Missbrauchsfall von Münster
Drei Verdächtige verhaftet, weitere im Fokus der Ermittler

Münster -

Nach umfangreichen Durchsuchungen in vier Bundesländern am frühen Dienstag haben die Ermittler Details bekannt gegeben. Die neuen Tatverdächtigen hatten allesamt Kontakt zu dem Hauptbeschuldigten aus Münster. Drei Festgenommene stehen im Verdacht, dessen zehnjährigen Stiefsohn ebenfalls schwer sexuell missbraucht zu haben. Zehn Männer sind damit insgesamt in Untersuchungshaft.

Dienstag, 30.06.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 17:40 Uhr
Missbrauchsfall von Münster: Drei Verdächtige verhaftet, weitere im Fokus der Ermittler
Die Kinderhauser Gartenlaube gilt als Zentrum des Skandals. Foto: Marcel Kusch/dpa

Nach den Durchsuchungen in vier Bundesländern am Dienstag haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittag weitere Einzelheiten zum jüngst enttarnten Pädophilie-Netzwerk bekannt gegeben. Demnach haben Beamte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Hessen drei weitere mutmaßliche Tatverdächtige wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern festgenommen.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 26-jährigen Mann aus Aachen und zwei 29 und 49 Jahre alte Männer aus Hannover, wie es heißt. Außerdem beschlagnahmten die Beamten weiteres Beweismaterial an den unterschiedlichen Orten.

Missbrauchsfall in Münster

1/13
  • In einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus haben sich nach Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft über rund zwei Jahre schwere Missbrauchsfälle ereignet. Der Skandal sorgt in ganz Deutschland für Entsetzen.

    Foto: dpa
  • Die Polizei in Münster (hier Polizeipräsident Rainer Furth) ist auf ein professionell verschleiertes Kindesmissbrauchsnetz gestoßen und hat in mehreren Bundesländern elf Verdächtige festgenommen. Sieben Beschuldigte befinden sich in Untersuchungshaft. Drei Kinder seien als Opfer identifiziert worden. Sie seien fünf, zehn und zwölf Jahre alt. 

    Foto: dpa
  • Der Hauptbeschuldigte ist ein 27-jähriger IT-Techniker aus Münster. In einer Gartenlaube und in einem Keller fanden die Ermittler hochprofessionelle technische Ausstattung zur Videoaufzeichnung und riesige Mengen versiert verschlüsselter Daten. Die Täter nutzten Handys, auf denen ein Großteil der Spuren gelöscht war. Bislang haben die Ermittler mehr als 500 Terabyte sichergestellt. Viele der Daten müssen noch entschlüsselt werden. 

    Foto: dpa
  • Bei den sechs weiteren Beschuldigten, gegen die Haftbefehl erlassen wurde, handelt es sich den Angaben zufolge um dessen 45 Jahre alte Mutter aus Münster sowie um Männer aus Staufenberg bei Gießen (30 Jahre alt), Hannover (35), Schorfheide in Brandenburg (42), Kassel (43) und Köln (41). Die Ermittler hätten „unfassbare“ Bilder sehen müssen, sagte der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll. 

    Foto: dpa
  • Mindestens vier der Männer sollen wechselweise einen fünf- und einen zehnjährigen Jungen in einer Gartenlaube über Stunden schwer sexuell missbraucht und die Taten teils gefilmt haben. Die Mutter des Hauptbeschuldigten sei Nutzerin der Hütte im Stadtteil Kinderhaus; sie soll ihrem Sohn die Schlüssel überlassen und den sexuellen Missbrauch der Kinder in Kauf genommen haben.

    Foto: dpa
  • Bei den beiden Opfern handelt es sich laut den Ermittlern um den zehnjährigen Sohn der Lebensgefährtin des Münsteraners und um den fünfjährigen Sohn des Beschuldigten aus Staufenberg. Das habe die Auswertung einer bereits gelöschten Festplatte ergeben, die die Ermittler versteckt in einer Zwischendecke gefunden hätten.

