Dokumentation einer außergewöhnlichen Zeit
Studentinnen sammeln kreative Arbeiten in Zeiten von Corona

Münster -

Zeichnen, Stricken, Schreiben, Basteln: Viele Menschen haben in der Corona-Krise viel Zeit und nutzen diese kreativ. Zwei Studentinnen der Fachhochschule Münster sammeln solche kreativen Arbeiten.

Montag, 25.05.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 11:23 Uhr
Dokumentation einer außergewöhnlichen Zeit: Studentinnen sammeln kreative Arbeiten in Zeiten von Corona
Sonst arbeiten Insa Lügger (l.) und Aelfleda Clackson von ihren jeweiligen Schreibtischen online am Magazin. Jetzt trafen sie sich mit reichlich Abstand endlich wieder real. Foto: FH Münster/Katharina Kipp

Jemand fühlt sich allein in einer viel zu großen Wohnung. Ein anderer braucht Rückzugsmöglichkeiten vom engen Dasein mit der Familie. Andere vermissen Abwechslung im immer gleichen Tagesablauf und Nähe zu den engsten Bezugspersonen.

Es gibt etliche Beispiele, was Menschen in der Corona-Krise belastet. Manch einer oder einem hilft es, sich kreativ auszudrücken und dadurch mit der Situation umzugehen – durch Zeichnungen, Bastelkunst, Malerei, Schreiberei oder Illustration.

Sechs Hefte seit Anfang März

Insa Lügger und Aelfleda Clackson vom Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), stellten laut einer Mitteilung der FH fest: Es gibt viele solcher Arbeiten in ihrem Umfeld. So viele, dass sie beschlossen, diese in einem Online-Magazin zu bündeln. Seit Ende März erscheint deshalb „no place but home“. Sechs Hefte gibt es bislang, die neueste Ausgabe kommt voraussichtlich am 27. Mai.

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Aelfleda Clackson zeigt eine ihrer Arbeiten, die in Ausgabe sechs erschienen ist. Foto: FH Münster/Katharina Kipp

Eine außergewöhnliche Zeit zu dokumentieren – das ist das Ziel von „no place but home“. „Und das passiert auf ganz unterschiedliche Weise“, sagt Lügger. Es gibt Gedichte, Illustrationen, Kommentare, Buchempfehlungen. Immer mit dabei ist ein stichwortartiger Überblick über die Corona-Themen der letzten Wochen. „Der eigenen gestalterischen Freiheit sind überhaupt keine Grenzen gesetzt“, so Clackson. Und deshalb ist es auch für die beiden Herausgeberinnen eine große Überraschung, wie genau die neueste Ausgabe aussieht. „Da sind wir immer sehr gespannt.“

Für manche ist das auch ein Ventil, um mit der schwierigen und stressigen Situation umzugehen.

Insa Lügger

Material für „no place but home“ bekamen sie zunächst von ihren Kommilitonen, inzwischen kommen Ideen aus ganz Deutschland. „Mit dabei sind viele Ehemalige der MSD, aber auch fachfremde Leute, die über andere auf unser ‚zine‘ – so heißt diese Publikationsform – aufmerksam geworden sind und Beiträge bei uns einreichen“, erklärt Lügger. Viele Menschen hätten jetzt Zeit, um kreativ zu sein.

„Für manche ist das auch ein Ventil, um mit der schwierigen und stressigen Situation umzugehen“, so die 23-Jährige. Gemeinsam mit Clackson veröffentlicht sie die Zusendungen im Magazin – die Idee dazu ist komplett auf Eigeninitiative der Studentinnen entstanden. „no place but home“ erscheint dann alle zwei Wochen online.

Werbung über Instagram-Kanal

Über den eigens dafür eingerichteten Instagram-Kanal bewerben die beiden angehenden Designerinnen die Hefte – und bekommen viel positives Feedback. „Das freut uns natürlich sehr“, sagt Clackson. Wie es mit „no place but home“ weitergeht, bleibt abzuwarten. „Momentan beobachten wir, dass Corona gar nicht mehr so sehr im Mittelpunkt steht. Das ist auch vollkommen okay. Denn uns geht es vor allem darum, Arbeiten zu sammeln, die in dieser ungewöhnlichen Zeit entstehen – ein Corona-Bezug muss gar nicht sein“, erklärt die 24-Jährige.

Wer neugierig geworden ist, findet alle bisherigen Ausgaben unter noplacebuthome.wordpress.com . Der Instagram-Kanal ist unter instagram.com/noplacebuthome erreichbar.

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