Erlös für Menschen in Flüchtlingslagern
Näh-Aktion „Maske mit Herz“

Münster-Sprakel -

Der Erlös der Aktion „Maske mit Herz“ der Sprakeler Zahnärztin Tannaz Westerberg soll der Unterstützung von Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Chios zugute kommen. Fast 8000 Euro konnte sie schon sammeln.

Mittwoch, 06.05.2020, 06:01 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 06:10 Uhr
Eine Masken-Aktion zur Unterstützung von Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sowie zur Beschaffung von Schutzausrüstung, Bettlaken und Trinkwasser für Krankenhäuser in Shiraz (Iran) hat Dr. Tannaz Westerberg (Mitte) ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie dabei auch von Barbara Wehmeyer (l.) und Kerstin Witt.
Eine Masken-Aktion zur Unterstützung von Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sowie zur Beschaffung von Schutzausrüstung, Bettlaken und Trinkwasser für Krankenhäuser in Shiraz (Iran) hat Dr. Tannaz Westerberg (Mitte) ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie dabei auch von Barbara Wehmeyer (l.) und Kerstin Witt. Foto: privat

Fast 8000 Euro hat Dr. Tannaz Westerberg durch ihre Aktion „Maske mit Herz“ schon zusammen: Sie sollen eingesetzt werden zur Unterstützung von Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Chios sowie zur Beschaffung von Schutzausrüstung, Bettlaken und Trinkwasser für die Krankenhäuser in Shiraz (Iran).

Die Sprakeler Zahnärztin hat die Aktion schnell auf eine breite Basis gestellt und wird inzwischen von 16 Helfern in Münster unterstützt. „Das Projekt beflügelt viele“, freut sie sich.

1985 selbst geflüchtet

Die Situation der Flüchtlinge lasse sienicht los, sagt sie. Ihre Familie flüchtete 1985 mit beiden Töchtern aus dem Iran nach Deutschland. Tannaz war damals neun Jahre alt. 1997 kam sie zum Studium nach Münster, lernte ihren Mann kennen und lebt seit 2007 in Sprakel.

Sie hatte in der Corona-Krise, weil der Kontakt zu den Enkelkindern fehlte, zunächst mit ihrer Mutter angefangen, Masken für die Flüchtlinge auf Lesbos zu nähen, berichtet Tannaz Westerberg. Beim Nähen hatten Mutter und Tochter Zeit für- und miteinander. Als die ersten 250 Masken fertig waren und mit zwei Kartons mit Schmerzmitteln unterwegs waren, kam die Maskenpflicht für Münster. Westerberg: „Da haben wir gesagt: Wir nähen weiter.“

Bereits voriges Jahr war die Zahnärztin im Juli wie berichtet eine Woche mit ihrem Praxisteam auf Lesbos, um bei der Health-Point-Foundation Flüchtlinge zahnmedizinisch zu behandeln. Sie hatte dort zudem einen Hilfstransport mit 33 Paletten mit Hilfsgütern wie Kleidung, Schuhen, Spielsachen, Hygiene-Artikel und Schulmaterialien zur Hilfsorganisation „Refugees4Refugees“ gebracht.

Auch die Söhne helfen mit

Bei der aktuellen Masken-Näh-Aktion werde sie zum Beispiel auch von zwei Flüchtlingsfamilien unterstützt. Viele machen mit. „Auch die Nachbarn bieten Hilfe an.“ Auch Westerbergs große Söhne machten mit: „Sie schneiden die Bänder für die Masken.“ Inzwischen nähe auch das Team der Praxis ihres Mannes in Ibbenbüren Masken.

Die Masken werden gegen eine Spende von zehn Euro abgegeben. Die Zahnärztin hat zwei Freundinnen mit im Boot, in deren Geschäften im Kreuzviertel die Masken erhältlich sind: Barbara Wehmeyer (Frau Schuh)und Kerstin Witt (Witt & So). Die Masken sind auch in der Zahnarzt-Praxis, Sprakeler Straße 88 a, erhältlich. Bei beiden Projekten gebe es direkte Kontakte vor Ort, sodass die Spenden zu 100 Prozent den Menschen dort zugutekämen.

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