Preußenstadion unter der Lupe
Für Geisterspiele nicht gerüstet

Münster -

Morgen ist aus Sicht der Fußball-Fans der Tag der Entscheidung: Wird die Bundesliga mit Geisterspielen fortgeführt? Auch in der dritten Liga wird das Thema seit Wochen debattiert. Die Stadt Münster und der SC Preußen Münster äußern jetzt eine klare Meinung.

Dienstag, 05.05.2020, 17:55 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 09:24 Uhr
Preußenstadion unter der Lupe: Für Geisterspiele nicht gerüstet
Maskenball im Preußenstadion (v.l.): Frank Westermann, Bernd Niewöhner, Dr. Christina Cappenberg, Thomas Paal, Thomas Hennemann und SCP-Präsident Christoph Strässer Foto: Marcel Weskamp

Eine kategorische Absage war das durch Oberbürgermeister Markus Lewe nicht. Aber die große Skepsis war zu hören, als die Spitze der Stadt und die Entscheider von Preußen Münster im Stadion an der Hammer Straße in zwei Gruppen die Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs erörterten.

Stadtoberhaupt Lewe befand: „Solange wir Kindern und Jugendlichen aus Corona-Schutzgründen den Mannschaftssport in der Breite verbieten, können wir nicht vermitteln, dass Profifußballer wieder aufs Spielfeld dürfen.“

Ablehnende Haltung in Münster

Einen Tag vor der offiziellen Entscheidung über die Saison-Fortsetzung mit Geisterspielen in den Bundesligen war die ablehnende Haltung in Münster eindeutig. Das Mantra des Vereins ist, dass die Saison abgebrochen werden soll, man könne den hygienischen Schutz der Spieler und des betreuenden Stabes nicht garantieren.

SCP-Sportchef Malte Metzelder betonte zum wiederholten Male die gesellschaftliche Verantwortung und dieser auch gerecht werden zu wollen. Keine Extrawurst für den SCP. Aber: Starten die Bundesligen, kommt auch der Drittliga-Re-Start.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wären sie das falsche Signal.

Wolfgang Heuer

Es hörte sich nach einer Art Schulterschluss an, dass die Fortführung der Profi-Fußballsaison falsch sei. Wenige Tage zuvor hatte bereits Wolfgang Heuer, Leiter des Corona-Krisenstabes, auf Anfrage unserer Zeitung sein Unverständnis über die Geisterspiel-Pläne des DFB geäußert, und ergänzte am Dienstag: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wären sie das falsche Signal.“

Am Preußenstadion ruht nicht nur der Spiel-, sondern auch der Trainingsbetrieb komplett – seit sieben Wochen. In der 3. Liga haben dagegen 13 von 20 Vereinen die Übungsarbeit in Kleinstgruppen wieder begonnen.

Stadion nicht ausreichend gerüstet

Münsters Stadion sei nicht ausreichend gerüstet, um das Hygienekonzept des DFB erfüllen zu können, hieß es. Gerade im Innenbereich könnten die Vorgaben der DFB-Task-Force nicht umgesetzt werden. Die vorhandenen Räumlichkeiten kollidieren mit „Abstandsregeln und Hygienestandards“.

In Halle hat Oberbürgermeister Bernd Wiegand Geisterspiele ausgeschlossen, ansonsten müsste der HFC den Erdgas-Sportpark kurzfristig für rund 800.000 Euro umbauen. Auch in Kaiserslautern ist alles bis zum 11. Juni gesperrt. In Münster wollen die Verantwortlichen aktuell keine Aufnahme des Spielbetriebs.

Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass am Mittwoch an höherer Stelle anders entschieden wird.

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