sich darauf spezialisiert, ausgemusterte IT- und Mobilgeräte von Unternehmen, Versicherungen, Banken und öffentlichen Einrichtungen zu übernehmen und dabei so viele Geräte wie möglich wieder zu vermarkten.

Die AfB-Group zahlt dem Allwetterzoo 3,50 Euro pro Gerät das wiedervermarktet, und 0,40 Euro für jedes Mobilgerät das recycelt wird. Die Gewinne verwendet der Zoo für seine Artenschutzaktivitäten in Münster sowie auch in Kambodscha, wo das ACCB liegt, eine Artenschutzeinrichtung, die zu 100 Prozent dem Allwetterzoo Münster gehört.

In jedem Fall helfen die Handys aus Münster nicht nur den Artenschutzbemühungen des Zoos, sondern auch dem Überleben der Gorillas in Afrika.

Kurator Marcel Alaze

Die AfB-Group verwertet nicht nur einzelne Bestandteile ausgedienter Mobiltelefone, sondern sammelt wiedereinsatzfähige Geräte auch zur weiteren Benutzung. „In jedem Fall helfen die Handys aus Münster nicht nur den Artenschutzbemühungen des Zoos, sondern auch dem Überleben der Gorillas in Afrika“, wirbt der Kurator für das Spenden alter Handys. Denn jedes Mobiltelefon enthält neben Rohstoffen wie Gold oder Aluminium und Schadstoffen wie Arsen oder Blei auch das seltene und teure Metall Tantal, das aus dem Erz Coltan gewonnen wird.

Rund 80 Prozent der weltweiten Coltan-Vorkommen liegen in der Demokratischen Republik Kongo und damit im Lebensraum der Östlichen Flachlandgorillas. „Durch illegalen Abbau und kriegerisch geführte Auseinandersetzungen um das wertvolle Erz sind die Gorillas und alle anderen Tiere und Pflanzen in dieser biologisch sehr bedeutsamen Region in ihrem Bestand höchst bedroht. Diese Tatsache sollte sich jeder bewusst machen, der ein neues Handy erwirbt“, sagt Alaze weiter.

Region ist stark umkämpft

Wie ernst und umkämpft die Region mit ihren Bodenschätzen ist, machte vor wenigen Tagen auch die traurige Mitteilung aus dem Kongo deutlich. Bei einem Angriff auf einen Konvoi nahe dem Virunga-Nationalpark im Kongo sind Ende April zwölf Ranger und fünf weitere Menschen getötet worden.

Die Ranger waren dort zum Schutz der letzten noch in freier Wildbahn lebenden Berggorillas eingesetzt. Die Tat ist in der Nähe der Parkverwaltungszentrale in Rumangabo verübt worden. Neben den Todesopfern gab es mehrere Verletzte. Wie diverse Nachrichtenagenturen mitteilen, vermuten die örtlichen Behörden, dass die Angreifer aus den Reihen der Rebellenorganisation FDLR (Forces Démocratiques de Libération du Rwanda – Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) stammten.

Dezimierung der Gorillabestände

Der Virunga-Nationalpark an der Grenze zu Uganda und Ruanda ist weltweit vor allem für seine dort lebenden Berggorillas bekannt, die nur in dieser Region leben. Der Park und seine Ranger werden dabei immer wieder durch Milizen und Wilderer bedroht. Im Ost-Kongo sind mehrere Milizen aktiv, denen es vor allem um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze geht.

Gorillas werden aber auch durch Viehhirten, Holzfäller, Gras- und Honigsammler, Wasserholer, Schmuggler sowie Wilderer in ihrem Lebensraum gestört und eingeschränkt. Letztere tragen zudem aktiv zur Dezimierung der Gorillabestände bei. Wilderer legen Schlingen aus, um Ducker (kleine Antilopen) zu fangen, doch in diese Fallen geraten auch Gorillas. Oft können sie die Schlinge nicht entfernen und verlieren die Hand oder den Fuß oder sterben durch Wundbrand. In einigen Regionen werden Gorillas auch direkt zum Verzehr bejagt, auch wenn dies gesetzlich verboten ist.

Spende kommt bedrohten Tieren zugute

Deswegen beim nächsten Besuch im Allwetterzoo Münster nicht vergessen, die alten Handys mitzubringen und in die entsprechende Sammelbox zu werfen. „Auch Firmen, Schulklassen oder Vereine können gerne Handys sammeln und diese gebündelt bei uns abgeben  –  die vereinbarte Spende kommt auf jeden Fall unseren Artenschutzprojekten und damit bedrohten Tieren zugute“,  wirbt Marcel Alaze.

Streifzug durch den Allwetterzoo

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  • Varis zählen zu den Lemuren. Sie sind nur im Osten und Südosten Madagaskars verbreitet. Dort sind diese Halbaffen vor allem durch die Zerstörung ihres Lebensraumes Regenwald von der Ausrottung bedroht. Bei den Varis unterscheidet man zwei Unterarten: Neben den in Münster lebenden Schwarzweißen Varis gibt es die noch selteneren Roten Varis.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Eingang - Der Allwetterzoo Münster 

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Geparde waren einst weit über Afrika und Asien verbreitet. Heute existieren nur noch Restbestände in süd- und ostafrikanischen Schutzgebieten sowie südlich des Kaspischen Meeres. Im Allwetterzoo leben derzeit sechs dieser sehr schnellen Sprinter.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Bongo-Nachwuchs, dabei handelt es sich eine Waldantilope, bei seinem ersten Ausgang im Revier des Allwetterzoos. Im Allwetterzoo leben Östliche Bongos. Diese leben nur in kleinen Waldgebieten Kenias und gelten als vom Aussterben bedroht.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Kleine Frackträger. Die Brillenpinguine im Allwetterzoo gehen bei Wind und Wetter gerne ins Wasser.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Von der Küste Ostafrikas und den Maskarenen bis Kiribati und Samoa. Der Paletten-Doktorfisch kommt in den Territorialgewässern von über 50 Ländern oder abhängigen Gebieten vor.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • In seinen natürlichen Lebensraum, dem Pátzcuarosee-Querzahnmolche, ist er nahezu ausgestorben. Neben drei weiteren Zoos in Deutschland ist auch der Allwetterzoo Münster aktiv in der Nachzucht dieser besonderen Tiere.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Nachwuchs der Bennett-Kängurus ist gar nicht so leicht zu fotografieren, fühlt sich das Jungtier im Beutel des Muttertieres doch augenscheinlich sehr wohl.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Leoparden sind sehr anpassungs­fähig und kommen in fast allen Lebensräumen Afrikas und Asiens vor. Sie sind die besten Kletterer unter den Katzen und erklimmen geschickt selbst senkrechte Stämme.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Sibirischen Tiger hier „Fedor“ sind die größten heute lebenden Raubkatzen. Ausgewachsene Männchen können bis zu 300 kg wiegen.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Elefanten sind die schwersten Landtiere. Mit einem Gewicht von 3 bis 5 Tonnen und einer Schulter­höhe von max. 3,5 m wird der Asiatische Elefant (Bild) nur noch vom Afrikanischen Elefanten mit einem Gewicht von 4 bis 6,5 Tonnen und einer max. Höhe von 4 m über­troffen. 

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Für andere Steppentiere haben die Strauße eine wichtige Wächterfunktion übernommen. Weit ragt ihr Kopf auf dem langen, nur spärlich befiederten Hals über die Ebene hinaus, und den aufmerksamen Vögeln entgeht nur schwer ein Feind. Die Augen, durch dichte Wimpern vor Staub geschützt, beobachten unaufhörlich die Umgebung.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Das Trampeltier kommt als Wildtier nur noch in winzigen Restbeständen in der Wüste Gobi vor. Daneben wurde schon vor etwa 4.500 Jahren eine Haustierform gezüchtet. Im Kinder- und Pferdepark bewohnen die Trampeltiere gemeinsam mit den Przewalski-Urwildpferden eine große Anlage.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Seepferdchen sind Fische, die ausschließlich im Meer leben. Sie fallen besonders durch ihre Gestalt auf, die nur wenig an einen Fisch erinnert. Ihr Kopf ähnelt dem eines Pferdes, ihr Hinterleib gleicht eher einem Wurm.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Hinweisschild im Eingangsbereich

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Faultiere hängen überwiegend mit nach unten gekehrtem Rücken im Geäst des tropischen Regenwaldes und bewegen sich, wenn überhaupt, nur langsam hangelnd fort. Am Boden laufen sie unbeholfen - schwimmen können sie hingegen auffällig gut.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Name Orang-Utan bedeutet im Malaiischen „Waldmensch“ und entstammt dem Glauben der einheimischen Bevölkerung. Auf Borneo und Sumatra geht man davon aus, dass die Affen früher Menschen waren und auch sprechen könnten. Sie würden nur darauf verzichten, um nicht zur Arbeit gezwungen zu werden. Einst hätten sie die Götter beleidigt und wären daraufhin in den Wald verbannt worden.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Rotscheitelmangaben sind sehr gesellig. Sie leben in Gruppen von bis zu 60 Tieren zusammen. In der Regel bestehen diese aus mehr Weibchen als Männchen und werden vom jeweils ranghöchsten Weibchen angeführt.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Löwen bewohnen offene Steppen, lichte Trockenwälder und steinige Halbwüsten bis zu einer Höhe von 3500 m. Sie kommen vorwiegend in Afrika südlich der Sahara und mit nur noch wenigen, sehr bedrohten Exemplaren in Vorderindien vor. Stets meidet der Löwe dichte Wälder.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Da Nashörner vom Aussterben bedroht sind, kommt der Zucht in Zoos eine große Bedeutung zu. Deshalb schicken Zoos weltweit die Tiere regelmäßig auf Hochzeitsreisen und hoffen, dass der Funke überspringt! Leider ist das nicht immer der Fall und so werden in ganz Europa leider nur wenige Nashörner pro Jahr geboren.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Mit einem Gewicht von bis zu 1000 kg und einer Schulterhöhe von etwa 2 m ist der Gaur das größte aller Wildrinder. Auffallend an der Kopfform sind die abstehenden Ohren und insbesondere beim Männchen die breite, kräftige Stirn. Der Gaur lebt in Herden in den Bergwaldregionen im Süden Asiens.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Malaienbären leben in den tropischen Regenwäldern Südostasiens. Sie gehören zur Familie der Großbären, also mit zu den größten Landraubtieren der Erde. Jedoch ist der ausgewachsene Malaienbär mit bis zu 1,50 Meter Länge und 50 bis 65 Kilogramm Körpergewicht der kleinste Vertreter der Großbären.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Stachelschweine haben die längsten Stacheln aller Säugetiere. Die Stacheln sind umgewandelte Haare.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Kegelrobbe ist in den Küstengebieten des nördlichen Atlantiks und in Nordsee und Ostsee beheimatet. Von den Ohrenrobben unterscheiden sich die Kegelrobben nicht nur durch das völlige Fehlen der äußeren Ohren, sondern auch durch die Ausbildung ihrer Gliedmaßen, die sie als hochangepasste Wassersäuger kennzeichnen.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Asiatische Zwergotter, die kleinste Otterart, wird wegen ihrer kurzen Krallen an den Fingern auch als Kurzkrallenotter bezeichnet.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Przewalski-Urwildpferde leben in direkter Nachbarschaft zu den Trampeltieren. Sie teilen sich ein 2000 m² großes Gelände.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Gorillas sind die schwersten und größten aller Affen. Ihre nächsten Verwandten, zu denen Bonobos, Schimpansen, Orang‑Utans und auch der Mensch gehören, sind deutlich leichter.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Lustige Meerschweinchen, winzige Schafe, freche Ziegen und riesige Hühner – im Streichelzoo ist gerade nicht viel los.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Im Affenhaus gibt es eine perfekte Südamerika-Wohngemein­schaft: Den oberen Teil der Anlage bewohnen Goldene Löwenaffen und Zwergseidenäffchen. „Untermieter“ auf dem Boden sind zwei Südliche Kugelgürteltiere.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Echte Nesthocker sind die Geier des Allwetterzoo Münster und gehen mit gutem Beispiel voran – Stichwort #stayathome. Was das Team des Allwetterzoos aber besonders freut, nicht nur die Gänsegeier brüten in diesem Frühjahr, sondern auch die Mönchsgeier.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Streifengnus sind große, kräftig gebaute Antilopen. Ihre Widerristhöhe beträgt bis zu 140 cm, sein Gewicht meist um die 250 kg. Der stattliche, schmale Kopf hat eine breite Schnauze mit schlitzförmigen Nasenlöchern, die von einer Hautfalte bedeckt werden.

    Foto: Allwetterzoo Münster
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