    Foto: dpa
  • Bei dem dritten Opfer handelt es sich den Ermittlern zufolge um den zwölfjährigen Neffen des Beschuldigten aus Kassel. Dieser soll den Jungen missbraucht haben, wie aus sichergestellten Daten des 27-jährigen Münsteraners hervorgehe. Alle Opfer, die aus Münster sowie Staufenberg und Kassel in Hessen kommen, werden derzeit von den zuständigen Jugendämtern betreut. Die Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein. Körperliche Verletzungen haben sie nicht davon getragen, sagte Poll. Die Kinder seien von Rechtsmedizinern untersucht worden. 

    Foto: dpa
  • In einem Keller in Münster habe man einen komplett eingerichteten, klimatisierten Serverraum gefunden. Er sei dem 27-jährigen Tatverdächtigen zuzurechnen, sagte Poll. Er sprach von mehreren hundert Asservaten an gefundener IT-Technik. Die Datenträger seien hochprofessionell verschlüsselt worden.

    Foto: dpa
  • Das bisherige Ermittlungsergebnis nach rund dreieinhalb Wochen sei wohl nur die Spitze des Eisbergs, sagten übereinstimmend Poll und Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt (hier im Bild). Münsters Polizeipräsident Rainer Furth sagte: „Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich Erträglichen gestoßen und weit darüber hinaus.“

    Foto: dpa
  • Den Ermittlern sei es bis heute nicht gelungen, alle Daten zu entschlüsseln. Poll sprach von aufwendigen, kniffligen und mit viel Technik verbundenen Ermittlungen. Der 27-Jährige aus Münster sei in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Coesfeld für die IT-Technik tätig gewesen. Ausgangspunkt der Ermittlungen sei ein Verfahren aus dem Jahr 2018 gewesen; damals habe eine unbekannte Person Daten mit Kinderpornografie übers Internet angeboten. Über eine ermittelte IP-Adresse habe die Spur zu dem landwirtschaftlichen Betrieb geführt. 

    Foto: dpa
  • Der 27-Jährige ist in den Jahren 2016 und 2017 zweimal wegen der Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornografie zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Wegen einer offen bekundeten pädophilen Neigung sei er vom Gericht auch zu einer Therapie verpflichtet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er dieser Aufforderung auch nachgekommen.

    Foto: dpa
  • Die Behörden wussten um die kinderpornografischen Straftaten des 27-jährigen Hauptbeschuldigten. Dennoch sahen sie kein Gefährdungspotenzial für den Jungen der Lebensgefährtin des mutmaßlichen Täters.Er begab sich vor einigen Jahren in Therapie. Sein Bewährungshelfer hatte sich positiv über ihn geäußert. Die Stadt stellt auf Anfrage klar, dass der mutmaßliche Täter damals nicht mit dem späteren Opfer zusammenlebte. Das Jugendamt der Stadt hatte Kontakt mit der Mutter aufgenommen. Diese hatte Hilfe aber abgelehnt. Nun steht sie unter Verdacht, von den Taten gewusst zu haben.

    Foto: dpa
  • Der Fall sei in einem Expertengremium, der sogenannten „Clearingstelle“ in der münsterischen Kinderschutzambulanz, beraten worden. Dabei seine keine ausreichenden Fakten auf mögliche Gefährdungsmomente beschrieben worden, die einen Eingriff in das elterliche Sorgerecht oder eine Herausnahme des Kindes aus der Familie gerechtfertigt hätten.

    Foto: dpa

Weitere Untersuchungen

Im Verlauf des Vormittags will die Polizei in Münster weitere Einzelheiten bekannt geben. Die neuerlichen Durchsuchungen waren durch weitere Untersuchungen des jüngst enttarnten Pädophilie-Netzwerks durch die Ermittlungskommission "Rose" ausgelöst worden. Am Dienstagmorgen waren 180 Beamte zu Durchsuchungen in Niedersachsen und drei weiteren Bundesländern ausgerückt. Es seien drei weitere Verdächtige dem Haftrichter vorgeführt und drei weitere identifiziert worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung mehrerer Landtagsausschüsse zu dem Komplex. 

Weitere Männer stehen intensiv im Fokus der Ermittler. Gegen einen 29-jährigen Tatverdächtigen aus Heiligenhaus, einen 36-Jährigen aus Langenhagen und einen 52-Jährigen aus Norderstedt werden weitere Ermittlungen geführt. Die Durchsuchungen und Festnahmen sind Ergebnis weiterer Ermittlungen der Ermittlungskommission "Rose", die im Polizeipräsidium Münster mit Unterstützung aus weiteren Polizeibehörden den Missbrauchskomplex Münster bearbeitet. 

