Deutlich weniger Atemwegserkrankungen
Diagnosezentrum an der Halle Münsterland wird geschlossen

Münster -

Mitte März wurde an der Halle Münsterland ein Diagnosezentrum für die Testung auf das Coronavirus geöffnet. Jetzt, acht Wochen später, ist die Lage eine andere: Der Test-Container wird geschlossen.

Mittwoch, 06.05.2020, 12:20 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 12:35 Uhr
Deutlich weniger Atemwegserkrankungen: Diagnosezentrum an der Halle Münsterland wird geschlossen
Mitte März wurde an der Halle Münsterland der Test-Container eröffnet. Foto: hpe (Archivbild)

Die Gesamtzahl der Corona-Tests in und für Münster bleibt stabil – allerdings nicht an jedem Standort. Aus diesem Grund wird der Mitte März eingerichtete Testcontainer vor der Halle Münsterland am Mittwochnachmittag (6. Mai) außer Betrieb genommen. Das hat die Stadt am Mittwochmittag mitgeteilt.

Etwa 800 Tests – davon ein Teil aus dem Umland – werden täglich im münsterischen MVZ-Labor am Hafen ausgewertet. Labore in Geesthacht (Schleswig-Holstein) und Ingelheim (Rheinland-Pfalz) analysieren darüber hinaus weitere Abstriche aus den hiesigen Praxen niedergelassener Ärzte. Sprich: Rund 500 Münsteraner werden je Kalendertag auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Weniger Atemwegserkrankungen

Allerdings ist die Zahl akuter Atemwegserkrankungen in den vergangenen Wochen "abrupt zurückgegangen", sagt Dr. Hendrik Oen (Leiter der Bezirksstelle Münster der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe/KVWL) mit Verweis auf das epidemiologische Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Und das mache sich auch bei der Nachfrage bemerkbar – wo keine Symptome, da auch kein Bedarf: "Es gibt kontinuierlich weniger Gründe und weniger Wünsche, sich testen zu lassen." 

Vor acht Wochen war die Situation noch eine andere: Trotz knapper Raum- und Material-Ressourcen war der symptombedingte Ansturm auf die Testungen enorm. In Spitzenzeiten wurden allein am UKM im dort kurzfristig eingerichteten Container werktäglich rund 140 Tests vorgenommen.

Eine zentrale Anlaufstelle, wo wir mit geringem Aufwand und Schutzmaterialien diese Abstriche nehmen konnten.

Dr. Hendrik Oen

Stadt und KVWL hatten daher binnen weniger Tage ein neues Diagnosezentrum an der Halle Münsterland aufgebaut, um mehr Testkapazitäten für Patienten mit ärztlicher Indikation zu schaffen, aber auch um die medizinischen Einrichtungen und Kollegen zu entlasten wie zu schützen. "Eine zentrale Anlaufstelle, wo wir mit geringem Aufwand und Schutzmaterialien diese Abstriche nehmen konnten", so Oen. 

Seit einigen Wochen werden die Testungen allerdings auch in großer Zahl in den Praxen selbst vorgenommen. "Deshalb schließen wir an diesem Mittwoch das Diagnosezentrum an der Halle Münsterland und leiten die Patienten direkt zum Therapiezentrum in der Uppenbergschule", sagt Dr. Hendrik Oen. Termine werden fortan über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung unter Tel. 02 51/929 19 19 vergeben.

Hilfe vom Ruheständlern und jungen Kollegen

Einige Mitarbeiter aus den Containern – Fachärzte mit teils eigenen Praxen – werden mit ins Therapiezentrum wechseln, andere wieder ihrer originären Beschäftigung nachgehen. Kollegen, die der städtischen Corona-Hotline zugeschaltet waren und telefonisch die für die Terminvermittlung nötige Indikation gestellt hatten, werden nun etwas mehr Ruhe bekommen: "Ruheständler und junge Kollegen haben da eine tolle und wichtige Arbeit geleistet – ohne sie wäre dieser Aufwand kaum zu bewältigen gewesen."

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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