Maßnahme der Stadt
Corona-Test für alle Erntehelfer

Münster -

Nach dem Ausbruch des Coronavirus bei Westfleisch in Coesfeld kontrolliert die Stadt Münster verstärkt Sammelunterkünfte von Ernte-Aushilfskräften sowie von Mitarbeitern eines fleischverarbeitenden Großbetriebes. All diese Helfer sollen auf das Virus getestet werden.

Montag, 11.05.2020, 18:30 Uhr
Maßnahme der Stadt: Corona-Test für alle Erntehelfer
Erntehelfer sollen in Münster auf das Coronavirus getestet werden. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Stadt Münster unterzieht die Sammelunterkünfte von derzeit im Stadtgebiet tätigen Ernte-Aushilfskräften sowie von Mitarbeitern eines fleischverarbeitenden Großbetriebes gesonderten Corona-Schutzmaßnahmen.

Mitarbeiter der Stadt kontrollieren laut einer Mitteilung des Presseamtes bei Ortsbegehungen die Unterkünfte hinsichtlich der Einhaltung von Corona-Infektionsschutzvorgaben, die auch hier ein Wiederaufflammen der Pandemie im Stadtgebiet verhindern sollen. Die Prüfungen erfolgten erstmals vor gut zwei Wochen und werden jetzt wiederholt. Bislang wurden bei den Kontrollen keine größeren Verstöße festgestellt.

Etwa 300 Erntehelfer in Münster

Insgesamt sind im Stadtgebiet derzeit rund 300 Erntehelfer tätig. Sie arbeiten schwerpunktmäßig in drei landwirtschaftlichen Betrieben und übernachten regelmäßig in hiesigen Sammelunterkünften. In einer weiteren Sammelunterkunft sind insgesamt acht Arbeitskräfte eines großen fleischverarbeitenden Betriebes untergebracht. Mehrere hundert andere Mitarbeiter desselben Betriebes wohnen in Sammelunterkünften außerhalb Münsters.

Saisonarbeitskräfte, die zum Zwecke einer mindestens dreiwöchigen Arbeitsaufnahme aus dem Ausland einreisen, müssen grundsätzlich zunächst für 14 Tage in eine beobachtete Quarantäne und dürfen ihre Tätigkeit erst aufnehmen, wenn in dieser Zeit keine Anzeichen für eine Corona-Erkrankung sichtbar werden.

Corona-Test für alle Helfer

Als zusätzliche Schutzmaßnahme hat die Stadt Münster heute verfügt, dass sämtliche zu diesem Zweck eingereisten Helfer mithilfe der üblichen Abstrich-Verfahren auf eine Corona-Infektion getestet werden. Die bereits am Wochenende vorgenommenen Tests bei den acht in einer Sammelunterkunft wohnenden Mitarbeitern des fleischverarbeitenden Betriebes waren ausnahmslos negativ.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer sagt: "Wir müssen darauf achten, unsere bisherigen Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht wieder zu verspielen. Vorbeugende Kontrollmaßnahmen und Tests wie jetzt in den Sammelunterkünften sollen einen Beitrag dazu leisten. Sie schützen die Betroffenen wie auch Unbeteiligte."

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

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