Neue Ausstellung im LWL-Naturkundemuseum
Überlebenskünstler Mensch

Münster -

Ab 21. August wird die neue Sonderausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ im LWL-Museum für Naturkunde gezeigt. Die Ausstellungsmacherinnen geben einen Einblick in die Konzeption der Ausstellung.

Montag, 01.06.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 20:20 Uhr
Die Ausstellungsmacherinnen Dr. Ramona Dölling (l.) und Dr. Hanna Rüschoff stellen in der neuen Sonderausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ die verschiedenen Facetten des Menschen vor, unter anderem geht es um Ernährung.
Die Ausstellungsmacherinnen Dr. Ramona Dölling (l.) und Dr. Hanna Rüschoff stellen in der neuen Sonderausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ die verschiedenen Facetten des Menschen vor, unter anderem geht es um Ernährung. Foto: Christoph Steinweg/LWL

Welche Inhalte fallen einem zum Thema Überlebenskünstler Mensch ein? Was erwarten Besucher? Womit kann man sie überraschen? Wie füllt man 1200 Quadratmeter Fläche mit spannenden Themen? Welchen Weg haben die zahlreichen Ausstellungsobjekte hinter sich gebracht, bis Besucherinnen sie sehen, anfassen und riechen können? Ab 21. August wird die neue Sonderausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ im LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße gezeigt. Die Ausstellungsmacherinnen Dr. Hanna Rüschoff und Dr. Ramona Dölling vom LWL-Museum geben einen Einblick in die Konzeption der Ausstellung.

Selten war eine Ausstellung im Museum des Landschaftsverbandes so aktuell wie diese, heißt es in einer Pressemitteilung. Dabei sei es Zufall, dass die Ausstellung zu einem Zeitpunkt kommt, da die Corona-Pandemie zwingt zu beweisen, warum Menschen sich den Titel „Überlebenskünstler“ verdient haben.

Sprung ins kalte Wasser

Rüschoff und Dölling hatten gerade ihren Doktortitel in Evolutionsbiologie und Zoologie, als sie vor fast zwei Jahren als wissenschaftliche Volontärinnen im Museum anfingen. „Ein Sprung ins kalte Wasser, da wir beide noch nie eine Ausstellung konzipiert hatten. Wir wussten, wie viel Verantwortung das ist. Die jüngste Sonderausstellung hier im Museum sahen über 300 000 Menschen. Das ist, als würde ganz Münster deine Arbeit begutachten“, so Dölling.

Als die Volontärinnen ihre Arbeit begannen, stand der Titel für die Ausstellung fest – viel mehr nicht. Ihre Aufgabe war es, diesen Titel mit Ideen, Inhalten und Geschichten zu füllen. Ein Jahr lang waren sie auf Themensuche und Recherche für das Konzept. Dann stand der Plan: Es soll die umfassendste Darstellung des Themas Mensch als Überlebenskünstler in einer Ausstellung werden. Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, mussten Texte über die Evolutionsgeschichte verfasst, Grafiken über den Ressourcenverbrauch erstellt oder Objekte aus dem Weltall beschafft werden. Themen wie kulturelle oder biologische Evolution, Krankheit und Tod, Sprache und Gesellschaft sollten mit Objekten bildhaft aufgearbeitet werden.

Spezielle Objekte

Bei anderen Museen, in Ausstellungen oder bei privaten Sammlern fragten Dölling und Rüschoff nach, ob speziell ins Konzept passende Objekte für eine gewisse Zeit ausgeliehen werden können. Ihre Suche führte sie bis nach Großbritannien.

Andere Objekte mussten nach den Vorgaben der beiden Wissenschaftlerinnen angefertigt werden. „Wenn aus den eigenen verrückten Ideen für die Ausstellung dann Wirklichkeit wird, ist das schon spannend mit anzusehen“, so Dölling.

Lebensechte Homo sapiens-Figuren im Naturkundemuseum

1/10
  • Kuratorin Lisa Klepfer (v.li..), Maskenbildnerin Lisa Büscher und Ausstellungsmacherin Dr. Hanna Rüschoff, freuen sich über die gelungene Darstellung der beiden weiblichen Figuren.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Vorsichtig wurden die Figuren in das Museum gebracht.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Vorsichtig packt die Figurenbauerin Büscher die Schamanin aus.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Die Schamanin wurde von Büscher in fünfmonatiger Arbeit angefertigt.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Gegenüber der Schamanin sitzt in der Ausstellungsinszenierung ein junges Mädchen, welches der älteren Frau zuhört.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Lisa Büscher achtete bei Ihrer Arbeit auf Authentizität, weshalb sie für die Schamanin eine echte Frau abgeformt hat, um daraus die Figur zu bauen.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Die Figur der jungen Frau wirkt lebensecht, da Büscher auf der Haut auch Flecken, Pickel oder Mückenstiche, zeigt.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Einzelne Körperteile, Bekleidung und die Kopfbedeckung wurden vor Ort in der Ausstellung angebracht. Ausstellungsmacherin Hanna Rüschoff (re.) begutachtet die Kopfbedeckung der Schamanin.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Kuratorin Lisa Klepfer (li.) legt mit Büscher den Sitzplatz der Figuren fest. Die lebensechten Figuren einer Schamanin und einer jungen Frau sind wichtige Ausstellungsobjekte der neuen Sonderausstellung "Überlebenskünstler Mensch".

    Foto: LWL/Steinweg
  • Die Schamanin sitzt im Schneidersitz und beugt sich sprechend und gestikulierend am Feuer nach vorne und erscheint so lebensecht, dass die Besucherinnen und Besucher des Museums sich schon auf die Inszenierung freuen können.

    Foto: LWL/Steinweg
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7431762?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker