Frühchenstation am St.-Franziskus-Hospital
Wo Abwechslung Routine bedeutet

Münster -

Bald beginnen die Bauarbeiten für die neue Frühchenstation im St. Franziskus-Hospital. Zwei Pflegerinnen erzählen schon jetzt von ihrer Arbeit und warum sie sich auf die neue Station freuen.

Freitag, 05.06.2020, 09:00 Uhr
Die Früh- und Neugeborenen-Intensivstation im St. Franziskus-Hospital ist der Arbeitsplatz von Kathrin Elskamp (l.) und Elisabeth Wunder. Das Foto ist vor der Corona-Pandemie entstanden.
Die Früh- und Neugeborenen-Intensivstation im St. Franziskus-Hospital ist der Arbeitsplatz von Kathrin Elskamp (l.) und Elisabeth Wunder. Das Foto ist vor der Corona-Pandemie entstanden. Foto: St. Franziskus-Hospital

Ab dem Sommer soll am Franziskus-Hospital eine neue Frühchen-Station entstehen. Wie wichtig so eine Station ist, verdeutlichen Kathrin Elskamp und Elisabeth Wunder, die bereits jetzt als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen in der Klinik im Bereich Neonatologie und Kinderintensivmedizin arbeiten.

Hier werden Frühgeborene ab der 24. Schwangerschaftswoche behandelt. „Wir versorgen und überwachen auch Neugeborene nach chirurgischen Eingriffen. Bei Patienten bis zum 18. Lebensjahr übernehmen wir die Notfallversorgung und die Überwachung nach Operationen“, erläutert Wunder. Die 32-Jährige hat nach ihrer Ausbildung eine Weiterbildung für Intensivmedizin und Anästhesiepflege absolviert und ist seit sechs Jahren im St. Franziskus-Hospital tätig. Die Arbeit mit den Frühchen und kranken Kindern liege ihr besonders gut, betont sie.

Vielfältige Aufgaben

Ihre Kollegin Kathrin Els­kamp hat ihre Ausbildung im St. Franziskus-Hospital vor zwei Jahren beendet. „Wenn ich von meinem Beruf erzähle, denken die meisten an Tätigkeiten wie Wickeln und Baden. Das ist ein Teil meiner Arbeit, doch die Aufgaben sind deutlich vielfältiger und vor allem die persönliche Verantwortung für die kleinen Patienten ist sehr groß“, so die 23-Jährige.

„In der hochsensiblen Intensivbehandlung der sehr kleinen Frühgeborenen unterstützen wir die Therapie, zum Beispiel durch Sekretabsaugen im Mund-Nasenraum, Vorbereitung der Medikamentengabe und genaue Beobachtung“, erläutert sie.

Die wichtige Beziehung zu den Eltern

Auch der Bindungsaufbau zwischen Eltern und Frühchen sei sehr wichtig: Bei der sogenannten „Känguru-Methode“ werden schon die kleinsten Frühgeborenen den Eltern mit direktem Hautkontakt auf die Brust gelegt. „Das fördert neben dem Beziehungsaufbau auch die Atmung und damit die Genesung und Entwicklung der Frühgeborenen. Die Sauerstoffwerte des Babys verbessern sich beim ‚Känguruen‘ sofort, die Sauerstoffzufuhr kann reduziert werden. Die Eltern sind meist sehr glücklich, dass sie so zur Genesung beitragen können“, berichtet Elskamp.

Dabei mache besonders die Vielfalt den Reiz der Arbeit aus. „Vor Dienstantritt weiß ich nie, was mich erwartet“, betont Wunder. Wissen und Erfahrung seien daher die Grundlage für die Arbeit auf der Frühchenstation: Nur wer wissbegierig bleibe, könne aus ihrer Sicht die täglich neuen Herausforderungen meistern. „Immer wieder kommen Aufgaben hinzu. Die Pflege ist im Wandel.“ Auch die Verantwortung für die Patienten schätze sie an ihrem Beruf, erzählt Wunder. Den Respekt vor ihrer Tätigkeit habe sie nie verloren: „Wir arbeiten nicht nur mit den Kindern, sondern häufig alle gemeinsam für deren Überleben.“

Daher ist rund um die Uhr Teamwork gefragt: „In der Zusammenarbeit hier auf der Station gilt: Jeder hilft, wo er kann, und das klappt sehr gut“, betont Elskamp.

Hoffen auf Wohlfühlatmosphäre

Von der neuen Frühchenstation erhoffen sich die Pflegekräfte mehr Ruhe, Privatsphäre und Wohlfühlatmosphäre für die Familien. Das Team selbst freute sich auch auf großzügigere Personalräume.

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