Unterschriftensammlung für „May-Ayim-Platz“
Ein neuer Name für die Danziger Freiheit?

Münster -

Die ehemalige Straßenbahnstation an der Warendorfer Straße trägt seit einem Geheiß der Nationalsozialisten den Namen „Danziger Freiheit“. Werner Szybalski, Mitglied bei „Münster Liste - bunt und international“ schlägt jetzt eine Umbenennung des Platzes vor.

Mittwoch, 10.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 16:55 Uhr
Am Samstag
Am Samstag Foto: pd

Als Sylvia Brigitte Gertrud Opitz, deren Spitzname zu Schulzeiten „May“ war, 1979 an der Friedensschule ihr Abitur ablegte, ahnten vermutlich nur wenige, dass die junge Frau weltweit Beachtung als Lyrikerin und Kämpferin für Schwarze finden würde.

Anfang Mai wäre May ­Ayim, wie sich die Dichterin später nannte, 60 Jahre alt geworden – sie starb bereits 1996. „May Ayim hat aus dem in Münster erlebten Rassismus ihre kämpferische Kraft gewonnen und mit Kunst und Aktionen für Afrodeutsche und gegen Rassismus gekämpft“, erklärte Werner Szybalski („Münster Liste – bunt und international“). Er ist nach eigenen Angaben Initiator der Umbenennung der Danziger Freiheit in May-Ayim-Platz.

Zeichen für offenes Münster

Szybalski greift damit einen Antrag von Hugo Elkemann von der Friedenskooperative Münster an die Stadt auf, der die Entfernung des auf Geheiß der Nationalsozialisten 1934 vergebenen Namens der ehemaligen Straßenbahnstation an der Warendorfer Straße verlangt.

„Gerade in unseren Zeiten, wo weltweit der Rassismus immer offener und brutaler gezeigt wird, sollte die Friedensstadt Münster sich von dieser großdeutschen Last befreien und mit der Ehrung von May Ayim ein klares Zeichen für ein offenes, antirassistisches und internationales Münster setzen“, sagte Werner Szybalski. An der Danziger Freiheit wurden Unterschriften für den ergänzenden Antrag an die Bezirksvertretung Münster-Mitte gesammelt.

 

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