Münsteraner bleiben klassischen Sparformaten treu
Sparkasse mit solidem Ergebnis

Münster -

Zufriedenheit bei der Sparkasse Münsterland Ost: Die Bilanzsumme ist im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent gestiegen. Das helfe auch jetzt in der Corona-Krise.

Dienstag, 12.05.2020, 22:00 Uhr
Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Markus Schabel
Sparkassen-Vorstand (v.l.n.r.): Klaus Richter, Vorsitzender Markus Schabel Foto: Sparkasse Münsterland Ost

„Mitten in diesem Ausnahmezustand fällt der Blick in den Rückspiegel schwer, weil die aktuelle Lage alles Bisherige in den Schatten stellt. Das solide Ergebnis aus dem vergangenen Jahr leistet jetzt seinen Beitrag dazu, dass wir unsere Kunden in diesen schweren Zeiten bestmöglich unterstützen können“, so lautet das Fazit des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Markus Schabel mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019.

Wie das Unternehmen mitteilt, stieg die Bilanzsumme des Instituts im abgelaufenen Geschäftsjahr um 3,4 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Bei einem Kundengeschäftsvolumen von 17 Milliarden Euro (Vorjahr: 16,1 Milliarden) lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit rund einem Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (98,8 Millionen Euro) zwar unter dem Vorjahreswert, aber erneut über dem Durchschnitt der Sparkassen in Westfalen-Lippe (0,87 Prozent) und der Sparkassen bundesweit (0,76 Prozent).

Belastungen durch Niedrigzinsphase

Die Belastungen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase zeigten sich laut Sparkasse vor allem in deren Haupteinnahmequelle, dem Zinsüberschuss. Dieser ging in 2019 um rund sieben Prozent auf 168,2 Millionen Euro zurück. Durch Kosteneinsparungen und einen um 3,4 Millionen Euro (5,4 Prozent) gestiegenen Provisionsüberschuss, konnte dieser Rückgang teilweise abgefedert werden. Insgesamt aber stieg die sogenannte „Cost-Income-Ratio“, also das Verhältnis von Aufwand und Ertrag, um zwei Prozentpunkte: So musste das Kreditinstitut im vergangenen Jahr rechnerisch 58,2 Cent (Vorjahr: 56,2 Cent) aufwenden, um einen Euro zu erwirtschaften. Unter dem Strich erzielte die Sparkasse einen Jahresüberschuss von 17,1 Millionen Euro (Vorjahr: 18 Millionen).

Ungeachtet der seit Jahren kaum noch vorhandenen Zinsen blieben die Kunden in Münster im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem den klassischen Sparformen treu. Der Bestand an Kundeneinlagen stieg um 3,7 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. „Eine Medaille mit zwei Seiten: Einerseits freuen wir uns natürlich über das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse. Andererseits landete viel Erspartes auf unproduktiven Liquiditäts- oder Girokonten. Die Gelder hier verlieren inflationsbedingt zwangsläufig schleichend an Wert“, betont Vorstandsvorsitzender Markus Schabel in einer Pressemitteilung.

Coronabedingte Kursverluste

Dagegen legte der DAX im Verlauf des Jahres 2019 rund 25 Prozent zu, und die Sparkasse verzeichnete einen Zuwachs im Wertpapiergeschäft von 15,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der coronabedingten Kursverluste im Jahr 2020 seien die Kunden besonnen geblieben. „Unsere Wertpapier-Sparerinnen und -Sparer wissen: An der Börse braucht man einen längeren Atem, denn hier geht es um die mittel- bis langfristigen Perspektiven. Aktienmarkteinbrüche waren bisher immer ein vorübergehendes Ereignis.“

Mit Blick auf die Kunden-Kreditbestände konnte die Sparkasse ein Wachstum von 3,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 7 Milliarden) verbuchen. Dabei ist vor allem die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten ungebrochen hoch. Trotz weiterhin hoher Baukosten und eines knappen Angebots für Wohnimmobilien stieg der Bestand an privaten Immobilienkrediten um 4,9 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

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