Corona trifft auch den Radsport
15. Sparkassen Münsterland Giro abgesagt

Münster -

Die Corona-Pandemie macht auch dem Radsport einen Strich durch die Rechnung: Der 15. Sparkassen Münsterland Giro, der am 3. Oktober stattfinden sollte, ist abgesagt. Für die Veranstalter sprachen gleich mehrere Gründe dafür.

Dienstag, 12.05.2020, 11:21 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 18:12 Uhr
Corona trifft auch den Radsport: 15. Sparkassen Münsterland Giro abgesagt
Kopf-an-Kopf-Rennen durch das Münsterand: Der Sparkassen Münsterland Giro findet in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Foto: Jürgen Peperhowe (Archivbild)

Veranstalter und Organisatoren bedauern diese Absage zutiefst: Der 15. Sparkassen Münsterland Giro wird in diesem Jahr nicht stattfinden und auf den 3. Oktober 2021 verschoben. Corona trifft auch den Radsport hart, doch Vorrang habe letztendlich die Gesundheit aller Beteiligten, heißt es von der Veranstaltergemeinschaft mit der Stadt Münster, den vier münsterländischen Landkreisen und dem Bürgermeister aus Enschede.

Auch Sponsoren, Partner und Freunde des Radsportklassikers befürworten die Entscheidung,  zumal sich keinerlei Planungssicherheit für dieses Event abzeichnet.  

Sicherheit für Sportler, Fans und Helfer

"Der Sparkassen Münsterland Giro hätte mit dem Profistart im niederländischen Enschede durch die Kreise Coesfeld und Borken geführt", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Münster. Die Absage von Deutschlands zweitgrößtem Radsportevent betrifft nicht nur 200 internationale Spitzenprofis und 4500 Jedermänner.

Auch für 300.000 Fans entlang der Strecke habe der Schutz vor der Infektionsgefahr Priorität. Darüber hinaus wollen die Veranstalter 2000 freiwillige Helfende, unzählige Einsatz- und Rettungskräfte sowie viele Dienstleister nicht dem Ansteckungsrisiko aussetzen.

Die Planungssicherheit fehlt

Corona wirft den Sport aus der Bahn: In ganz Europa sind Großveranstaltungen bis mindestens Ende August untersagt. Einige Staaten, darunter die Niederlande, stellen Großsportevents frühestens ab September in Aussicht - dann als  „Geisterspiele“.  Verlässliche Vorgaben oder Aussagen der Bundesregierung zu Sport-Großveranstaltungen ab Herbst fehlen - auch dem Sparkassen Münsterland Giro fehlt damit die Planungssicherheit.

Alternative Konzepte -  wie ein Start nur für die Jedermann-Rennen  oder nur für die Profis - boten keine realistische Option, da auch in diesen Fällen der Gesundheitsschutz aller Beteiligten keineswegs gewährleistet ist.  

Infos für Teilnehmer

Die bereits angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jedermannrennen werden über den Dienstleister „mika:timing“ über Erstattungsmöglichkeiten des Startgeldes informiert. Infos gibt es zudem online:  www.sparkassen-muensterland-giro.de

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Starke Konkurrenz-Wettbewerbe

Aufgrund der Pandemie hat der Weltsportverband UCI alle Rennen bis Ende Juli 2020 ausgesetzt. Damit verdichtet sich der Radsportkalender in den nur verbleibenden drei Monaten der Saison extrem. Konsequenz für den Giro: Mit den parallel laufenden Events  Giro d`Italia (geplant ab 3. Oktober),  Lüttich  - Bastogne -  Lüttich  (4. Oktober) oder der BinckBankTour (29. September bis 4. Oktober) würde dem westfälisch-niederländischen Rennen äußerst starke Konkurrenz erwachsen.

Überlegungen, lediglich die Profis beim Sparkassen Münsterland Giro am 3. Oktober auf die Strecke zu schicken, haben die Veranstalter daher fallen gelassen. Hinter einem hochkarätig besetzten internationalen Profi-Feld hätte das nächste Fragezeichen gestanden - diesmal eines rein sportlicher Natur.   

Das sagen die Veranstalter   

Oberbürgermeister Markus Lewe, Stadt Münster: „Das  Verschieben des Sparkassen Münsterland Giro 2020 auf das nächste Jahr ist aus unserer Sicht die einzig denkbare Option. Wir bedauern diese Absage von ganzem Herzen. Doch die  Gesundheit und Sicherheit aller Aktiven sowie der Fans stehen für uns an oberster Stelle. Auch ist eine professionelle Planungssicherheit dieses Klassikers nicht mehr gegeben.“

Bürgermeister Dr. Onno van Veldhuizen, Stadt Enschede: „Die Vorbereitungen für den Profistart des Sparkassen Münsterland Giro 2020 am 3. Oktober in Enschede waren auf einem guten und vielversprechenden Weg. Die Entscheidung, die Austragung auf 2021 zu verschieben, lässt auf einen Radsportfeiertag mit tausenden  Besuchern und einem international hochkarätigen Profi-Feld hoffen. Dies wäre in diesem Jahr unter den aktuellen Bedingungen nicht machbar gewesen. Unter diesen Umständen verbleibt uns nichts anderes als ein zusätzliches Jahr der Vorfreude“, so  der Niederländer mit einem Schmunzeln.

Landrat Kreis Borken, Dr. Kai Zwicker: „Leider klappt es mit der Premiere eines grenzüberschreitenden Startes für das Profirennen in diesem Jahr noch nicht. Damit wächst  jedoch die Vorfreude auf 2021 und die Gewissheit, dass wir den völkerverbindenden Charakter des Radsports im nächsten Jahr ganz besonders in den Fokus nehmen werden. Schließlich sind Gronau und Enschede die Geburtsorte der ersten Euregio in Europa überhaupt - einen besser geeigneten Startort kann es gar nicht geben.

Landrat Kreis Coesfeld, Dr. Christian Schulze Pellengahr: „Die Corona-Pandemie stellt die Städte, Gemeinden und Kreise des Münsterlandes vor eine besondere Herausforderung, die wir aus meiner Sicht aber bisher sehr gut gemeistert haben, auch weil die Bevölkerung so diszipliniert mitzieht. Dass der Sparkassen Münsterland Giro dieses Jahr ausfallen muss ist natürlich sehr schade, aber absolut nachvollziehbar und lässt gleichzeitig die Freude auf das kommende Jahr und den nächsten Sparkassen Münsterland Giro noch weiter steigen.“

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