FH-Studenten entwerfen Fahrradlicht mit Ortungssystem
Smartes Rücklicht erleichtert Fahrradsuche

Münster -

Das kennen wohl viele Münsteraner: im Dunkeln das eigene Fahrrad wiederfinden müssen. Studierenden der FH Münster haben jetzt ein Fahrradlicht entwickelt, dass dieses Problem lösen könnte. Und auch die Verfolgung von Fahrraddieben wäre denkbar.

Mittwoch, 13.05.2020, 14:00 Uhr
FH-Studenten entwerfen Fahrradlicht mit Ortungssystem: Smartes Rücklicht erleichtert Fahrradsuche
Felix Weissberg, Frank Lenfert, Christian Tapken und Simon Ebbers (v.l.) haben ein smartes Fahrradrücklicht mit Ortungssystem entwickelt. Das Foto ist entstanden, bevor die Schutzmaßnahmen zum Coronavirus kamen. Foto: FH Münster/Jana Schiller

Frische Luft, Bewegung, klimafreundlich – Fahrradfahren hat viele positive Aspekte und macht den Drahtesel zu einem beliebten Fortbewegungsmittel. Eine Produktidee von sechs Masterstudierenden der Elektrotechnik und Informatik der FH Münster hilft dabei, sein Fahrrad schnell unter vielen wiederzufinden, heißt es in einer Mitteilung der Fachhochschule.

Im vergangenen Wintersemester haben Nico Hartwich, Tobias Jansen, Christian Tapken, Frank Lenfert, Felix Weissberg und Simon Ebbers in der Veranstaltung „Embedded Systems“ ein smartes Fahrradrücklicht mit Ortungssystem entwickelt. Über eine Webseite kann sich der Nutzer den Standort seines Rads anzeigen lassen, zusätzlich blinkt das Rücklicht hell auf.

Fahrraddynamo liefert den Strom

Der Prototyp arbeitet wie alle Produkte, die in der Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Peter Glösekötter entwickelt wurden, mit der Funktechnologie „LoRaWAN“. Ihre Vorteile: Die Reichweite beträgt bis zu 40 Kilometer, das Funkmodul verbraucht wenig Energie, und die Nutzung des Netzwerks ist kostenfrei.

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Ein GPS-Sensor überträgt zusätzlich den Standort des Fahrrads und ermöglicht dem Nutzer, die zurückgelegte Route nachzuverfolgen. Foto: FH Münster/Jana Schiller

Die Technologie eignet sich somit gut, um kleine Datenmengen jenseits von lokalen Netzwerken und W-LAN zu übermitteln. Neben dem LoRaWAN-Modul haben die Studierenden ihr „LoraLight“, wie sie ihr Produkt genannt haben, mit einem GPS-Sensor ausgestattet. Ein Mikroprozessor steuert alle Bauteile, der Fahrraddynamo liefert den nötigen Strom.

Gehäuse aus dem 3D-Drucker

Optisch unterscheidet sich LoraLight kaum von handelsüblichen Rücklichtern. Allein die Antenne und die Dicke des Gehäuses verraten, dass hier etwas mehr Technik drinsteckt. „Das Gehäuse haben wir selbst entworfen und mit einem 3D-Drucker hergestellt, damit genügend Platz für unsere Platine ist“, erklärt Tapken. „Wir haben uns dabei bewusst an den Maßen eines normalen Reflektors orientiert. Die Idee ist, das bisherige Rücklicht am Fahrrad ganz einfach durch unser smartes Rücklicht auszutauschen.“

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Über eine Webanwendung kann der Nutzer das Rücklicht ansteuern, sodass es blinkt. Foto: FH Münster/Jana Schiller

Während die drei Elektrotechnikstudenten vor allem für die Hardware zuständig waren, haben die drei Informatikstudenten der Gruppe die Webseite programmiert. „Die Anwendung ist auch für mobile Endgeräte geeignet“, sagt Weissberg. „Der Nutzer kann nicht nur sein Rücklicht aufblinken lassen und den Live-Standort ermitteln, sondern auch die zurückgelegten Kilometer zählen und seine Route verfolgen.“

Fahrraddiebe aufspüren

Über einen Account lassen sich außerdem mehrere Nutzer registrieren, sodass beispielsweise alle Räder einer Familie erfasst werden können. Durch die unterschiedlichen Funktionen hilft LoraLight nicht nur bei der Fahrradsuche auf überfüllten Stellplätzen. Auch ein Fahrraddieb lässt sich schnell verfolgen und aufspüren.

