Nach jahrelanger Diskussion
Uni Münster berät über Namensänderung wegen Wilhelm II.

Münster -

Studentenvertreter fordern seit Jahrzehnten eine Namensänderung der Westfälischen Wihelms-Universität in Münster. Der Senat soll in seiner Sitzung in dieser Woche ein Maßnahmenpaket beschließen. Ob daraus auch eine Namensänmderung folgt, ist noch offen.

Montag, 25.05.2020, 16:12 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 16:45 Uhr
Nach jahrelanger Diskussion: Uni Münster berät über Namensänderung wegen Wilhelm II.
Foto: Oliver Werner

Münster (dpa/lnw) - Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster steht nach jahrelangen Diskussionen über ihren Namensgeber Kaiser Wilhelm II. vor einer Entscheidung. Der 23-köpfige Senat der Universität berät am Mittwoch über den Abschlussbericht einer Arbeitsgruppe zum Umgang der Uni mit dem Kaiser (1859-1941), wie es in einer Terminankündigung der Uni vom Montag heißt.

Der deutsche Kaiser hatte 1902 die 1771 gegründete Universität Münster nach einer zwischenzeitlichen Herabstufung zur Akademie wieder in den Stand einer Universität erhoben und wurde als Stifter 1907 Namensgeber. Nach neuesten Forschungsergebnissen wird Wilhelm II. aber als «überaus militaristisch und nationalistisch, antislawisch und geradezu obsessiv antisemitisch» angesehen, wie es in dem Abschlussbericht der Arbeitsgruppe an den Senat heißt.

Senat soll Maßnahmenpaket beschließen

Studentenvertreter fordern seit Jahrzehnten eine Namensänderung. Die Arbeitsgruppe schlägt jetzt ein mehrstufiges Verfahren vor, an dessen Ende eine Umbenennung stehen kann, aber ausdrücklich nicht muss.

Der Senat, dem Professoren, Studenten sowie wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter der Universität angehören, muss jetzt über mehrere Maßnahmenpakete abstimmen. So sollen auf der Internetseite der Uni offensiver kritische Hinweise zu Wilhelm II. platziert und Erstsemester über den Namensgeber informiert werden. Öffentliche Diskussionsreihen und eine Ausstellung sind weitere Vorschläge. Für eine spätere Namensänderung müsste der Senat die Grundordnung der Universität ändern.

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