Projekt des LWL-Naturkundemuseums
Mit einem Erfassungstool die Natur beobachten

Münster -

Naturfreunde können über eine neue Homepage das LWL-Museum für Naturkunde unterstützen. Denn über die Plattform „NRW.Observation.org“ können Tiere und Pflanzen gemeldet werden.

Mittwoch, 03.06.2020, 08:00 Uhr
Blick auf das Erfassungstool von iObs.
Blick auf das Erfassungstool von iObs. Foto: LWL/Eickmann

Seit dessen Gründung 1892 erforscht das LWL-Museum für Naturkunde zusammen mit ehrenamtlichen Forschern die heimische Natur. Gemeinsam mit naturkundlichen Arbeitsgruppen, Vereinen und interessierten Einzelpersonen nutzen die Museumswissenschaftlerinnen- und Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) seit Kurzem die Online-Plattform „NRW.Observation.org“ und dazugehörenden Apps zur Erfassung naturkundlicher Beobachtungen. Das Museum ist der Projektpartner für NRW im weltweiten Netzwerk für Biodiversitätsforschung „Observation.org“.

Mit dieser Beobachtungs- und Bestimmungsplattform können alle Naturinteressierten zu Bürgerwissenschaftlern werden und helfen, die heimische Artenvielfalt zu erforschen, schreibt das Museum in einer Pressemitteilung. „Über das Meldesystem ‚NRW.Observation.org‘ können Tier-, Pilz- und Pflanzenbeobachtungen in ganz Nordrhein-Westfalen gemeldet werden. Bei der Bestimmung per Foto helfen die selbstlernenden Bilderkennungsfunktionen der Apps.

Sie erkennen schon erstaunlich viele Arten“, erklärt Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs. „Weil das perfekt zu unseren traditionellen Aufgaben passt, ist unser Museum Partner geworden. Von Spaziergängern über Schüler bis hin zu Nachwuchsforschern und Profis können alle mitmachen und den eigenen Garten oder den benachbarten Park in ein Forschungslabor verwandeln“, führt der Biologe aus.

Insekten und Fotos per Handyfoto bestimmen

Eigene Beobachtungen können im Web auf www.nrw.observation.org oder per Apps (ObsMapp, Obs­Identify bzw. iObs) gemeldet werden. Die Apps sind mit modernen Bilderkennungsfunktionen ausgestattet. Mit deren Hilfe können die Nutzer schon jetzt viele Insekten- oder Pflanzenarten per Handyfoto automatisch bestimmen und direkt melden. Die Daten der gesammelten Funde werden anschließend von Experten bestätigt oder auch mal korrigiert und stehen dann allen Nutzern zur Verfügung. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für die Forschung und den Naturschutz, beispielsweise für die Erstellung von Roten Listen bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Sie sind aber auch geeignet für die Speicherung persönlicher Beobachtungen und Kartierungen.

In Zeiten des Klimawandels, aber auch bedingt durch andere Umwelteinflüsse, passiert gerade sehr viel in der direkten Umgebung - die Massenentwicklung des Eichenprozessionsspinners zählt auch dazu. Einige Arten verschwinden, andere wandern ein. „Ohne private Artenkennerinnen und Artenkenner wüssten wir praktisch nichts über die heimische Natur. Über NRW.Observation.org mit seinen Apps können jetzt auch Laien ohne Artenkenntnisse helfen“, so Kriegs.

Aktuell werden in NRW über 1000 Naturbeobachtungen täglich in „NRW.Observation.org“ eingegeben. „Dadurch können neue Entwicklungen in der Natur genau verfolgt und beinahe live beobachtet werden“, so Kriegs. „Mit ‚NRW.Observation.org‘ kann jeder Einzelne von Zuhause aus helfen. Jede Pflanze, jeder Schmetterling oder jeder Maulwurfshaufen ist von Interesse.“

Eine Anleitung mit ersten Schritten zur Nutzung der Tools gibt es hier als PDF-Download: https://observation.org/download/intro_nrw_observation_org.pdf

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