Acht Objekte im Visier

Im Rahmen einer konzertierten Aktion hatten die Beamten in den frühen Morgenstunden des Dienstag zeitgleich in den drei Bundesländern sowie in Schleswig-Holstein insgesamt acht Objekte durchsucht, um weitere Beweismittel aufzufinden und drei bereits im Vorfeld erwirkte Haftbefehle gegen den 26-jährigen Mann aus Aachen und die beiden 29 und 49 Jahre alten Männer aus Hannover zu vollstrecken. Insgesamt waren rund 180 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung. Auf Grundlage des bislang ausgewerteten Videomaterials und der Aussagen des zehnjährigen Opfers war der 26-jährige Mann aus Aachen in den Fokus der Ermittler gerückt. Er soll sich Anfang Mai mit in der Laube der Kleingartenanlage des 27-jährigen Haupttäters in Münster aufgehalten und den Zehnjährigen an drei unterschiedlichen Tattagen und an drei unterschiedlichen Orten in Winterberg, Münster und in Dresden schwer sexuell missbraucht haben. 

Enger Kontakt zum Hauptbeschuldigten 

Der zweite mit Haftbefehl Festgenommene, ein 29-jähriger Mann aus Hannover, soll in engem Kontakt zum Hauptbeschuldigten und dem Zehnjährigen gestanden haben. Die bisherigen Ermittlungen belegen den Behördenangaben zufolge, dass der 29-Jährige bei einem Urlaub der beiden anwesend gewesen sein soll, bei dem auch Missbrauchshandlungen an dem Zehnjährigen vollzogen worden seien.Er steht damit nach Einschätzung der Ermittler im dringenden Tatverdacht, an schweren sexuellen Missbrauchshandlungen zum Nachteil eines Kindes teilgenommen zu haben. Der 29-Jährige wurde bei seinen Eltern im Großraum Frankfurt festgenommen. Dort stellten die Polizisten einen PC, einen Laptop und ein Handy sicher.  

Festnahme in Hannover

Der 49-jährige Hannoveraner soll sich des Öfteren mit dem Hauptbeschuldigten und dem zehnjährigen Missbrauchsopfer getroffen haben. Ihm wird vorgeworfen, mindestens in einem Fall das zehnjährige Opfer schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Polizisten nahmen den 49-Jährigen mit Haftbefehl in seiner Wohnung in Hannover fest, wie es heißt. Der 36-jährige Mann aus Langenhagen soll sich nach bisherigem Ermittlungsstand im Juli 2019 mit dem Hauptbeschuldigten und dem zehnjährigen Missbrauchsopfer auf einem Campingplatz in Niedersachsen aufgehalten haben. Es ist anzunehmen, dass er sich hier an Tathandlungen beteiligte oder zumindest von diesen wusste. 

Wohnmobil sichergestellt

Ebenso auf dem Campingplatz anwesend soll der 52-jährige Mann aus Norderstedt gewesen sein. Er soll in engem Kontakt zu den bereits im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall Festgenommenen gestanden haben. Inwieweit er sich aktiv an den Taten zum Nachteil des Zehnjährigen und anderen Kindern beteiligte, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Das Wohnmobil des 52-Jährigen stellten die Beamten sicher.  Der 29-jährige Tatverdächtige aus Heiligenhaus bei Velbert soll zwischen Dezember 2019 und Ende Mai 2020 Kontakt zu dem Hauptbeschuldigten gehabt haben. Zudem wurden seitens des LKA NRW insgesamt zwei Verfahren, 2009 wegen der Verbreitung von Kinderpornografie sowie 2010 wegen des Besitzes und der Beschaffung von Kinderpornografie geführt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung und seines Pkws setzten die Beamten den Angaben zufolge Datenspeicherspürhunde ein. Sie fanden ein aufblasbares Bett sowie Kinderspielzeug und einen Laptop in seinen Räumen. 

Drei Ausschüsse tagen

 In Düsseldorf beraten am Dienstag unterdessen drei Ausschüsse des Landtags über Konsequenzen aus dem enttarnten Missbrauchskomplex. Die Landeregierung rechnet im Rahmen der Ermttlungsarbeit der Polizei mit weiteren aufgedeckten Missbrauchsfällen.

