Kundgebung vor Münsters Schloss
Über 2000 demonstrieren gegen Rassismus

Münster -

Weltweit protestieren Menschen gegen Rassismus nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis starb. Am Samstag demonstrierten auch in einigen NRW-Städten Menschen gegen Rassismus. In Münster kamen weit mehr Teilnehmer zum Schlossplatz, als die Veranstalter erwartet hatten. 

Samstag, 06.06.2020, 16:45 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 09:58 Uhr
Kundgebung vor Münsters Schloss: Über 2000 demonstrieren gegen Rassismus
Über 2000 Menschen demonstrierten am Samstag (6. Juni) vor dem Schloss in Münster gegen Rassismus. Foto: Pjer Biederstädt

Um 15 Uhr, eine Stunde nach dem Beginn der Demonstration gegen Rassismus auf dem Schlossplatz, hatten sich laut Polizeipressestelle über 2000 Teilnehmer zu der Kundgebung eingefunden. Angemeldet hatten die Veranstalter vom Kulturverein Odak lediglich 600. In den Sozialen Netzwerken hatte unter anderem die Bewegung „Fridays for Future“ vorab zur Teilnahme aufgerufen. Auch Mitglieder verschiedener politischer Parteien nahmen an der Kundgebung teil.

Exakt 8:46 Minuten lang konnte man auf dem Schlossplatz trotz der zahlreichen Demonstranten eine Stecknadel fallen hören. Die Schweigeminute dauerte genau so lange, wie der US-Polizist auf dem Hals des später verstorbenen George Floyd gekniet hatte. Einige reckten dabei die Faust zum Himmel. Manche wischten sich Tränen aus dem Gesicht. Viele versuchten wegen der Corona-Pandemie Abstand zum Nebenmann zu halten, fast ausnahmslos trugen die Demonstranten Mundschutze. Zahlreiche Teilnehmer hatten Plakate und Transparente gebastelt. 

Redebeiträge ausschließlich von „people of color“

Ganz bewusst, erklärte eine Mitorganisatorin des Odak-Kulturvereins gegenüber unserer Zeitung, habe man ausschließlich „people of color“ und Rassismusbetroffene als Rednerinnen und Redner eingeladen. Sie erzählten auf der Bühne vom Alltagsrassismus, dem sie ausgesetzt seien und von Erfahrungen mit Racial Profiling (auf Stereotypen und äußerlichen Merkmalen basierendes Agieren von Polizeibeamten). 

Anti-Rassismus-Demo vor dem Schloss

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Rassismus, so die Demo-Organisatorin, die anonym bleiben wollte, sei ein weltweites Problem, das auch die Menschen hierzulande etwas angehe. Viele Menschen würden die unterschwelligen Alltagsrassismen nicht erkennen, außerdem bedürfe es einer kritischen Auseinandersetzung von weißen Menschen mit ihren Privilegien.

Die Demonstration war bis 17 Uhr angemeldet. Bereits am Freitag hatte eine Kundgebung gegen Rassismus auf dem Domplatz stattgefunden.

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