Tag der Pflegenden
UKM schult Mitarbeiter für Umgang mit Covid-Patienten

Münster -

Um sich auf den Ernstfall vorzubereiten, hat das Universitätsklinikum seine Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen in „Refresh-Kursen“ für die Intensivversorgung trainiert. Sie sollten so im Fall einer neuen Infektionswelle die Kollegen auf den Intensivstationen unterstützen können.

Dienstag, 12.05.2020, 09:00 Uhr
Ruth Boche war eine von 269 UKM-Mitarbeitenden, die von Christian Hackmann (UKM Trainingszentrum) für den Einsatz auf einer Covid-Station geschult wurden.
Ruth Boche war eine von 269 UKM-Mitarbeitenden, die von Christian Hackmann (UKM-Trainingszentrum) für den Einsatz auf einer Covid-Station geschult wurden. Foto: UKM

Eigentlich ist Ruth Boche am Universitätsklinikum Münster (UKM) Pflegespezialistin für Schmerzmanagement. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie hat ihren Schwerpunkt schon vor vielen Jahren auf die Versorgung von Menschen mit Schmerzen gelegt.

Mitte März mussten laut einer Pressemitteilung des UKM wegen der Pandemie an allen Kliniken im Land zahlreiche elektive Operationen verschoben werden. „Als wir alle fürchteten, wir würden vielleicht eine kaum zu bewältigende Zahl an schwerkranken Covid-Patienten bekommen, habe ich mich freiwillig für den Refresh-Kurs gemeldet“, sagt Ruth Boche.

Unterstützung der Kollegen

Ein ziemlich mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass die 55-Jährige schon 18 Jahre lang auf keiner Intensivstation mehr gearbeitet hat. „Sicher bin ich früher auch mit Beatmungsgeräten umgegangen“, so Boche. „Aber da hat sich technisch viel getan, sodass ich mir sicher war, dass ich meine Kollegen zwar pflegerisch unterstützen, aber nicht eigenverantwortlich Covid-Patienten versorgen könnte.“

Mit Blick auf ein Worst-Case-Szenario musste das UKM gerade am Anfang der ersten Infektionswelle Pläne entwickeln, wie extreme Patientenzahlen personell bewältigt werden könnten. Da lag es nahe, das UKM-Trainingszentrum zu beauftragen, Pflegende und Ärzte fit für Covid-Patienten zu machen.

Wir versuchen, Ängste zu nehmen und zu vermitteln, dass der professionelle Umgang mit Covid-19 möglich ist.

Christian Hackmann

„Wir wollten die Pflegenden, die alle auf professionell unterschiedlichen Ständen waren, individuell da abholen, wo sie standen – also ihr vorhandenes Wissen reaktivieren“, sagt Christian Hackmann, der die „Refresh-Kurse“ am UKM zusammen mit seinem Kollegen Tim Güß leitet. Dabei müsse man auch Sorgen der Kollegen ernst nehmen. „Wir versuchen, Ängste zu nehmen und zu vermitteln, dass der professionelle Umgang mit Covid-19 möglich ist“, sagt Hackmann.

Ruth Boche wurde nach dem eintägigen Refresh-Kurs direkt auf die Intensivstation 19 B Ost geschickt. Dort unterstützte sie nach einer mehrtägigen Einarbeitungsphase bei „normalen“ Intensivpatienten. „Grundpflege, Positionierung und Mobilisation, alles das sind Tätigkeiten, die ich den Kollegen abnehmen beziehungsweise bei welchen ich mitwirken konnte“, sagt sie. Aber auch mit Kontakt zu Corona-Infizierten hätte sie „keine Sekunde gezögert, hier zu arbeiten“.

Dreiwöchiger Einsatz

Knapp drei Wochen dauerte ihr Kurzeinsatz – für weitere Infektionswellen stünde sie wieder zur Verfügung. Gleichzeitig fühle sie sich in der Wahl ihres Spezialgebiets Schmerz bestätigt. „Die Arbeit auf der Intensivstation ist im wahrsten Wortsinn intensiv. Das ist das Schöne an unserem Beruf, dass die Pflege so viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Trotzdem muss ich in dieser Lebensphase nicht mehr alles machen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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