"Flyover Aegidiitor"
Stadtverwaltung soll weiter mit dem Bund über Radlerbrücke verhandeln

Münster -

Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Stadtverwaltung ermächtigt, weiter mit dem Bund über die Finanzierung einer Radfahrerbrücke an den Aaseeterrassen über die Weseler Straße zu verhandeln. Doch die große Begeisterung blieb in der Aussprache aus.

Mittwoch, 13.05.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 21:29 Uhr
Dies wäre die Trasse der Radfahrerbrücke an der Weseler Straße, wenn das Millionenprojekt denn kommt. Der Haupt- und Finanzausschuss hat beschlossen, dass die Stadtverwaltung weiter mit dem Bund als Geldgeber verhandeln soll
Dies wäre die Trasse der Radfahrerbrücke an der Weseler Straße, wenn das Millionenprojekt denn kommt. Der Haupt- und Finanzausschuss hat beschlossen, dass die Stadtverwaltung weiter mit dem Bund als Geldgeber verhandeln soll Foto: Stadt Münster

Um mit dem Ergebnis anzufangen: Mit breiter Mehrheit – sprich mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und FDP – hat der Haupt- und Finanzausschuss als zuständiges Gremium am Mittwochabend beschlossen, das Projekt „Flyover“ weiter zu verfolgen. Gemeint ist damit eine Brücke für Fahrradfahrer, die im Bereich der Aaseeterrassen eine Verbindung von der Promenade zur Bismarckallee schaff. Konkret wurde die Stadtverwaltung beauftragt, weiter mit dem Bund über eine Finanzierung der Brücke zu verhandeln.

Von einem Baubeschluss indes sind die münsterischen Kommunalpolitiker noch weit entfernt. Vielmehr bestimmten in der Aussprache die Diplomaten das Geschehen. So sagte der SPD-Ratsherr Ludger Steinmann: „Wir schreien nicht Hurra. Aber wir wollen zum gegenwärtige Zeitpunkt auch nicht die Tür zuschlagen.“

Der GAL-Ratsherr Jörn Möltgen formulierte es ähnlich: „Wir stimmen zu, aber wir behalten uns das Recht vor, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt es auch abzulehnen.“

Verbindung zu Adenauerallee und Promenade

Echt überzeugt zeigte sich nur die CDU. So erklärte Ratsherr Walter von Göwels, dass durch die neue Brücke in Verbindung mit der Fahrradstraße am Aasee eine der schönsten Velo-Routen geschaffen werde.

Um das vom Bund (möglicherweise) großzügig geförderte Bauvorhaben verkehrspolitisch richtig einzubetten, traf die schwarz-grüne Ratsmehrheit per Änderungsantrag weitreichende Festlegungen: So soll die benachbarte Aegidiistraße zu Fahrradstraße werden. Überdies soll der Flyover nicht nur eine Verbindung zwischen Promenade und Bismarckallee herherstellen, sondern durch eine „Y-Lösung“ auch eine Verbindung zur Adenauerallee und zu angrenzenden Promenade.

Die Grünen teilten überdies per Protokollerklärung mit, dass sie von der Stadtverwaltung „Vorschläge erwarten, wie die Breite der Fahrbahn der Weseler Straße zu Gunsten des querenden Rad- und Fußverkehrs reduziert“ werde könne. Das heißt konkret: Aus den vier Autospuren sollen zwei werden.

 Einen Zeitplan für das Projekt gibt es bislang nicht.

Regeln auf Fahrradstraßen

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  • Was ist denn eine Fahrradstraße? Mit diesem Schild können viele Verkehrsteilnehmer wenig anfangen. 1997 wurden durch die sogenannte Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrsordnung die Regeln für Fahrradstraßen festgelegt:

    Foto: dpa
  • Als Fahrradstraßen werden Straßen bezeichnet, die vorrangig für den Radverkehr vorgesehen sind.  Sie sollen Vorteile gegenüber dem Kfz-Verkehr schaffen und so auch zu mehr Sicherheit für Radfahrer führen.

    Foto: Jan Hullmann
  • In Deutschland ist die Nutzung einer solchen Fahrradstraße dem Radverkehr vorbehalten. Radfahrer dürfen hier auch nebeneinander fahren.

    Foto: Michael Grottendieck
  • Soll die Straße auch durch andere Fahrzeuge befahren werden, muss dies durch Zusatzzeichen ausgeschildert sein. So kann zum Beispiel der Autoverkehr für Anlieger oder nur in eine Richtung erlaubt sein.

    Foto: Jan Hullmann
  • Radfahrer haben auf einer Fahrradstraße Vorrang vor Autos und anderen Fahrzeugen, welche diese Straße benutzen. Doch dies bedeutet nicht, dass Fahrradfahrer auch an Kreuzungen Vorfahrt haben, hier gilt – sofern nichts anderes ausgeschildert wurde – „rechts vor links“.

    Foto: Jan Hullmann
  • Andere Kraftfahrer müssen sich auf der Fahrradstraße dem Radverkehr anpassen, sodass ein Behinderung oder Gefährdung der Radfahrer vermieden wird. Das gilt insbesondere auch für Überholvorgänge. Dabei muss ein ausreichender Seitenabstand - laut Rechtsprechung mindestens  1,5 Meter - eingehalten werden.

    Foto: Tobias Denne (Archiv)
  • Auf einer Fahrradstraße muss die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen  immer angepasst sein. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt darüber hinaus immer 30 km/h. Darauf weist auch dieses Schild am Lindberghweg in Münster hin.

    Foto: Stadt Münster (Archiv)
  • Zu den zwölf bestehenden Fahrradstraßen in Münster sollen noch zehn weitere hinzukommen.

    Foto: Martin Kalitschke, Grafik: Jürgen Christ
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