Kriminalität: Missbrauchsfall von Münster in der Chronologie

1/24
  • Anfang

    Der Missbrauchsfall Münster hat enorme Ausmaße. Der Hauptverdächtige, Adrian V. aus Münster, wurde am 14. Mai 2020 festgenommen. Doch der Fall hat eine lange Vorgeschichte und ist noch lange nicht abgeschlossen. Eine Chronologie:

  • 2010-2013 Verbreitung Kinderpornografie

    September 2010 (bis September 2013): Adrian V. aus Münster verbreitet kinderpornografisches Material, dafür wird er später vom Jugendschöffengericht verurteilt.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • 2013: Mit knapp 20 Jahren kommt Adrian V. mit seiner drei Jahre älteren Freundin zusammen, die bereits einen dreijährigen Sohn hat.

  • 2014 Kinderpornografie Teil 2

    September 2014 bis Dezember 2014: Erneut verbreitet Adrian V. kinderpornografische Werke. Später bekommt er in einem zweiten Urteil dafür eine Bewährungsstrafe.  

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Ende 2015: Das erste Strafverfahren gegen Adrian V. läuft. Es ist ein Fall für die „Clearingstelle“, in der Kinderschutzfälle anonymisiert von Vertretern der Polizei, der Gerichtsbarkeit, der Psychologie, der Kinderschutzambulanz und pädagogischen Fachkräften des ASD beraten werden. Am Ende steht die Entscheidung, dass momentan keine familiengerichtlichen Maßnahmen notwendig seien. Auch, weil Adrian V. zu dieser Zeit nicht mit seiner Freundin und deren Sohn zusammen wohnt.

  • 2016 Erstes Urteil

    13. Januar 2016: Das Jugendschöffengericht Münster verurteilt Adrian V. wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials zu zwei Jahren auf Bewährung. Die Taten liegen zwischen September 2010 und September 2013. Adrian V. muss eine Therapie beginnen.

    Foto: Ahlke (Symbolbild)
  • 2016 Jugendamt

    2016: Die Kindesmutter wird nach 2016 vom Jugendamt Münster in ihrer Elternverantwortung belassen. Es habe bis heute keine Hinweise aus dem sozialen Umfeld auf eine mögliche Gefährdung oder Auffälligkeiten des Jungen gegeben, betont ein Sprecher der Stadt Münster

    Foto: Oliver Werner
  • 2017 Zweites Urteil

    8. Juni 2017: Das Schöffengericht Münster verurteilt Adrian V. wegen öffentlichen Zugänglichmachens kinderpornographischer Schriften zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren - wieder auf Bewährung. Die Taten lagen zwischen September 2014 und Dezember 2014, also vor der Bewährungszeit. Seine Therapie setzt er fort.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • 2018 Ermittlungsverfahren beginnt

    2018: Es beginnt ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen der Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet. Der Täter gesteht seiner Lebensgefährtin, dass er ihren Sohn regelmäßig missbraucht.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • 2018 Missbrauchsfälle

    November 2018 bis Mai 2020: Adrian V. soll den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht, die Taten zum Teil per Video und auf Fotos dokumentiert und über das Darknet verbreitet haben. 15 Taten, beginnend im Jahr 2018 bis zum Zeitpunkt der Festnahme im Mai 2020, werden ihm auf Grundlage elektronischer Beweismittel vorgeworfen.

    Foto: dpa
  • 2019 Anfangsverdacht

    April 2019: Anfangsverdacht gegen Adrian V.: Eine ermittelte IP-Adresse führt die Spur zu einem landwirtschaftlichen Betrieb in Dülmen (Kreis Coesfeld), bei dem der Münsteraner als IT-Administrator arbeitet.

  • 25./26. April 2020:

    25./26. April 2020:  In der Kleingarten-Hütte der Mutter in Münster-Kinderhaus sollen sich mindestens vier der Beschuldigten an zwei Opfern vergangen und die Taten teilweise gefilmt haben. Diese Tat ist bislang noch nicht Tatbestand des Haftbefehls. Die Mutter von Adrian V. soll bei dieser Missbrauchstat Hilfe geleistet haben.

