Auch Partnerin angeklagt
63-Jähriger soll Nachbarskind missbraucht haben

Münster -

Unter anderem auf seiner Terrasse soll ein 63-Jähriger die zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt siebenjährige Nachbarstochter missbraucht haben. Obwohl die Aktenlage laut Kammer und Staatsanwaltschaft eine deutliche Sprache spreche, streitet der mehrfach vorbestrafte Münsteraner die Vorwürfe ab.

Dienstag, 16.06.2020, 21:00 Uhr
Auch Partnerin angeklagt: 63-Jähriger soll Nachbarskind missbraucht haben
Foto: dpa (Symbolbild)

Ein 63 Jahre alter Mann aus Hiltrup soll sich zwischen 2016 und 2017 mehrfach an einem damals siebenjährigen Nachbarskind vergangenen haben. Am Dienstag begann vor dem Landgericht Münster der Prozess gegen ihn und seine 53-jährige Partnerin. Ihr wird vorgeworfen, zusammen mit dem 63-Jährigen vor dem Mädchen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Beide Angeklagten streiten die Vorwürfe ab.

Obwohl die Richter, der Staatsanwalt und auch der eigene Verteidiger dem 63-Jährigen wiederholt nahelegten, sich zu den Taten zumindest in Teilen einzulassen, sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, blieb dieser bei seiner Aussage: „Ich habe ihr nichts getan.“

Sexuelle Handlungen vor den Augen des Kindes

Ihm wird vorgeworfen, durch gemeinsames Spielen und Geschenke Kontakt zu dem Kind aufgebaut und dann mehrfach in dessen Gegenwart sexuelle Handlungen an sich vorgenommen und vornehmen lassen zu haben. Diese Taten sollen sich auch auf der Terrasse des Angeklagten abgespielt haben, wo sie ein Nachbar beobachtet haben will. Dem Angeklagten zufolge habe dieser Nachbar das Kind aus böser Absicht manipuliert, diese falschen Aussagen zu treffen.

Der Vorsitzende Richter wies den Angeklagten eindringlich darauf hin, dass die Aktenlage gegen ihn spreche – der 63-Jährige war in der Vergangenheit bereits wegen exhibitionistischer Handlungen und Kindesmissbrauch verurteilt worden. „Wenn wir hier Kinder vernehmen müssen und dem Kind glauben, hat das erhebliche Auswirkungen auf die Höhe der Strafe“, so der Vorsitzende, während ein frühzeitiges Geständnis strafmildernd wirke.

Zeugen schildern Übergriffe

Auch der Staatsanwalt betonte, für Kinder sei es „eine Tortur“, vor Gericht aussagen zu müssen, die man nach Möglichkeit vermeiden wolle. Er betonte, dass sich nicht nur das Mädchen, sondern auch mehrere Zeugen zu den Vorwürfen äußern würden. Zeugen, „die auch Übergriffe geschildert haben, die gar nicht in der Anklage auftauchen“, so der Staatsanwalt. Der Angeklagte blieb dennoch dabei: Sein Nachbar wolle das Mädchen instrumentalisieren. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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