Direktor Sascha von Zabern im Interview
Hotelkette Atlantic trotzt der Corona-Krise

Münster -

Der Coronavirus hat die gesamte Hotel- und Gastbewerbe-Branche in die Krise gestürzt. Am Hauptbahnhof in Münster laufen die Bauarbeiten für ein neues Luxus-Hotel allerdings weiter. Und der Hotel-Chef zeigt sich im Interview optimistisch.

Donnerstag, 07.05.2020, 21:00 Uhr
Baustellenbegehung mit Hoteldirektor Sascha von Zabern.
Baustellenbegehung mit Hoteldirektor Sascha von Zabern. Foto: Matthias Ahlke

Die Bremer Hotelgruppe Atlantic Hotels verfolgt auch in der jetzigen Situation ihre Expansionspläne und plant neue Häuser in Kiel, Bremen, Erfurt, Heidelberg und Münster. Auf der Baustelle vorm Hauptbahnhof herrscht trotz Corona reges Treiben.

Mittendrin: Sascha von Zabern. Der Hoteldirektor ist regelmäßig auf der Baustelle, um sich mit dem Bauleiter abzustimmen. Zudem feilt er bereits an einem Plan für einen reibungslosen Serviceablauf. Im Interview spricht er über den Baufortschritt, seine Liebe zu Münster, Erinnerungen an 9/11 und soziale Nähe in Zeiten physischer Distanz.

Sie wollten das Atlantic Hotel Münster Anfang nächsten Jahres eröffnen – steht der Plan noch?

Sascha von Zabern: „Trotz der aktuell angespannten Situation, geben wir auf der Baustelle ordentlich Gas. Selbstverständlich unter allen gebotenen Sicherheitsmaßnahmen. In der letzten Woche haben sie das zweite Geschoss gebaut. In dieser Woche folgt der dritte Stock. Ende Mai sollte der Hauptteil stehen. In den nächsten Tagen erwarten wir bereits die Haustechniker, Lüftungsbauer und Sanitärspezialisten auf der Baustelle. Soweit läuft alles einigermaßen nach Plan. Ich drücke die Daumen, dass wir Anfang des kommenden Jahres die ersten Gäste begrüßen können!“

Warum können sich die Münsteraner auf das Hotel freuen?

Sascha von Zabern: „Mir persönlich ist es wichtig, dass wir eine gute Mischung aus Hotelgästen und Münsteranern im Atlantic Hotel begrüßen können. Mit dem neuen Hotel geben Münster ihr ein neues Landmark. Einen Ort, an dem sich alle wohlfühlen! Dafür wird vor allem unser kulinarisches Angebot sorgen. Einzigartig für Münster und die gesamte Region werden die Bar und der 300 m² große gläserne Veranstaltungsraum in der 6. Etage sein, mit einem fantastischen Ausblick über die Altstadt hinaus. Das wird großartig.“

Gerade im Moment ist das Thema „Veranstaltungen“ in relativ weite Ferne gerückt. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Sascha von Zabern: „Anfang der 2000er Jahre habe ich in Boston gelebt und gearbeitet. Das war ganz zu Beginn meiner Hotellaufbahn. Die aktuelle Situation erinnert mich etwas an die Zeit nach 9/11. Damals habe ich zum ersten Mal einen Shutdown erlebt. Es ging nichts mehr. Das Land verfiel innerhalb weniger Stunden in eine Schockstarre. Das war für mich als jungen Menschen im Ausland eine sehr prägende Erfahrung. Nachdem sich der Schock legte, machte sich aber eine produktive „Jetzt erst Recht“ Mentalität breit. Diese Erfahrung stimmt mich auch für die aktuelle Situation positiv.“

Glauben Sie, dass sich das Reiseverhalten der Menschen signifikant verändern wird?

Sascha von Zabern: „Sicherlich werden Nutzen und Notwenigkeit einer Reise in Zukunft stärker hinterfragt werden als zuvor. Grundsätzlich glaube ich aber noch an das Geschäftsmodell „Reisen“. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass die Hotellerie von Krisen meist zuerst betroffen ist – sie erholt sich dann aber auch als erstes wieder. Vorsichtig optimistisch rechne ich im Sommer und Herbst wieder mit besseren Auslastungszahlen. Sobald die Maßnahmen gelockert werden, wird der Freizeit-Tourismus zumindest innerhalb Deutschlands und ich vermute auch Europas wieder anziehen. Auch Geschäftsreisezahlen werden sich wieder erholen. Ich glaube schon, dass wir auch zukünftig verstärkt die Möglichkeiten virtueller Konferenzen nutzen, aber es geht nichts über den persönlichen Kontakt. Den werden Zoom und Co. niemals ersetzen können.

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