    Foto: dpa
  • 7. Mai 2019: Wohnungsdurchsuchung

    7. Mai 2019: Wohnungsdurchsuchung bei Adrian V. in Münster: Die Ermittler stellen umfangreiche Mengen an Datenträgern sicher, die ebenfalls mit hochprofessioneller Verschlüsselungstechnik gesichert waren und zum Teil noch sind.

    Foto: Polizei Münster
  • 12. Mai 2020: Einer der sichergestellten Laptops wird entschlüsselt. Auf der Festplatte fanden sich zahlreiche Dateien mit Missbrauchshandlungen zum Nachteil des zehnjährigen Jungen aus dem häuslichen Umfeld des Beschuldigten.

  • Polizeipräsidium Münster

    13. Mai 2020: Das Polizeipräsidium Münster übernimmt aufgrund des ermittelten Wohnsitzes die Ermittlungen.

    Foto: Matthias Ahlke (Archivbild)
  • Festnahme Adrian V.

    14. Mai 2020: Adrian V. wird morgens in Münsters Innenstadt festgenommen. Kurze Zeit später wird der zehnjährige Junge bei einer Verwandten in Begleitung zweier Männer (29 und 35) aus Hannover angetroffen. Da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die beiden Männer Straftaten zum Nachteil des Jungen begangen haben könnten, werden sie vorerst nicht festgenommen. Der Junge wird direkt in die Obhut des Jugendamtes der Stadt Münster gegeben.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Durchsuchung Gartenlaube

    15. Mai 2020: Durchsuchung der Gartenlaube in Kinderhaus: Ermittler finden, in einer Zwischendecke versteckt, eine von Adrian V. gelöschte Festplatte.

    Foto: Polizei Münster
  • 29. Mai 2020: Ein 43-Jähriger aus Kassel, dessen zwölfjähriger Neffe zu den Opfern zählt, wird festgenommen. Dadurch ergeben sich Hinweise auf einen Mann in Köln, der das zehnjährige Opfer aus Münster missbraucht haben soll.

  • 30. Mai 2020: Der 41-jährige Verdächtige aus Köln wird festgenommen. Er räumt den Missbrauchsvorwurf nach der Festnahme ein.

  • 2020 - Festnahmen 4. Juni

    4. Juni 2020: Die Daten der Festplatte aus der Gartenlaube können durch Experten des Polizeipräsidiums Münster wiederhergestellt werden. Dabei wird ein Videofilm entdeckt, auf dem sexuelle Handlungen zum Nachteil des Zehnjährigen und eines Fünfjährigen zu sehen sind, die durch Adrian V. und drei weitere Männer begangen wurden. Die Beschuldigten werden festgenommen: ein 30-Jähriger aus Staufenberg bei Gießen, dessen fünfjähriger Sohn zu den Opfern zählt, ein 42-Jähriger aus Schorfheide in Brandenburg und der am 14. Mai bereits aufgefallene 35-Jährige aus Hannover. Auch die Mutter des hauptverdächtigen Adrian V. wird festgenommen. Es werden vier weitere verdächtige Personen festgenommen, die jedoch noch am selben Tag wieder freigelassen werden.

    Foto: Polizei Münster
  • 2020 - Pressekonferenz

    6. Juni 2020: Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Münster informieren die Öffentlichkeit in einer großen Pressekonferenz über die bisherigen Ermittlungen zum Kindesmissbrauch in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 9. Juni 2020: Es gibt Hinweise auf zwei weitere Opfer. Ein Polizeisprecher bestätigt, dass zwei Väter Anzeige erstattet hätten, dass ihre Söhne von dem im Fall bereits Beschuldigten unsittlich berührt worden seien. Die Anzeigen richteten sich nicht gegen den 27-jährigen Hauptbeschuldigten aus Münster.

  • 2020-06-14 Abriss Gartenlaube

    14. Juni 2020:  Die Ermittler suchen nach weiteren Beweisen - und nehmen dafür die Gartenlaube in Münster-Kinderhaus als Tatort komplett auseinander .

    Foto: Oliver Werner
  • 2020 - Zahl der Tatverdächtigen steigt

    17. Juni 2020: Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul berichtet im Innenausschuss des Landtags, dass weitere Opfer und auch weitere Tatverdächtige identifiziert wurden. Die Zahl der Tatverdächtigen steigt damit um sieben auf insgesamt 18 an. Die Zahl der Opfer hat sich laut Reul auf sechs erhöht.

    Foto: dpa
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7474100?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker