Anleitung der FH Münster für Infektionsschutzhauben
„CoroNo“ verbreitet sich international

Münster -

Prof. Dr. Joachim Gardemann und zahlreiche Studierende der Fachhochschule Münster engagieren sich für den Infektionsschutz in Corona-Zeiten. Sie haben eine spezielle Haube entwickelt - und die kann jetzt international genutzt werden.

Montag, 08.06.2020, 12:15 Uhr
Anleitung der FH Münster für Infektionsschutzhauben: „CoroNo“ verbreitet sich international
Larissa Bimberg (l.) und Annika Marie Buschmann tragen hier die Infektionsschutzhaube „CoroNo“. Die Nähanleitung ist nun in mehreren Sprachen verfügbar. Foto: Münster/Dzemila Muratovic

Zunächst in Deutsch, dann in Englisch, Französisch und Spanisch, jetzt auch in Arabisch und in Suaheli: In diesen Sprachen ist die Nähanleitung für die Infektionsschutzhaube "CoroNo" nun in Medbox, der renommierten Online-Bibliothek zur Qualitätssicherung in der humanitären Nothilfe, verfügbar. Auf die Dokumente greifen internationale Gesundheitsorganisationen und Fachkräfte aus der medizinischen Nothilfe zu.

"Wir haben zunächst die deutschsprachige Anleitung in Medbox veröffentlicht. Eine ehemalige Studentin, die in Spanien und Lateinamerika tätig ist, hat die Anleitung entdeckt und mir eine spanische Übersetzung geschickt", erzählt Prof. Dr. Joachim Gardemann von der FH Münster in einer Pressemitteilung. Auch die arabische Übersetzung stammt von einem ehemaligen Studenten.

Zusätzlicher Schutz gegen Coronavirus

"CoroNo" ist für Rettungs- und Pflegekräfte gedacht. Der kochfeste Stoff bedeckt Kopf und Halspartie. Die Haube soll den Augen- und Mundschutz ergänzen und eine zusätzliche Barriere gegen eine Coronavirus-Infektion bilden. „Der Kopf- und Halsbereich sollte lückenlos abgedeckt sein, damit Viruspartikel nicht durch unbewusste Handbewegungen im Gesicht schließlich in Augen, Nase oder Mund gelangen können“, so der Mediziner Gardemann.

Nach seinen Berichten vom humanitären Hilfseinsatz 2014 gegen Ebola in Sierra Leone hatte die Architektur-Absolventin Larissa Bimberg eine Nähanleitung für die Infektionsschutzhaube entwickelt. Ehrenamtliche Helfer, überwiegend Studierende der FH Münster, begannen mit dem Nähen der Hauben. Gardemann, Bimberg und die Oecotrophologie-Studentin Annika Marie Buschmann, die das Projekt mitkoordiniert, haben seitdem einige Hauben auch ins Ausland verschickt.

Die deutsch- und englischsprachige Anleitung ist auch unter www.fh-muenster.de/corono abrufbar. 

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

    Foto: dpa
  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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