Nabu: Insekten und Vögel bedroht
Arten werden immer weniger

Münster -

Es steht schlecht um viele Insekten- und Vogelarten in der Region. Darauf weist der Naturschutzbund jetzt hin. Der Lebensraum der Tiere wird immer knapper, viele Arten sterben aus.

Donnerstag, 04.06.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 14:25 Uhr
Tagfaltern geht es zunehmend schlechter.
Tagfaltern geht es zunehmend schlechter. Foto: Ulla Gärtner

Mehr als zwei Drittel der zu schützenden Arten befinden sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand und fast die Hälfte der Lebensräume zeigen einen negativen Entwicklungstrend, wie der Naturschutzbund (Nabu) mitteilt. Ergeben habe dies der Bericht zur „Lage der Natur in Deutschland“ des Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Auch im Münsterland sei die Situation nicht anders. „Bei der Bilanz einer mehrjährigen Erfassung bedrohter Blütenpflanzen als Vorbereitung für die nächste Rote Liste wurde bei 138 von 800 untersuchten Arten ein Rückgang festgestellt“, so Dr. Thomas Hövelmann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Auch der Bestand des Kiebitzes im Stadtgebiet von Münster sei im vergangenen Jahr innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte eingebrochen, so Kristian Lilje (ebenfalls NABU-Naturschutzstation Münsterland).

Artensterben im Verborgenen

Besonders bedrohlich sei die Lage bundesweit wie auch im Münsterland für Arten des Grünlandes und der Gewässer: Der deutliche Verlust von Beständen und die Verschlechterung des Zustandes der verbliebenen Flächen führen laut den Naturschützern zu einem deutlichen Artenrückgang, zum Beispiel bei den Insekten. „Hier geschieht das Artensterben eher im Verborgenen“, so Hövelmann, „während der Fokus auf den leicht sichtbaren Tagfaltern und Honigbienen liegt, verschwinden viele unscheinbare Wildbienen-, Schwebfliegen- und Käferarten, ohne dass man es bemerkt.“

Nicht ganz so erschreckend sei die Bilanz bei Arten der Wälder – noch. Denn die Folgen des Klimawandels machten vielen Wäldern schwer zu schaffen. Arten- und strukturreiche Waldbestände könnten sich besser an Klimaveränderungen anpassen. Doch auch in den Wäldern gingen die Insektenzahlen deutlich zurück. Viele Arten seien eng an einheimische Baumarten angepasst, sodass sie durch die Pflanzung von Gastbaumarten kaum profitierten, so Dr. Britta Linnemann, Leiterin der NABU-Naturschutzstation Münsterland.

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