Kampagnenstart am Feiertag
Gemeinsam durch die Corona-Krise: Münsters Gastronomen zeigen Flagge

Münster -

Überraschungscoup der münsterischen Gastronomen: Mit einer großformatigen Anzeige in der Zeitung, einem gemeinschaftlichen Video und einer klug inszenierten Social-Media-Kampagne („GastroKulturMünster“) zeigen Hoteliers, Gastwirte und Clubbesitzer in Münster Flagge und Zusammenhalt – und das an einem Feiertag, an dem normalerweise das Geschäft brummt. Doch in Corona-Zeiten brummt gar nichts. 

Freitag, 01.05.2020, 16:54 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 18:29 Uhr
Kampagnenstart am Feiertag: Gemeinsam durch die Corona-Krise: Münsters Gastronomen zeigen Flagge
In der Zeitungsanzeige zeigen die Gastronomen aus Münster Gesicht und halten Schilder in die Höhe, auf denen die Zahl ihrer Mitarbeiter geschrieben steht. Foto: GastroKulturMünster

Viele Gastronomen sind in Schieflage geraten, hunderte Arbeitsplätze bedroht, Existenzen akut gefährdet. Mit der Kampagne demonstrieren die Gastronomen Zusammenhalt in schweren Zeiten und werben um Solidarität. Jetzt und in Zukunft.

Wie diese Zukunft aussieht, steht in den Sternen. Optimisten hoffen, im Laufe des Monats Mai wieder öffnen zu können, wenn auch vielleicht nur in eingeschränkter Form. Bis dahin gehen viele Wochen ins Land – Wochen, in denen die Gastronomen Durchhaltevermögen brauchen, vor allem aber an einer gemeinsamen Perspektive arbeiten wollen. „Wir haben uns zusammengefunden um die vielfältige Gastronomielandschaft mit all ihren Facetten zu erhalten und unsere Existenzen zu retten“, schreiben die GastroKulturMünster-Initiatoren auf neu eingerichteten Facebook-und Instagram-Profilen. „Auf dieser Seite möchten wir euch zeigen, wer wir sind, euch informieren welche Schritte wir unternehmen und welche Erfolge wir erreichen. Aber auch was schief läuft und wo wir eure Unterstützung brauchen.“

„Vielfältige Gastronomielandschaft erhalten“

In der Zeitungsanzeige in den Westfälischen Nachrichten und in dem mit Unterstützung von Münster4Life erstellten Video zeigen die Gastronomen aus Münster Gesicht und halten Schilder in die Höhe, auf denen die Zahl ihrer Mitarbeiter geschrieben steht, die durch die Corona-Krise seit Wochen um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen. Pro Betrieb sind es oft Dutzende, in Summe mindestens mehrere Hundert.

An der Kampagne beteiligen sich Hoteliers und Gastwirte genauso wie Caterer oder Clubbesitzer. Der Kaiserhof, das Schloss Wilkinghege und das Hotel Feldmann sind ebenso mit von der Partie wie der Hot Jazz Club und das Idéal, das Heaven und das Alte Gasthaus Leve oder das Lux und die Gorilla Bar. Und noch viele, viele weitere.

Das Facebook-Video wird geladen

Entstanden ist die Idee zu der Aktion in einer Gruppe von Gastronomen, die sich nach Beginn der Corona-Krise zusammengefunden hatten, um sich zuerst über die drängendsten existenziellen Fragen wie Kurzarbeit oder Kredite auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. „Nachdem die Aktion mit den leeren Stühlen in Münster nicht stattfinden durfte, haben wir uns gesagt: Jetzt müssen wir etwas Eigenes auf die Beine stellen“, berichten Pitti Duyster und Axel Bröker vom „Spatzl“. „Anfangs waren wir rund zehn Leute, mittlerweile sind wir über 60. Und es werden immer mehr. Alle ziehen mit, halten zusammen und helfen sich gegenseitig. Das wollen wir uns auch für die Zukunft bewahren.“

„Alle ziehen mit, halten zusammen“

Auch die Stadt Münster will aktiv zur Rettung der Gastronomie-Szene beitragen, wie Oberbürgermeister Lewe bei einem Krisengipfel am Donnerstag deutlich machte. Diskutiert werden unter anderem Steuererleichterungen und die Ausweisung zusätzlicher Außengastronomie-Flächen, sobald die Gaststätten wieder öffnen dürfen.

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