Vorerst planen die Studierenden nicht, ihr smartes Produkt an den Markt zu bringen. Einer der beiden Prototypen ist erst einmal bei Tapken privat im Einsatz. Er ist für seine Masterarbeit nach Aurich gezogen, wo das LoRaWAN-Netz gut ausgebaut ist. Ein zweites Rücklicht bleibt im Labor für Halbleiter-Bauelemente und Bussysteme von Glösekötter und soll eventuell von Studierenden weiterentwickelt werden.

Münsters Fahrrad-ABC: Von A wie Ampel bis Z wie Zeit

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  • Alle Jahre wieder, zum Start des Wintersemesters, ist die Zeit der Frischlinge auf den Radwegen. Mit den neuen Studentinnen und Studenten erobern Tausende Neumünsteraner für sich die deutsche Fahrradhauptstadt. Für viele eine mitunter abenteuerliche Begleiterfahrung des Studienstarts. Hier für die Anfänger auf den Radwegen und alle Leezenliebhaber ein kleines Alphabet des Radverkehrs in Münster von unserer Redakteurin Karin Völker.

    Foto: dpa
  • A wie Ampel: Unbedingt beachten! Ampeln haben in Münster für Fahrradfahrer nicht bloß Empfehlungscharakter. Bei Rot also besser stehenbleiben. Erstens, weil alles andere gefährlich sein kann. Zweitens, weil als Strafe ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und 100 Euro Strafe drohen. Sehr empfindlich fürs studentische Portemonnaie.

    Foto: Colourbox.de
  • B wie Bürgersteig: Er ist in Münster den Fußgängern vorbehalten. Es gibt ja auch meistens Radwege.

    Foto: Colourbox.de
  • C wie cholerische Anfälle: Sie sind trotz des hier verbreiteten gemäßigten westfälischen Temperaments bei diversen Verkehrsteilnehmern bisweilen zu beobachten. Gilt das Geschimpfe einem selbst, am besten die Ruhe bewahren.

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  • D wie Diskussionen: Sollte man als Fahrradfahrer besser mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht anfangen, erst recht nicht mit Polizisten. Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Verkehrsregeln sind zwecklos.

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  • E wie E-Bike: Das Fahrrad mit Batterieverstärkung ist auf Münsters Radwegen schwer im Kommen. Vorsicht vor dem beachtlichen Tempo – wenn sportliche junge Menschen von älteren Herrschaften überholt werden, ist oft ein Akku im Spiel.

    Foto: Oliver Werner
  • F wie Fußgänger: Sie verdienen Rücksicht und Freundlichkeit – auch wenn es mitunter erscheint, die Fußgänger liefen prinzipiell auf Radwegen.

    Foto: Colourbox.de
  • G wie Geschwindigkeit: Tempo 30 in Wohngebieten gilt auch für Radler!

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  • H wie Hamburger Tunnel: Er ist während des Bahnhofsumbaus zentrale Verkehrsachse von und zum Gleis und Ort der friedlichen Koexistenz zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern.  Skeptiker staunen: Es funktioniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • I wie Irren: Es ist menschlich und kommt bei allen Verkehrsteilnehmern vor. Auch wenn das Fahrrad bewegungsfördernder und umweltfreundlicher ist als das Auto: Auch Autofahrer haben im Verkehr manchmal Recht.

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  • J wie Jugend: Das Radfahren in Münster ist keineswegs nur ihr Privileg. In Münster strampeln  auch viele über 80-Jährige noch durch die Stadt. Fahrradfahren ist hier eine generationsübergreifende Angelegenheit – mit vielen Geschwindigkeiten.

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  • K wie Klauen: Der Fahrradklau ist in Münster ein verbreitetes Übel, das die Stadt in der Kriminalitätsstatistik regelmäßig schlecht aussehen lässt. Ein wenig helfen solide Schlösser.

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  • L wie Ludgerikreisel: Für viele Radler ein neuralgischer Punkt. Die Polizei empfiehlt: beherzt auf der Mitte der Spur fahren. Autos kommen meistens auch nicht schneller vorwärts als Radler.

    Foto: Oliver Werner
  • M wie Meimel: Ein münsterischer Ausdruck für Regen – und zwar dessen langanhaltende Form, und damit einer der natürlichen Feinde des Fahrradfahrers. Trotz häufiger Meimelgefahr lässt man sich in Münster nicht so leicht aus dem Sattel vertreiben. Viele auch nicht durch Schnee und Frost: Es gibt hier extra Streufahrzeuge für die Radwege.

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  • N wie Nase: Sie hat der Radfahrer immer im Wind. Nicht ausgeschlossen, dass im Winter dabei mal eine Erkältung rauskommt. Aber was gibt es Schöneres, als im Frühling unter den blühenden Silberlinden auf der Promenade herzuradeln? 

    Foto: Colourbox.de
  • O wie Ordnungshüter: Die Kräfte von Stadt und Polizei schenken dem Radverkehr sehr viel Aufmerksamkeit, besonders zu Semesterbeginn. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • P wie Parken: In Münster bisweilen auch für Fahrradfahrer nicht unproblematisch. Merke: Bürgersteige  gehören nicht zugestellt und immer merken, wo das Rad steht. Es soll Studenten geben, die ihre Leezen semesterlang gesucht haben.

    Foto: Colourbox.de
  • Q wie Quälerei: Kommt sogar im Fahrradparadies Münster vor – vor allem immer dann, wenn man Pannen hat.  Zum Glück gibt es an fast jeder Ecke einen Fahrradladen, der helfen kann.

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  • R wie Rücklicht: Sollte unbedingt ebenso wie das Vorderlicht funktionieren. Wenn man nicht selbst kontrolliert, ob es brennt – die Polizei tut es ohnehin und verteilt gegebenenfalls Knöllchen.

    Foto: Colourbox.de
  • S wie Stau: Gibt es in Münster, speziell während der Semesterzeiten auch auf Radwegen. Hier hilft nur Geduld.

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  • T wie Trunkenheit: Auch wer sich noch mit 1,6 Promille Alkohol im Blut für fahrtüchtig hält: Lieber das Rad schieben! Denn auch Fahrradfahrer erwarten Alkoholkontrollen durch die hiesige Polizei. Kein Scherz: Im Extremfall werden Fahrradfahrverbote verhängt.

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  • U wie Unfälle: Sie passieren leider – trotz vieler Maßnahmen der Verkehrsplaner und Polizei immer noch zu häufig. Ein Helm kann manchmal das Schlimmste verhindern. 

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  • V wie Vorsicht: Auch defensive Radfahrer kommen ans Ziel, mitunter sogar schneller als die Draufgänger.

    Foto: Colourbox.de
  • W wie Waschanlage: Luxus, wenn man seinem Drahtesel mal was Gutes will. Gibt es tatsächlich speziell für Fahrräder – im Fahrradparkhaus am Bahnhof.

    Foto: Presseamt/Joachim Busch
  • X&Y sind die Unbekannten und stehen für das Unerwartete beim Radfahren – zum Glück ist das nicht nur der plötzliche Plattfuß. Es gibt auch den Flirt beim Warten an der roten Fahrradampel. . .

    Foto: Colourbox.de
  • Z wie Zeit: Wer in Münster Rad fährt, spart meistens kostbare Minuten. Faustregel: Je näher man sich im Stadtkern bewegt, desto größer die Zeitersparnis. Autofahrer kommen fast immer langsamer ans Ziel.

    Foto: Colourbox.de
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