Nach Infektionen zweier Lehrerinnen
Corona: Hauptschule Wolbeck wird komplett getestet

Münster -

260 Schülerinnen und Schüler sowie das etwa 30-köpfige Lehrerkollegium der Hauptschule Wolbeck sollen auf das Coronavirus getestet werden. Der städtische Krisenstab ordnete die bislang einzigartige Maßnahme nach einer auffälligen Häufung von Infektionen an.

Dienstag, 19.05.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 19:11 Uhr
Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer
Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer Foto: Gunnar A. Pier

Die Stadt zieht die Notbremse: Nachdem in den vergangenen Tagen vier Schüler der Hauptschule Wolbeck positiv auf das Coronavirus getestet wurden, meldete die Schule am Dienstag auch zwei infizierte Lehrerinnen. Daraufhin ordnete der städtische Krisenstab umgehend eine Testung aller 260 Schülerinnen und Schüler sowie des etwa 30-köpfigen Kollegiums an. Realschule und Gymnasium, die sich mit der Hauptschule das Schul­zentrum Wolbeck teilen, seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen.

„Ein dynamisches Geschehen“

Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer spricht von einer präventiven Aktion, die erforderlich sei, „damit wir die größtmögliche Sicherheit herstellen“. Zugleich räumt er ein, dass eine Maßnahme dieser Größenordnung in Münster bislang nicht erforderlich war. Die Testreihe soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Schulgelände stattfinden – und zwar am Mittwoch sowie am Freitag, der nach dem Donnerstags-Feiertag eigentlich schulfrei gewesen wäre. Anfang kommender Woche sollten Ergebnisse vorliegen: „Es ist ein dynamisches Geschehen, es wird weitere Infektionen geben,“ so Heuer.

Die vier infizierten Schülerinnen und Schüler sind unterschiedlichen Alters und gehören verschiedenen Jahrgangsstufen an. Eine Person stammt aus dem Umfeld jener Großfamilie in Angelmodde, die am Wochenende als besonders stark betroffen bekannt wurde; bei den anderen sei ein direkter Bezug zu dieser Familie nicht zu erkennen. Die beiden Lehrerinnen hatten in der vergangenen Woche in zwei Lerngruppen unterrichtet. Alle Infizierten wurden in Quarantäne geschickt; bislang hätten sich nur in einem Fall leichte Symptome gezeigt.

Betroffene werden informiert

Sollten positive Testergebnisse vorliegen, würden die Betroffenen umgehend informiert, betont Dr. Dagmar Schwarte vom Gesundheitsamt. Wer nichts hört, muss sich also keine Sorgen machen. Von den Ergebnissen hänge ab, ob „gegebenenfalls weitere Entscheidungen getroffen werden“, betonte Dezernent Heuer. Bislang sei nicht an eine weitere Einschränkung des Schulbetriebs gedacht.

Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Corona-Fälle im Stadtgebiet ist laut städtischer Pressemitteilung auf 691 gestiegen. Davon sind 623 Patienten wieder genesen. 13 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind gestorben. Somit gelten aktuell 55 Münsteranerinnen und Münsteraner als infiziert.

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