Varieté-Theater in Münster trotzt der Corona-Krise
„Das GOP ist gut aufgestellt“

Münster -

Der Verband deutscher Varieté-Theater hat in der vergangenen Woche auf die besondere Situation von Varieté-Theatern aufmerksam gemacht. Das sorgte beim GOP in Münster für viele besorgte Anrufe und E-Mails. Doch der GOP-Direktor kann beruhigen.

Dienstag, 05.05.2020, 20:30 Uhr
Hamid R. Reghat (Direktor des GOP Varieté-Theater Münster) hat für sein Haus gegenüber dem Hauptbahnhof ein eigenes Hygiene-Konzept vorgelegt.
Hamid R. Reghat (Direktor des GOP Varieté-Theater Münster) hat für sein Haus gegenüber dem Hauptbahnhof ein eigenes Hygiene-Konzept vorgelegt. Foto: Günter Benning

In der vergangenen Woche hat der Verband deutscher Varieté-Theater in einer Pressemitteilung zur aktuellen Situation der gesamten Varieté-Branche auf die Besonderheiten des Varieté-Theaters aufmerksam gemacht, das weder mit einem klassischen Theater, noch mit einer klassischen Gastronomie verglichen oder gar gleichgesetzt werden könne, gleichwohl beides böte: Bühnenerlebnis und kulinarischen Genuss. Diese Stellungnahme hat in Münster zu besorgten Anrufen und Emails geführt. Hamid R. Reghat (Direktor des GOP Münster) beschreibt in einem Statement die aktuelle Situation seines Hauses.

Wie sieht die Lage hier in Münster aus?

Reghat: Das GOP Münster ist ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen, dem es finanziell gut geht. Unsere Existenz ist vor dem Hintergrund der aktuellen Situation akut nicht bedroht, da uns liquide Mittel zur Verfügung stehen, was übrigens auch für die anderen Spielstätten der GOP Entertainment Group gilt, und dies, obwohl wir – im Gegensatz zu diversen anderen Kulturinstitutionen – im Normalbetrieb überhaupt keine Subventionen erhalten. Wir haben in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet.

Wie sieht es mit Konzepten für einen Betrieb während der Pandemie aus?

Reghat: Das GOP Varieté-Theater Münster hat ein umfangreiches Sicherheits- und Hygiene-Konzept entwickelt, das bereits bei der lokalen Politik wie auch im Landtag viel Lob erhalten hat.

Wie sieht das im Varieté-Theater in Münster konkret aus?

Reghat: Bedingt durch die Tatsache, dass unsere Gäste an Tischen mit fest definierten Plätzen sitzen und es im Gegensatz zu klassischen Restaurants keine unkon­trollierten Walk-ins gibt, können nicht nur die geforderten Abstände eingehalten werden, sondern es ist anhand der gekauften Tickets jederzeit nachvollziehbar, welcher Gast wann wo gesessen hat. Damit kommen wir der Forderung von Kanzlerin Angela Merkel aus der vergangenen Woche nach, dass im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus jede einzelne Infektionskette nachvollziehbar sein müsse.

Was wollen Sie erreichen?

Righat: Betonen möchte ich an dieser Stelle, dass wir durch die Einreichung unseres Sicherheits- und Hygiene-Konzepts nicht darauf aus sind, finanzielle Unterstützung durch Steuergelder zu erhalten, sondern wir wollen vielmehr auf ein Signal drängen, hoffentlich bald öffnen zu dürfen, da wir der festen Überzeugung sind, dass wir auch jetzt schon in der Lage sind, alle geforderten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen umsetzen zu können. Nur zu gerne möchten wir unseren Besuchern möglichst bald wieder Zerstreuung und Urlaub vom Alltag bieten, was sich sicherlich die meisten Menschen in dieser Zeit von Herzen wünschen.

Wofür sind Sie dankbar?

Righat: Bedanken möchten wir uns auf diesem Weg ausdrücklich für die vielen herzlichen Rückmeldungen, die wir seitens unserer Besucher und seitens der Öffentlichkeit erhalten. Wir sind überaus stolz, Teil dieser Stadt sein zu dürfen und hoffen, dass wir Sie alle bald wieder verzaubern und begeistern dürfen!“

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