Neubau am Servatiiplatz
WDR-Umzug nimmt erste Hürde

Münster -

Das WDR-Landesstudio ist mit seinem Plan eines Umzugs von der Mondstraße zum Servatiiplatz einen Schritt weiter. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt beschloss am Mittwochabend die Planung eines städtischen Neubaus.

Donnerstag, 14.05.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 21:18 Uhr
Am Servatiiplatz soll neu gebaut werden, unter anderem soll das WDR-Landesstudio in das neue Gebäude einziehen.
Am Servatiiplatz soll neu gebaut werden, unter anderem soll das WDR-Landesstudio in das neue Gebäude einziehen. Foto: Oliver Werner

Die geplante Verlagerung des WDR-Landesstudios Münster von der Mondstraße zum Servatiiplatz ist einen wichtigen Schritt voran gekommen. Mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und Linken stimmte der Haupt- und Finanzausschuss zu, dass unter Federführung der Wirtschaftsförderung Münster auf einem 1070 Quadratmeter großen Grundstück in zentraler Lage ein Neubau entsteht, in den neben städtische Einrichtungen auch der WDR einzieht.

Zu dem Konzept gehört ferner, dass der alte, 13 000 Quadratmeter große WDR-Standort im Osten der Stadt in ein Wohnquartier umgewandelt wird. Gegen dieses Vorgehen stimmten AfD und ÖDP, die FDP enthielt sich der Stimme.

Viel Lob – aber auch Kritik

Abgesehen vom AfD-Ratsherrn Richard Mol, der grundlegende Vorbehalte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk äußerte, begrüßten alle Redner während der Aussprache den Umzug des WDR vom Stadtrand in die Stadtmitte.

Zugleich gab es aber Kritik an dem Plan, dass die Stadt selbst in das neue, bis zu fünfgeschossige Gebäude einziehen möchte. Der SPD-Ratsherr Mathias Kersting warnte vor einem „Stadthaus 5“, die FDP-Ratsfrau Carola Möllemann-Appelhoff fragte nach, ob es sinnvoll sei, dass jetzt neben der Wohn- und Stadtbau, der Westfälischen Bauindustrie, den Stadtwerken Münster und der Stadt selbst auch die Wirtschaftsförderung als Bauherr bei städtischen Immobilien auftrete.

„Architektonische Landmarke“

Auch amüsierte sich die FDP-Frau über die vollmundige Sprache in dem Ratspapier, in dem die Rede ist von einer „architektonischen Landmarke“, die in der Innenstadt „das Bild eines intelligenten, zukunftsweisenden und nachhaltigen Ortes verkörpert“. Möllemann-Appelhoffs Frage: „Gehts auch etwas bescheidener?“

Angesichts der lebhaften Debatte merkte der CDU-Fraktionschef Stefan Weber an: „Wir sind noch nicht beim Baubeschluss.“ Auch bezeichnete er es als „Quatsch“, vom „Stadthaus 5“ zu sprechen. Dafür sei die rund 1500 Quadratmeter große Fläche, die die Stadt selbst nutzen möchte, viel zu klein. Der CDU-Ratsherr Peter Börgel sprach von einem „guten Projekt“, das man nicht zerreden solle.

Was die städtische Nutzung betrifft, so ist unter anderem angedacht, dass die Volkshochschule hier einen „Dritten Ort“ mit Ausstellungen, Vorträgen und Lesungen schafft.

52 Parkplätze fallen weg

Überdies soll es ein „Smart City Office“ geben. In diesem Teil des Ratspapieres stehen besonders viele bedeutungsschwangere Formulierungen. Da heißt es: „Bei der Entwicklung einer intelligenten Stadt der Zukunft geht es um Daten und Techniken, das Vernetzen maßgeblicher und innovativer Akteure und das Befähigen der Menschen zum Anwenden und Nutzen digitaler Lösungen und Werkzeuge.“

Derzeit befinden sich auf der unbebauten Fläche 52 Parkplätze, die die Stadtverwaltung aber für entbehrlich hält, weil in dem Quartier „durch entsprechende Parkhausangebote ausreichend Stellplätze zur Verfügung stehen“.

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