Endspurt beim Crowdfunding für Hot Jazz Club
Fast 53.000 Euro Spenden gesammelt

Münster -

Fast 900 Menschen haben in den vergangenen Wochen per Crowdfunding den Hot Jazz Club unterstützt. Bis Sonntag ist noch Zeit, die Zielsumme von 80.000 Euro zu erreichen. Geschäftsführer Christian Huys erklärt, warum der Club derzeit so dringend auf Hilfe angewiesen ist.

Freitag, 08.05.2020, 07:00 Uhr
Christian Huys beschäftigt im Sommer normalerweise 36 Mitarbeiter.
Christian Huys beschäftigt im Sommer normalerweise 36 Mitarbeiter. Foto: privat

Seit 20 Jahren kommen Leute zum Hafen, um gute Musik zu hören, um eine gute Zeit zu haben. Eine dagegen sehr schwere Zeit durchleben seit einigen Wochen die Mitarbeiter des Hot Jazz Clubs. Um diese zu überstehen, hat das Team um Geschäftsführer Christian Huys sich dazu entschieden, eine Crowdfunding-Kampagne zu starten.

Noch bis Sonntag (10. Mai) läuft die Aktion, etwa 53.000 von 80.000 Euro sind bereits zusammen gekommen. „Das freut uns natürlich sehr“, sagt Christian Huys. Mit der bislang gespendeten Summe könnte das Team etwa zwei Monate überbrücken: „Das Geld hilft uns jetzt in der Akutphase.“

Darlehen in Höhe von 240.000 Euro

Um den Betrieb auf lange Sicht weiterführen zu können, habe man allerdings KfW-Darlehen in Höhe von 240.000 Euro aufnehmen müssen, die in den nächsten zehn Jahren abgezahlt werden müssten. Mit der Zielspendensumme von 80.000 Euro könnte man also ein Drittel des Liquiditätsbedarfes für die nächsten Monate sichern, erläutert der Geschäftsführer.

Christian Huys: „Es gibt unzählige Kosten, die weiterlaufen – auch wenn keine Waren gebraucht werden. Ein Großteil der Mietkosten wird in unserem Fall stehen bleiben. Man muss außerdem bedenken, das im Hintergrund immer noch viel Arbeit zu erledigen ist.“ Viel zu tun sei zurzeit beispielsweise deshalb, weil organisiert werden müsse, wie es irgendwann weitergeht: „Wir müssen Konzerte momentan ständig umlegen, dafür werden Leute bezahlt. Auch dauerhafte Verbindlichkeiten wie Versicherungs-, Leasing oder Wartungsverträge belasten uns weiter.“

Für viele Mitarbeiter keine Kurzarbeit

Mittlerweile sei die beantragte staatliche Soforthilfe von 25.000 zwar gezahlt worden. „Aber die Bezuschussung der Landesregierung wie auch das Crowdfunding sind steuerpflichtig“, betont Huys.

Gemeinsamen haben die münsterischen Gastronomen vor kurzem eine Kampagne gestartet, wobei sie Schilder mit der Anzahl ihrer Mitarbeiter hochhalten. Viele der Beschäftigten fielen durch das Raster der Kurzarbeit sagt Huys, weil in der Gastronomie viele Minijobber oder Werkstudenten beschäftigt seien. Ziel der Kampagne sei es, „zu zeigen, wie viele Arbeitsplätze daran hängen.“

Man merkt, dass es viel Solidarität gibt, dass viele helfen wollen.

Christian Huys

Man hoffe auf langfristige Hilfe, wie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Getränke, denn auch, wenn im Biergarten Abstand gehalten werden kann, „können wir natürlich nicht die Konzertveranstaltungen wie sonst anbieten, also kann der Hot Jazz Club seinem eigentlichen Tagesgeschäft mit den zu erwartenden Einschränkungen eben nicht nachgehen.“

Die Solidarität, die er über das Crowdfunding erfährt, stimmt Huys trotz allem optimistisch: „Wir haben jetzt schon das Gefühl eines Endspurts, das sich vielleicht auch auf unser Umfeld überträgt, das merken wir auch. Es sind mehr als 850 Leute, die sich an der Aktion schon beteiligt haben, das ist natürlich toll! Man merkt, dass es viel Solidarität gibt, dass viele helfen wollen.“

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