Letzte Sitzung nach 100 Tagen
Corona-Krisenstab stellt Arbeit ein

Münster -

Der Corona-Krisenstab der Stadt hat am Mittwoch zum vorerst letzten Mal getagt. Oberbürgermeister Markus Lewe dankte den Beteiligten für deren Einsatz. Zugleich warnte Dezernent Wolfgang Heuer, das Virus nun auf die leichte Schulter zu nehmen – Corona sei nach wie vor da.

Mittwoch, 10.06.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 18:19 Uhr
Der Corona-Krisenstab hat am Mittwoch zum vorerst letzten Mal getagt.
Der Corona-Krisenstab hat am Mittwoch zum vorerst letzten Mal getagt. Foto: Stadt Münster

100 Tage nach seiner ersten Sitzung hat der Corona-Krisenstab der Stadt am Mittwoch seine Arbeit eingestellt. Zumindest vorerst: Sollten die Infektionszahlen wieder deutlich steigen, werde das Gremium erneut aktiviert, so Dezernent Wolfgang Heuer, der die 41 Sitzungen des Krisenstabes geleitet hatte. „Bei der von der Kanzlerin gesetzten Grenze von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche würde der Krisenstab schon längst wieder arbeiten“, betont Heuer. Davon ist die Stadt indes aktuell weit entfernt. Seit Tagen stagniert die Zahl der Betroffenen, lediglich 19 Bürger sind aktuell infiziert. Auf dem Höhepunkt der Infektionswelle waren rund 350 Personen zeitgleich infiziert.

In den ersten Krisenstab-Sitzungen wurde noch die Verhältnismäßigkeit einer einzelnen Schulschließung und einer Absage des Sends diskutiert, erinnert sich Heuer. Als die dramatischen Bilder aus Italien und Spanien um die Welt gingen und die Infektionswelle auch in Münster an Dynamik gewann, traf der Krisenstab in immer kürzerer Taktung immer folgenreichere Entscheidungen. Am 18. März kam es schließlich zum „Lockdown“.

Prävention und Information

„Die Stadt hat seit Beginn der Krise die Linie verfolgt, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und damit insbesondere die Sorge um die Risikogruppen in das Zentrum aller Maßnahmen zu stellen“, so Heuer. Daneben setzte sie auf Information: Über eine Million Mal wurde die Corona-Info-Website des Presseamtes aufgerufen, mehr als 16 000 Anrufe gingen bei der städtischen Corona-Hotline ein, über 1000 E-Mails mit Corona-Fragen wurden beantwortet.

Corona-Chronik

29. Februar: Erster Infizierter in Münster

2. März: Erste Krisenstab-Sitzung

4. März: Erste Kita präventiv geschlossen

5. März: Erste Schule präventiv geschlossen

13. März: Stadt untersagt Club- und Tanzveranstaltungen ab

14. März: Ankauf von etwa 500 000 Schutz-Materialien

18. März: „Lockddown“: Einrichtungen, Geschäfte, Lokale, Sportanlagen, Kultureinrichtungen müssen schließen; Verbot von Veranstaltungen

26. März: Erster Todesfall in Münster

20. April: Münster führt als erste Großstadt in NRW Maskenpflicht ein, Land zieht später nach

10. Juni: 41. und letzte Sitzung des Krisenstabes

...

In der letzten Sitzung dankte Oberbürgermeister Markus Lewe den Krisenstab-Mitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz. Etliche seien in den vergangenen Wochen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gekommen, so Heuer, der an diesem Freitag zum ersten Mal seit Ende Januar einen freien Tag nehmen wird.

Das Virus ist nach wie vor da. Die Bürger sollten weiter einen verantwortungsvollen Umgang miteinander praktizieren.

Wolfgang Heuer

„Ohne die disziplinierte und verständnisvolle Reaktion der großen Bevölkerungsmehrheit stünden wir heute ganz anders da“, betont Heuer. Zugleich warnt er davor, die Corona-Gefahr auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Ende des Krisenstabes solle auf keinen Fall als Signal verstanden werden, dass nun alles vorbei sei. „Das Virus ist nach wie vor da. Die Bürger sollten weiter einen verantwortungsvollen Umgang miteinander praktizieren.“ Die weitere Bearbeitung der Pandemie soll nun in den normalen Bahnen des Verwaltungshandelns erfolgen.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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