Früherer NRW-Landesarchivpräsident Wilfried Reininghaus ist 70
Westfalens Geschichte im Blick

Münster/Bösensell -

Bodenständiger Westfale, akribischer Historiker: Prof. Dr. Wilfried Reininghaus wirkte viele Jahre als erster Präsident des neuen Landesarchivs NRW. Jetzt hat der aus Schwerte stammende Wissenschaftler, der in Bösensell lebt, sein 70. Lebensjahr vollendet.

Freitag, 08.05.2020, 14:58 Uhr
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus Foto: pd

Er gilt als bodenständiger Westfale, akribischer Historiker und wirkte viele Jahre als Chef-Archivar des Landes Nordrhein-Westfalen: Prof. Dr. Wilfried Reininghaus hat vor wenigen Tagen sein 70. Lebensjahr vollendet. Manchmal begegnet man ihm zwischen Bösensell und Münster, wenn er mit Schwung in die Pedale tritt. Unweigerlich stellt sich dann die Frage, ob Wilfried Reininghaus wohl gerade wieder aus einer Bibliothek oder einem Archiv kommt, wo er neue Forschungsfelder westfälischer Geschichte beackert.

Der frühere Direktor des Staatsarchivs Münster (heute: Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen) und langjährige Erste Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen stammt aus Schwerte. In Münster schloss er seine Studien als diplomierter Volkswirt und promovierter Historiker ab. Nach dem Archivreferendariat war er von 1982 bis 1996 am Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund tätig, seit 1992 als dessen Direktor. 1996 wurde er Leiter des Staatsarchivs in Münster, 2004 folgte die ehrenvolle Berufung als erster Präsident des neuen Landesarchivs NRW, in dem die nordrhein-westfälischen Staatsarchive zusammengeschlossen wurden. „Auf den täglichen Fahrten von seinem Wohnort Bösensell nach Düsseldorf und zurück entstanden manche seiner zahlreichen Publikationen“, schreibt die jetzige Leiterin der Abteilung Westfalen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Dr. Margret Black-Veltrup, in einer Würdigung zum runden Geburtstag ihres Vorgängers im Amt.

1992 wurde Reininghaus an der Universität Münster im Fach Westfälische Landesgeschichte mit einer Arbeit über die Kaufleute der Stadt Iserlohn (1700–1815) habilitiert und 1998 zum außerplanmäßigen Professor für westfälische Landesgeschichte ernannt. Auch nach seiner Pensionierung 2013 ist Reininghaus der Erforschung der westfälischen Landesgeschichte treu geblieben. 2018 erschien bei Aschendorff in Münster ein grundlegendes, dreibändiges Werk aus seiner Feder mit dem Titel „Die vorindustrielle Wirtschaft in Westfalen. Ihre Geschichte vom Beginn des Mittelalters bis zum Ende des Alten Reiches“. Immer wieder gibt er auch Initialzündungen für wenig bearbeitete Forschungsgebiete, zuletzt mit einer Tagung und mehreren Büchern zur Revolution 1918/1919 und zum Kapp-Putsch 1920 in Westfalen. Unter Kollegen gilt Reininghaus als Vordenker, Wissenschaftsorganisator und Netzwerker. Auf dem Rad und beim Tischtennisspiel holt er sich neue Kraft fürs historische Forschen.

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