Arbeitsmarkt im Mai
Viele junge Menschen sind arbeitslos

Münster -

Die Arbeitslosigkeit hat auch im Mai weiter zugenommen, wenn auch langsamer. Sorgen bereitet der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, dass besonders die Jugendarbeitslosigkeit in der Corona-Krise deutlich steigt.

Mittwoch, 03.06.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 17:20 Uhr
Arbeitsmarkt im Mai: Viele junge Menschen sind arbeitslos
Foto: dpa (Symbolbild)

Auch im Mai mussten in Münster weitere Betriebe Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Zu den 2789 Unternehmen, die bereits seit Anfang März Kurzarbeit angemeldet haben, kamen im Mai 253 hinzu. In den Anzeigen geben Unternehmen an, wie viele Mitarbeiter sie für die Kurzarbeit einplanen. Demnach sind 43.261 Arbeitnehmer in Münster betroffen.

Im Mai waren in Münster 9173 Menschen arbeitslos gemeldet, 508 mehr als im April. Damit setzte sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit fort, verlangsamte sich aber deutlich, wie die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster mitteilt. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 5,9 Prozent. Von März zu April lag der Anstieg noch bei 11,4 Prozent.

Anstieg um 18,9 Prozent

„Die hohe Dynamik, mit der die Arbeitslosenzahlen gestiegen sind, hat nachgelassen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind dennoch nachhaltig“, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. So ist die Arbeitslosigkeit in Münster gegenüber dem Vorjahr um 18,9 Prozent beziehungsweise 1455 Personen angestiegen.

Die Arbeitslosenquote wuchs im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte. „In der Regel sinkt die Arbeitslosigkeit zu Beginn der Sommermonate, wenn insbesondere in Handel, Hotels und Gaststätten Personal gesucht wird. Diese Entwicklung ist in diesem Jahr komplett ausgeblieben“, erklärt Fahnemann. Sorgen mache ihm die deutliche Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit. Insgesamt 846 unter 25-Jährige waren im Mai in Münster arbeitslos gemeldet, 203 mehr als im Vorjahresmonat. Damit stieg die Jugendarbeitslosigkeit um 31,6 Prozent.

Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, den jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben.

Joachim Fahnemann

Besonders betroffen sind Ausbildungsabsolventen, die nicht im Ausbildungsbetrieb übernommen wurden und nun keine Anschlussbeschäftigung finden. „Statistiken belegen, dass es Menschen, die bereits in jungen Jahren phasenweise arbeitslos sind, auch später schwerer haben, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden. Deshalb müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, den jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben“, betont Fahnemann.

„Hinzu kommt der Fachkräftebedarf, der bereits jetzt schon in einigen Branchen spürbar ist. Hier auf gut ausgebildete Nachwuchskräfte verzichten zu müssen, wäre folgenschwer.“

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