Anbieter wissen nicht wie es weitergeht
Die Stadtführer am Scheideweg

Münster -

Die münsterischen Anbieter von Stadtführungen machen derzeit nichts anderes, als Stornierungen entgegenzunehmen. Wie es mit ihrer Branche weitergeht, wissen sie nicht. Daher haben sie sich entschiedenen, einen gemeinsamen Hilferuf auszusenden.

Dienstag, 12.05.2020, 21:00 Uhr
Die Anbieter von Stadtführungen stehen derzeit ziemlich im Regen.
Die Anbieter von Stadtführungen stehen derzeit ziemlich im Regen. Foto: Matthias Ahlke

Am Markt der Stadtführungen waren der Verein Stattreisen Münster, die K3-Stadtführungen, die Touristik City Tour GmbH sowie die Stadtlupe Münster Touristik stets Konkurrenten. Gestern haben sie sich in einem gemeinsamen Schreiben an den Oberbürgermeister sowie die Kommunalpolitik gewandt. Die Corona-Pandemie bringe die Branche an den Rand der Existenz, heißt es darin.

Thomas Holz, Mitbegründer von Stattreisen, redet erst gar nicht um den heißen Brei herum: „Uns steht das Wasser bis zum Hals“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Gerade jetzt, in den Monaten vor den Sommerferien, sei normalerweise Hochsaison für Stadtführungen, sagt Holz.

Unklare Zukunft

Doch mehr Arbeit als Stornierungen für die nahe Zukunft entgegenzunehmen, falle derzeit im Büro der Stattreisen nicht an. Hinzu komme, dass die Branche derzeit nicht wisse, wie es weitergehen werde. „Ab wann werden Führungen wieder erlaubt sein und in welchem Rahmen?“, fragt Holz.

Und selbst wenn schon bald der Normalzustand wieder eintreten werde, mit dem genau genommen niemand rechnet, werde es anders als bei den Gastronomen noch Monate dauern, bis die Mehrzahl der Führungen wieder stattfinden könne. Denn gebucht werde stets weit im Voraus.

Mit unseren Programmen steigern die Attraktivität der Stadt als touristische Destination.

Anbieter von Stadtführungen

Für die Anbieter steht fest: „Mit unseren Programmen bereichern wir das kulturelle Angebot Münsters, bieten wir unterschiedlichste Programme für sämtliche Zielgruppen – von Kongressteilnehmern bis Kindergartengruppen – und steigern die Attraktivität der Stadt als touristische Destination“, so heißt es in dem Schreiben.

Der Stadt breche eine ganze Struktur weg, könnten sich die Anbieter nicht halten, urteilt Holz. Zwar werde es vielleicht noch Einzelkämpfer geben – doch Ausbildung, die Entwicklung einer Programmpalette und Buchungs- und Informationsplattformen wären auf einen Schlag weg. Holz und seine Mitstreiter hoffen daher darauf, mit der Politik und dem Oberbürgermeister ins Gespräch zu kommen, denn, daran lassen die Anbieter in dem Schreiben keinen Zweifel: „Wir brauchen Unterstützung.“

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