Eventbranche startet Lichtaktion „Night of Light“
Ein flammender Appell in der Not

Münster -

Alarmstufe Rot: Wegen der Corona-Krise droht der Veranstaltungsbranche eine Pleitewelle. Auf ihre schwierige Lage wollen Tausende Event-Firmen am Montag mit einer bundesweiten Lichtaktion hinweisen – darunter zahlreiche Locations in Münster.

Samstag, 20.06.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 16:52 Uhr
Auf ihre schwierige Lage wollen die Firmen der Eventbranche am Montagabend mit einer bundesweiten Lichtaktion hinweisen: Tausende Gebäude, mehrere davon in Münster, sollen rot angestrahlt werden – etwa so wie hier das Steigerhaus in Oberhausen.
Auf ihre schwierige Lage wollen die Firmen der Eventbranche am Montagabend mit einer bundesweiten Lichtaktion hinweisen: Tausende Gebäude, mehrere davon in Münster, sollen rot angestrahlt werden – etwa so wie hier das Steigerhaus in Oberhausen. Foto: Night of Lights

Seit Mitte März sind die Tanzflächen leer und die Konzertbühnen verwaist – der Eventbranche droht wegen der Corona-Krise eine Pleitewelle. Doch jetzt schlagen die Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft Alarm: Am Montag (22. Juni) wollen mehrere Tausend Spielstätten in ganz Deutschland ihre Außenfassaden rot anstrahlen. Mit der bundesweiten Lichtaktion wollen Betreiber von Eventlocations, Hallen, Kinos und Kleinkunst-Theatern sowie Technikausstatter, Messebauer, Zeltverleiher oder Tagungshotels mit einer symbolischen „Alarmstufe Rot“ auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage infolge der Krise hinweisen – auch in Münster.

Dutzende Clubs, Konzertstätten und Firmen aus Münster haben sich der „Night of Light“ angeschlossen. Mit dabei ist auch der Skaters Palace. Ab 22 Uhr soll die Konzert-, Sport- und Kulturstätte am Dahlweg in rotem Licht erstrahlen, erzählt Maik Mittel-Wichtrup von der Palace GmbH. Auf die Fassade wollen sie sogar den Hashtag #nightoflight als Graffiti aufsprühen.

Mit der Politik ins Gespräch kommen

Das Ziel der Aktion ist es laut Veranstalter, mit der Politik ins Gespräch darüber zu kommen, wie die milliardenschwere, heterogene Branche der Veranstaltungswirtschaft vor einer massiven Insolvenzwelle gerettet werden und der Erhalt von bundesweit mehreren Hunderttausend Arbeitsplätzen gesichert werden kann.

Mittel-Wichtrup schätzt, dass über 50 Prozent der Betriebe in Deutschland existenzbedroht sind. „Für uns als Konzertveranstalter ist besonders schlimm, dass nicht abzusehen ist, wann es weitergeht“, sagt er mit Blick auf die Vorlaufzeit, die ein Neustart brauchen würde. Natürlich stehe man im Palace hinter den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, aber bei den bisher von der Politik ergriffenen Hilfsmaßnahmen fühle sich seine Branche vernachlässigt. Deswegen gebe es jetzt diese „Art stillen Protests“, sagt Mittel-Wichtrup.

Halle Münsterland wird in rotes Licht getaucht

Dr. Ursula Paschke, Geschäftsführerin des Messe- und Congress-Centrums Halle Münsterland, teilt das Gefühl, mit ihren Sorgen als Event-Veranstalterin nicht wirklich wahrgenommen zu werden. Deshalb, und um Solidarität zu zeigen, werde auch die Halle Münsterland an der Aktion teilnehmen und am Montagabend in rotes Licht getaucht, so Paschke.

Weil in der Nachbarschaft der Halle Münsterland, also am Hafen, am Albersloher Weg und am Hawerkamp, viele weitere Locations mitmachen, erwartet Paschke ein imposantes Bild. Sie hofft, dass dadurch die Prägnanz des Quartiers und die existenzielle Wichtigkeit des Anliegens deutlich werden.              

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7458094?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker