LWL-Naturkundemuseum erhält 750 neuartige Eingabestifte
Finger weg vom Bildschirm

Münster -

Wer Geld am Bankautomaten zieht, kennt das mulmige Gefühl: „Muss ich diesen schmierigen Bildschirm wirklich berühren?“ Ein Eingabestift könnte die Lösung sein – das Naturkundemuseum nahm jetzt 750 „PEN-Y“ für die museumseigenen Tochscreens in Empfang.

Donnerstag, 21.05.2020, 10:00 Uhr
Der Eingabestift besteht aus einem speziell entwickelten leitfähigem Kunststoff und kann daher an fast allen Touchscreens zum Einsatz kommen. Zugleich lassen sich mit dem Haken Schubladen oder Schranktüren öffnen.
Der Eingabestift besteht aus einem speziell entwickelten leitfähigem Kunststoff und kann daher an fast allen Touchscreens zum Einsatz kommen. Zugleich lassen sich mit dem Haken Schubladen oder Schranktüren öffnen. Foto: spe

Seit dem 5. Mai ist das LWL-Museum für Naturkunde wieder geöffnet. Es gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln, das Planetarium bleibt außer Betrieb und ab 400 Besuchern wird der Einlass gestoppt – aber sonst läuft der Museumsbetrieb ziemlich normal. Nur eines fällt auf: Die Touchscreens bleiben ausgeschaltet.

Wenn sie fehlen, werden die vielseitigen Bildschirme erst wirklich vermisst. Wie viele es insgesamt sind, kann das Museumspersonal zwar nicht auf Anhieb sagen – aber in den meisten Ausstellungsräumen gibt es doch wenigstens einen. Es handelt sich um „kapazitive Touchscreens“, die sowohl einfache als auch mehrfache Berührungen und sogar Gesten erkennen können – aber der elektrischen Spannung wegen auf Berührung mit dem bloßen Finger angewiesen sind, nicht anders als ein Smartphone. Bloße Finger aber sieht das Hygiene-Konzept des Museums derzeit nicht vor.

Eingabestift aus leitfähigem Kunststoff

Was tun? Eine Lösung könnten Eingabestifte sein. Deren Anschaffung möchte man allerdings nicht der Initiative der Besucher überlassen, schließlich dürfen die sensiblen Bildschirme nicht beschädigt werden. Clemens Heddier schlägt stattdessen den von ihm neu entwickelten Eingabestift „PEN-Y“ aus leitfähigem Kunststoff vor: 750 von ihnen stellte der Unternehmer aus Reken dem Naturkundemuseum jetzt zur Verfügung.

Die Idee: Die Stifte werden an der Kasse an Besucher ausgegeben und beim Ausgang wieder eingesammelt. Sie sind abriebfest, lassen sich problemlos reinigen und können praktisch unbegrenzt wiederverwendet werden. Sie wiegen nur 19 Gramm, sind aber so groß, dass sie nicht einfach in der Hosentasche vergessen werden können.

Haken für Schubladen

Die Auflagefläche ist ungefähr so groß wie eine Fingerkuppe, um den sensiblen Bildschirm nicht zu verwirren. Der Finger wiederum findet in einer kleinen Mulde Platz, die nicht nur eine punktgenaue Bedienung, sondern auch den Einsatz als Werkzeug erlaubt, wenn es etwa gilt, eine Schublade oder eine Schranktür ohne Hautkontakt zu öffnen.

Die Entwicklung und Vermarktung eines solchen Eingabestiftes ist in Corona-Zeiten wirtschaftlich interessant – weil sich damit beispielsweise auch Bankautomaten bedienen lassen. Die Vertreter des LWL-Museums freuten sich über die Spende, mochten sich aber über Art und Umfang des Einsatzes nicht äußern.

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