Prozess gegen Pflegedienst
Peilsender erhärtet Verdacht

Münster -

Ein Pflegedienst aus Münster soll illegaler Weise Leistungen abgerechnet haben, die sie nicht erbracht haben und steht deshalb nun vor dem Landgericht Münster. Die Polizei war den Angeklagten unter anderem mit an Autos angebrachten Peilsendern auf die Schliche gekommen.

Montag, 25.05.2020, 19:30 Uhr
Prozess gegen Pflegedienst: Peilsender erhärtet Verdacht
Foto: dpa (Symbolbild)

Im Fall des angeblichen Betrugs durch einen münsterischen Pflegedienst ist am Montag der damalige Ermittlungsleiter der Polizei vernommen worden. Er schilderte, wie die anfänglichen Ermittlungen gegen den Pflegedienst begonnen haben.

So hätten Prüfer bemerkt, dass der Pflegedienst unnormal hohe Einnahmen habe. Um den damaligen ersten Verdacht der Geldwäsche zu bestätigen, habe die Polizei daraufhin zunächst verdeckt ermittelt.

Peilsender an Wagen angebracht

Dabei hört sich die Beschreibung des Polizisten fast schon filmreif an. Demnach seien damals – die Vorwürfe reichen zurück in die Jahre 2011 und 2012 – Peilsender an den Autos des Pflegedienstes angebracht worden. Ein Abgleich dieser Ortungsdaten mit den vom Pflegedienst angegebenen Tourenplänen hätte gezeigt, dass die Pfleger an mehreren Orten hätten gleichzeitig seien müssen.

Da die Angeklagten sich geständig zeigten, wird auf die Vernehmung von neun weiteren Zeugen verzichtet, wodurch sich das Verfahren verkürzt. Bereits bei der kommenden Sitzung am 9. Juni sollen die Schlussplädoyers vorgetragen werden.

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