Mehr Betriebe in Kurzarbeit
Arbeitslosigkeit in Münster weiter gestiegen

Münster -

Die Arbeitslosigkeit in Münster ist im Juni weiter angestiegen. Das hängt nach Angaben der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster mit den Folgen der Corona-Pandemie zusammen: 45 weitere Betriebe hätten im vergangenen Monat Kurzarbeit angemeldet. Von der Krise betroffen sind vor allem junge Menschen.

Mittwoch, 01.07.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 16:56 Uhr
Mehr Betriebe in Kurzarbeit: Arbeitslosigkeit in Münster weiter gestiegen
(Symbolbild) Foto: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Münster im Juni erneut gestiegen, wie die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster berichtet. Im Juni waren in Münster 9492 Menschen arbeitslos gemeldet, 319 mehr als im Mai. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 5,5 Prozent. Zwar verlangsamt sich nun der Anstieg der Arbeitslosigkeit, der mit der Corona-Pandemie begonnen hat. Damit ist die Arbeitslosigkeit laut der Agentur in Münster erstmals höher als zu Zeiten der Finanzkrise 2009.

"Erhebliche Auswirkungen"

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind erheblich. Das zeigt sich besonders im Vergleich zum Vorjahr“, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. 45 weitere Betriebe in Münster meldeten im Juni Kurzarbeit an. „Etliche Betriebe konnten nur eingeschränkt öffnen und viele Unternehmen haben mit Auftragseinbrüchen zu kämpfen. Aufgrund der konjunkturellen Situation hat zusätzlich der Konsum deutlich nachgelassen.

Einige Menschen sind zudem bislang auch nicht in der Stimmung gewesen, Gaststätten zu besuchen oder einkaufen zu gehen“, berichtet Fahnemann. All das habe dazu geführt, dass Betriebe trotz aller Anstrengungen ihr Personal teilweise nicht halten konnten und Kündigungen aussprechen mussten. Die Zahl der Unternehmen, die bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit angemeldet haben, sei auf insgesamt 3102 gestiegen.

„Ein weiterer Grund für die gestiegene Arbeitslosigkeit ist, dass der Arbeitsmarkt momentan nicht sehr aufnahmefähig ist“, so der Experte. „Betriebe konzentrieren sich vorrangig darauf, Entlassungen zu vermeiden und stellen weniger neue Mitarbeiter ein. Deshalb finden auch weniger Menschen als üblich eine neue Anstellung“, heißt es in der Pressemitteilung der Agentur weiter. Besonders davon betroffen sind junge Menschen. Im Juni waren 859 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 212 mehr als im Vorjahresmonat. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg damit erneut an und liegt nun 32,8 Prozent über dem Wert des vergangenen Jahres.

Mehr neue offene Stellenangebote

„Es ist verständlich, dass Unternehmen zunächst versuchen, ihr vorhandenes Personal zu halten. Dennoch ist es extrem wichtig, alles dafür zu tun, damit sich jetzt die Arbeitslosigkeit bei den betroffenen jungen Frauen und Männern nicht verfestigt. Hier sind auch weiterhin gemeinsame Anstrengungen aller Partner am Arbeitsmarkt nötig, um den jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben“, so Fahnemann.

Erste verhalten positive Entwicklungen zeigten sich auf der Seite der Arbeitskräftenachfrage: Im Juni wurden in Münster 494 neue offene Stellenangebote bei der Arbeitsagentur gemeldet, 75 mehr als im Mai. Besonders im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung und im Handel meldeten die Arbeitgeber neue Jobangebote. Insgesamt liegt die Zahl der gemeldeten Stellen jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

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