Guter Start in die Erdbeersaison
Alle wollen mit anpacken

Münster -

Die münsterischen Bauern haben genügend Helfer für die Erdbeerernte. Viele ausländische Saisonkräfte sind mittlerweile da – ihre Beschäftigung bedeutet in diesen Wochen allerdings sehr viel mehr Aufwand als normalerweise. Gut, dass auch andere helfen.

Freitag, 05.06.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 17:15 Uhr
Die Erdbeerbauern Burkhard Lütke-Laxen (l.) und Stephan Bäcker freuen sich mit Susanne Schulze-Bockeloh
Die Erdbeerbauern Burkhard Lütke-Laxen (l.) und Stephan Bäcker freuen sich mit Susanne Schulze-Bockeloh Foto: Matthias Ahlke

„Wir sind jetzt in der Haupterntezeit“, sagt Erbeerbauer Burkhard Lütke-Laxen vom gleichnamigen Hof in Gelmer. Dank des guten Wetters der vergangenen Wochen sei die Ernte gut angelaufen, sagt auch Stephan Bäcker: „Es läuft gut, weil es bis jetzt keine Hitzeperioden gab, auch wenn der Regen natürlich fehlt.“ Dass die Erdbeeren in diesem Sommer wohl ein bisschen teurer bleiben als im vergangenen Jahr, liegt also nicht daran, dass es weniger Erdbeeren gibt – sondern an höheren Produktionskosten.

Wie schon die Spargelernte, ist auch die der Erdbeeren in diesem Jahr für die Bauern mit mehr Aufwand verbunden, als sonst. Dass viele Erntehelfer bereits vor einigen Wochen zum Beginn der Spargelernte eingeflogen werden mussten und für ihre Unterbringung strenge Vorgaben gelten, wirkt sich auch auf den Preis der Beeren aus. „Das Preisniveau ist ein bisschen höher als im vergangenen Jahr“, sagt Heike Lütke-Laxen.

1000 Euro mehr pro Arbeitskraft

Laura Jacobs, Sprecherin des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), sagt: „Die Bauern müssen etwa 1000 Euro zusätzlich pro Arbeitskraft rechnen.“ Nicht nur für die Anreise sondern auch für mehr Unterkünfte, damit weniger Saisonkräfte zusammen untergebracht werden. „Gerade am Anfang war das sehr schwierig, auch, weil sich die Auflagen immer wieder verändert haben“, sagt Heike Lütke-Laxen. Ob die Betriebe die Vorgaben einhalten, werde regelmäßig kontrolliert, sagt Stephan Bäcker: „Das Ordnungsamt und Gesundheitsamt waren mehrfach bei uns.“ Die ausländischen Arbeiter müssten beispielsweise in festen Gruppen bleiben, sowohl auf dem Feld, als auch beim Essen in der Kantine.

 

 

Das Selbstpflücken ist sehr beliebt.

Heike Lütke-Laxen

Das die Erdbeerernte und -vermarktung trotz aller Widrigkeiten so gut funktionieren, hat auch mit der Hilfsbereitschaft aus dem eigenen Land zu tun. Zehn Arbeitskräfte hat die Agentur für Arbeit an den Hof Lütke-Laxen vermitteln können, darunter Studenten und Kurzarbeitende. Immer mehr Menschen sind in diesen Zeiten gerne selbst draußen auf dem Feld, wie die Bauern festgestellt haben: „Das Selbstpflücken ist sehr beliebt“, so Heike Lütke-Laxen. Die Abstandsregeln könnten auf dem Feld gut eingehalten werden, zudem gebe es, wie in Geschäften, ein Einbahnstraßensystem. Die entsprechenden Felder liegen an der Handorfer und Sprakeler Straße.

Arbeitsagentur vermittelt Helfer

Da zu Erntebeginn viele Helfer, vor allem aus Osteuropa fehlten, hat die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster eine Sondervermittlung für gestartet. „Das Problem war, dass Erntehelfer aber auch personal in Verpackung und Verkauf fehlte, andere haben hier in Job verloren und sind in Kurzarbeit“, erklärt Julia Rösmann von der Agentur. Über die Vermittlung ist unter anderem Leon Neiss auf den Hof Lütke Laxen gekommen. Der 23-Jährige studiert eigentlich Informatik in Aachen. „Ich habe vorher als Fundraiser gearbeitet und das ging jetzt nicht mehr.“ Über seine Eltern, die in Münster leben, habe er von der Aktion erfahren. (Renée Trippler)

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