Missbrauch: NRW setzt auf Unterstützung von Cybercrime-Experten
Task Force auch im Fall Münster einsetzbar

Münster -

Nordrhein-Westfalen wird zur Ermittlung von Missbrauchsfällen und Kinderpornografie ab diesem Mittwoch auch auf die Unterstützung der Zen­tral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAK NRW) setzen. Auch ein Einsatz im Missbrauchsfall von Münster wäre möglich.

Montag, 29.06.2020, 21:00 Uhr
Missbrauch: NRW setzt auf Unterstützung von Cybercrime-Experten: Task Force auch im Fall Münster einsetzbar
Diese Laube in der Kolonie ist einer der Tatorte in einem Missbrauchsfall, in der die Ermittler u.a. Festplatten und Videokameras fanden. Foto: dpa (Archivbild)

Die Straftaten in diesem Bereich stellten eine große Herausforderung an die Justiz dar. Man habe sich zur Gründung einer Task Force durch die ZAC NRW entschieden, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach am Montag. Allein im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach führen Spuren zu 30 000 Verdächtigen – die Ermittlungen liefen unter hohem Zeit- und öffentlichem Druck.

Ob auch im Missbrauchsfall in Münster auf die Hilfe der ZAC NRW zurückgegriffen wird, ließ Staatsanwalt und ZAC-Sprecher Christoph Hebbecker noch offen. „Wir sind in Gesprächen mit Münster und überlegen, ob wir in ganz NRW eingebunden werden können. Wir drängen uns aber nicht auf.“ Die ZAC bringe die technische Expertise als Experten für Cyber- und Darknet-Kriminalität ein und „arbeiten dann mit den Sexualstrafrechts-Experten vor Ort zusammen“, sagte Hebbecker.

Die Task Force sei zunächst auf einen Zeitraum von 18 Monaten angelegt. Es gelte, immer neue Spuren zu verfolgen, die aus den gefundenen immensen Datenmengen resultieren. Hebbecker betonte: neue Funde bedeuten auch immer neue Opfer.“

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