Finanzielle Hilfe für freie Kulturszene
Die Stadtführer müssen abwarten

Münster -

Stadtführer ohne Gäste sind in Existenznot. Daran besteht kein Zweifel. Mit wie viel Geld ihnen geholfen werden kann, soll die Stadtverwaltung prüfen.

Freitag, 26.06.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 16:14 Uhr
Der Nachtwächter-Rundgang ist ein Klassiker.
Der Nachtwächter-Rundgang ist ein Klassiker. Foto: Statt-Reisen

Sind Stadtführungen Teil der freien Kulturszene? Diese Frage beschäftigte die Ratsmitglieder in dieser Woche, als sie über einen Fördertopf für den besagten Kulturbereich zu beschließen hatten. Einvernehmen an diesen Punkt konnte indes nicht erzielt werden, sodass sich die stark unter der Corona-Krise leidenden Gästeführer in Münster vorerst noch abwarten müssen, mit welcher finanziellen Unterstützung durch die Stadt sie rechnen können. Das nämlich soll die Stadtverwaltung zunächst prüfen, wie CDU und Grüne noch gemeinsam beschlossen haben.

Dagegen kann sich die freie Szene schon auf Unterstützung durch die Kommune einstellen. Der Rat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung die Einrichtung eines Unterstützungsfonds in Höhe von 400 000 Euro. Mit diesem Geld soll gezielte Struktur- und Existenzsicherung für freie Kulturträger geleistet werden. Allerdings hätte sich SPD-Ratsfrau Wendela-Beate Vilhjalmsson einen deutlich höheren Betrag vorstellen können. Grünen-Ratsfrau Dr. Petra Dieckmann hob hervor, dass Münster als bisher einzige Stadt dieser Größenordnung in NRW die Bundes- und Landesförderung mit eigenem Geld ergänze. Dass die Unterstützung der freien Kulturszene nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolge, betonte CDU-Ratsherr Dietmar Erber – „fordern und fördern“.

„Kulturelle Dienstleistung“

Zurück zu den Stadtführungen: In Münster werden diese seit vielen Jahren schwerpunktmäßig von vier privaten Vereinen angeboten werden, während andere Kommunen dieses Angebot über ihre Verkehrsvereine abwickeln. An der existenzbedrohenden Situation der Gästeführer gab es über Parteigrenzen hinweg keine Zweifel. Ziel sei es, das Angebot in seiner Breite aufrechtzuerhalten, gab Carsten Peters (Grüne) die Parole aus.

Die Stadtführungen allerdings zum Kulturbereich zu zählen, ist nach Erbers Einschätzung „abenteuerlich“. Eine Gegenrede kam zu diesem Punkt von der FDP: „Wir begreifen das als kulturelle Dienstleistung“, erklärte der Fraktionschef der Liberalen, Jörg Berens. Wie zuvor schon Kulturpolitikerin Vilhjalmsson forderte auch der FDP-Politiker eine Aufstockung des Kulturtopfs für die freie Szene zugunsten der Gästeführer. Diese brauchten jetzt sofort Hilfe, sagte Ortrud Philipp (Linke). Vor einem finanziellen „Überbietungswettbewerb“ warnte gleichwohl CDU-Kulturpolitiker Erber: „Ich hätte gern erst gewusst, was es kostet.“ Natürlich habe man großes Interesse, den Stadtführern zu helfen

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